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Überfordert und für den Beruf ungeeignet

Die psychische Belastung von Lehrern ist oft auch die Folge einer falschen Berufswahl. Laut einer aktuellen Studie der Universität Potsdam weist die Hälfte der Lehramtstudenten und Referendare Verhaltensmuster auf, die sie zur Bewältigung der psychischen Anforderungen des Lehrerberufs ungeeignet machen.

Hinzu kommen allerdings auch schwierige Schüler und Eltern, ungünstige Arbeitszeitgestaltung und mangelnde gesellschaftliche Anerkennung. Pädagogen sind den Erkenntnissen zufolge seelisch stärker belastet als etwa Ärzte oder Polizisten. Jeden vierten Lehramtstudenten oder Referendar stuft die Studie als "resignativen Typ" ein, der unzufrieden und wenig engagiert ist. Darüber hinaus verordneten sich bereits 30 Prozent der angehenden Lehrer selbst Schonung durch geringes Engagement.

Die besten Jobs von allen


Das sehen die Forscher als ernstes Hindernis für erfolgreiche Arbeit, denn bei Lehrern komme es vor allem auf aktives und engagiertes Handeln an. Die Motive für das Lehramtstudium seien oft nicht die Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, sondern die gute Vereinbarkeit von Familie und Lehrerberuf sowie vermeintlich geringere Studienanforderungen

Quelle: Universität Potsdam, Institut für Psychologie. Lehrerstudie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz unter 20.000 Lehrern in 14 Bundesländern.
Grundlagen zur Langzeitstudie finden sich hier, der aktuelle Bericht ist noch nicht online: www.psych.uni-potsdam.de

Beamtenbund und Tarifunion haben einen Fragebogen entwickelt, in dem junge Leute testen können, ob sie als Lehrer geeignet sind.
Die Checkliste "Fit für den Lehrerberuf?! Selbsterkundungsverfahren für Interessenten am Lehramtstudium" gibt es hier: www.dbb.de

Dieser Artikel ist erschienen am 26.10.2007