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Türken beim Flug in Todesangst

Als das Flugzeug wegen heftiger Turbulenzen beim Flug von Südkorea nach Japan völlig unerwartet zwei Mal mehrere hundert Meter absackte, machte sich Panik unter den Nationalspielern breit.
dpa MIYAGI/JAPAN. Wie türkische Medien berichteten, soll Angreifer Hasan Sas (Galatasaray Istanbul) einen Schwächeanfall erlitten und noch an Bord medizinisch versorgt worden sein. Erst nach vier Minuten war die Situation unter Kontrolle. ?Ich dachte, ich muss sterben?, sagte Verbandspräsident Haluk Ulusoy nach der Landung in Sendai.Bereits einen Tag nach der unruhigen Anreise zum Achtelfinalspiel gegen Japan am Dienstag in Miyagi (8.30 Uhr MESZ/Premiere) hatten sich die Gemüter wieder beruhigt. Ermutigt durch den erstem Einzug in ein WM-Achtelfinale richten sich die Türken offenbar auf ein längeres Bleiben im Land des Mitgastgebers ein. Weil die Vorräte zu schrumpfen beginnen, wurden am Sonntag eine Tonne Nahrungsmittel per Flugzeug aus der Heimat eingeflogen. Auf andere Annehmlichkeiten mussten die Profis jedoch verzichten: Auf Geheiß von Trainer Senol Günes traten die Spieler-Frauen und -Freundinnen entgegen den Planungen die Reise nach Japan nicht an.

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Der Ärger der Nationalspieler an der als unnötig und ungerecht empfundenen Kritik der heimischen Medien scheint auch nach dem als ?historisch? gefeierten Triumph noch nicht verraucht zu sein. ?Sie haben uns lebendig begraben. Heute bist Du Vaterlandsverräter, morgen Nationalheld - so ist das in der Türkei?, klagte Torhüter Recber Rüstü. Nach dem Sieg gegen China hatten die Profis mit Ausnahme von Yildiray Bastürk (Bayer Leverkusen) kein Wort mit Journalisten geredet.
Dieser Artikel ist erschienen am 16.06.2002