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Trümmerfrau

Lucy Braun
Foto: Spectrum Pictures
Der Krieg ist beendet, zurück bleiben Ruinen. Bis die Trümmer in einer "post conflict area" wie dem Kosovo beseitigt sind, können Jahre vergehen. Ulrike Kipp arbeitet seit März 2001 für die Caritas im Kosovo am Wiederaufbau der zerstörten Dörfer und kümmert sich um die Abrechnung und Verbuchung der Projekte.
Sie war durch Zufall zur Caritas gekommen. "Ich hatte mich zwar in Richtung Ausland orientiert, nachdem ich längere Zeit im Baukreditwesen war", berichtet die Bankkauffrau. "Dass es dann allerdings mit dem Auslandseinsatz so schnell klappen würde, hätte ich nicht erwartet." Vorstellungsgespräch im Dezember, im Januar noch beim alten Arbeitgeber, ab Februar Schulung bei der Caritas, Wohnung auflösen, Möbel einlagern - Einsatzbeginn im Kosovo: März 2001, zunächst für zwei Jahre

Die Umstellung von Kaiserslautern auf Kosovo ist schwer: Versorgungsengpässe, Stromausfälle, Wassermangel sind hier an der Tagesordnung. Eine große Hilfe ist die Gastfamilie, bei der sie wohnt und die ihr Land und Leute näher bringt. Mittlerweile sind die Arbeiten in vielen Dörfern abgeschlossen, hat sich die Versorgungslage gebessert. Trotz der Fortschritte beim Wiederaufbau warnen die Caritas-Mitarbeiter vor noch bestehenden Gefahren. Ein Caritas-Team klärt in den Schulen von Prizren, der stark zerstörten historischen Hauptstadt des Kosovo, über Minen auf

Die besten Jobs von allen


Ulrike Kipp schätz ihre Leistungsfähigkeit nüchtern ein: "Natürlich könnte und müsste man an jeder Ecke helfen. Es kommt ganz schnell die Erkenntnis, dass man an manchen Stellen einfach nicht helfen kann." Die größte Motivation für die Caritas-Mitarbeiterin: Wenn sie in eines der neu aufgebauten Dörfer fährt und sieht, wie zufrieden viele der Familien, mit denen sie Kontakt hatte, wieder leben können. Es wird aber noch Zeit vergehen, bis aus der "post conflict area" eine "peace area" geworden ist

Kurzbiografie
Im Dezember 2000 hat sich Ulrike Kipp bei der Caritas vorgestellt. Drei Monate später begann ihr Einsatz im Kosovo. Dort hilft die gelernte Bankkauffrau heute beim Wiederaufbau von Dörfern, Schulen und Ambulanzen. Zuvor arbeitete sie mehrere Jahre in Kaiserslautern in einer Bank als Assistentin der Regionalleitung.
Dieser Artikel ist erschienen am 20.03.2002