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Trotz Wirtschaftsflaute so reich wie nie

5656 Euro ist eine stattliche Summe. Und es ist genau die Summe, die ein 13 bis 24-jähriger junger Mensch in Deutschland dieses Jahr auf den Kopf hauen kann. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Jugendforschung München (IJF). Das Institut befragte 1210 Jugendliche nach ihren finanziellen Verhältnissen.

Die Einnahmen von Teenagern in der genannten Altersgruppe, die sich aus Taschengeld, Geldgeschenken, Gehalt sowie Lohn für Nebenjobs zusammensetzen, sind damit um fast 10 Milliarden höher als 2002. Insgesamt stehen der deutschen Jugend in diesem Jahr 62,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Als Grund, warum Jugendliche mehr Geld in ihren privaten Sparbüchsen haben, nennt Petra Sievers, Projektleiterin beim IJF und mitverantwortlich für die Studie, Geldgeschenke der Eltern. "Fehlende Zeit für ihre Kinder durch Einspannung im Beruf versuchen Eltern oftmals durch hohe Geldgeschenke zu kompensieren", interpretiert Sievers die erhobenen Daten.

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Bemerkenswert ist auch, dass lediglich 45 Prozent der Einnahmen den Jugendlichen frei zur Verfügung stehen. "Der Anteil des fix ausgebeben Geldes unter der Jugend ist dieses Jahr höher. Die Industrie hat sich in den letzten Jahren zusehends auf die junge Zielgruppe eingestellt. Beispielsweise entstehen für Handyverträge immense Fixkosten", so Sievers weiter.

Dabei sei - so ein überraschender Trend - die Verschuldung der bundesdeutschen Jugend in der untersuchten Altersspanne dieses Jahr zurückgegangen. Der Studie zu Folge hat sich jeder zehnte verschuldet und das mit durchschnittlich 1551 Euro. Gründe, warum sich Jugendliche überhaupt verschulden, sind nach wie vor überwiegend materielle und Prestige-Gründe: Wichtig ist die Mobilität durch Auto, Roller oder Mofa, die Einrichtung des eigenen Zimmers oder der eigenen Wohnung, das mobile Telefonieren sowie das Ausgehen am Abend.

Die gesamte Studie kann beim IJF unter dem Titel "Finanzkraft der 13 bis 24 Jährigen" für 300 Euro bezogen werden: www.institut-fuer-jugendforschung.de/german/index_eigenstudien.htm
Dieser Artikel ist erschienen am 05.08.2003