Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Traumhafte Aussichten

Krisen haben auch ihr Gutes: So beschert die Ölknappheit die Erkenntnis, dass es viel zu wenig Geologen gibt, die den Ölfirmen zeigen, wo es sich noch zu bohren lohnt. Auch Ingenieure der Fachrichtung Erdöl/Erdgas sind gefragt wie nie.
Krisen haben auch ihr Gutes: So beschert die Ölknappheit die Erkenntnis, dass es viel zu wenig Geologen gibt, die den Ölfirmen zeigen, wo es sich noch zu bohren lohnt. Auch Ingenieure der Fachrichtung Erdöl/Erdgas sind gefragt wie nie. Die knappen Ölressourcen beflügeln daneben die Industrie bei der Suche nach Alternativen.Beispiel Automobilbranche: Sie treibt die Umstellung auf benzinsparende Hybrid-Motoren, ein Doppelpack aus konventionellem Antrieb und Elektroaggregat, voran. Der weltweite Absatz von Hybrid-Autos soll laut einer Studie des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PWC) in den nächsten fünf Jahren weltweit von jetzt 245.000 auf 916.000 Fahrzeuge pro Jahr steigen. Keine Frage, das braucht Personal: "Die Hybrid-Technik könnte für einen Ausgleich bei den Arbeitsplätzen in der Automobilbranche sorgen, da ja anderweitig Kapazitäten abgebaut werden", sagt Karl Gadesmann, Wirtschaftsprüfer bei PWC. Und weil die derzeitigen Ressourcen knapp verteilt sind, werde es eben "einen verstärkten Wettbewerb um Ingenieure" geben.

Die besten Jobs von allen

Noch besser sieht es im Erdölgeschäft aus: "Traumhafte Aussichten" sieht Prof. Kurt Reinicke, Erdölexperte der TU Clausthal, bereits jetzt für Geologen sowie Erdöl- und Erdgasingenieure. Die Hochschulkapazitäten in den USA und Europa reichten bei weitem nicht aus, um die Nachfrage der Industrie zu decken. Jeder Absolvent der bergbautechnischen Studiengänge, besonders des internationalen Bachelor-/Masterstudiengangs der TU Clausthal, könne heute bereits unter fünf Jobangeboten wählen, erklärt Pressesprecher Jan Braun.Weitere Jobchancen sieht Sergey Frank, internationaler Berater bei Kienbaum Execu‧tive Consultants, in der Alternativ-Energie wie Solar- und Windkraft. "Auch könnten Jobs im Bereich Forschung und Entwicklung entstehen", prophezeit er. "Bei Krisen aber meist mit etwas Verzögerung." (kog)
Dieser Artikel ist erschienen am 05.10.2005