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Trainer-Chaos bei Afrikas "Nullnummer" Tunesien

Zwei Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft stand Tunesien ohne Trainer da, ehe der Verband am Osterwochenende das Duo Ammar Souyah und Khemaies Laabidi inthronisierte.
dpa HAMBURG.Die ?Nullnummern? beim Afrika-Cup in Mali (0:0 gegen Sambia, 0:0 Senegal, 0:1 Ägypten), wo die Nordafrikaner schon in der Vorrunde scheiterten, hatten Michel unter Druck gesetzt. Als sich die Medien nach dem 0:0 gegen WM-Gastgeber Südkorea und damit 360 torlosen Minuten auf ihn einschossen, war das Maß für den Franzosen voll.Der WM-erfahrene Coach (Kamerun, Marokko), der Frankreich 1984 zum Olympiasieg führte, hatte allerdings mit umstrittenen Personalmaßnahmen selbst Öl ins Feuer gegossen. So warf er den auf der FIFA-Homepage als ?WM-Star? angekündigten Freiburger Adel Sellimi aus dem Kader, weil dieser für ein Freundschaftsspiel abgesagt hatte. Einen wie Sellimi hätten die Tunesier bitter nötig, denn auch der WM- Test gegen Norwegen endete torlos. In der WM-Qualifikation, in der sie ungeschlagen blieben, hatten sie noch 23 Tore erzielt.

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Keine guten Aussichten für die dritte WM-Teilnahme, bei der Tunesien auf Gastgeber Japan, Russland und Belgien trifft. Der Einzug ins Achtelfinale wäre eine Überraschung. Tunesiens Erfolgs-Erlebnisse bei einer WM liegen lange zurück: 1978 in Argentinien, wo sie auch 0:0 gegen Deutschland spielten, gelang mit dem 3:1 über Mexiko der erste WM-Sieg eines afrikanischen Landes überhaupt.Deutsche Bilanz gegen Tunesien: 2 Spiele - 2 Unentschieden, 1:1 Tore
Dieser Artikel ist erschienen am 02.05.2002