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Tina Schweineberg

Insead
Warum einen MBA?
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Tipps zur Bewerbung bei Insead

Die besten Jobs von allen

Nachdem ich viele individuelle Anfragen über den Bewerbungsprozess und die Auswahlkriterien bei Insead bekommen habe, möchte ich Euch ein paar allgemeine Informationen und nützliche Tipps geben.Der BewerbungsprozessInsead nimmt zweimal pro Jahr, im September und im Januar, jeweils ca. 300 Stundenten auf. Die Bewerbungsfrist ist jeweils ungefähr ein halbes Jahr vorher. Im Gegensatz zu vielen amerikanischen Business Schools, die Stichtage für die unterschiedlichen Bewerbungsrunden pro Zyklus haben, hat Insead Rolling Admissions. Das heisst, es gibt keinen optimalen Bewerbungszeitpunkt wie z.B. Bewerbungsrunde. Generell gilt aber, je eher desto besser, weil sich die Plätze doch sehr schnell füllen. Qualifizierte Bewerber riskieren dann, ein halbes Jahr auf die nächste Promotion vertröstet zu werden.Nachdem alle Unterlagen beim Admission Committee angekommen sind und die erste Auswahl überstanden ist, folgen ein bis zwei Interviews mit Insead Alumni. Die Interviews, die üblicherweise im Heimatland stattfinden, sind ziemlich informell und dienen hauptsächlich dem Zweck, sich über die Persönlichkeit und die Motivation des Bewerbers ein Bild zu machen.Zwischen dem Einsenden der Bewerbungsunterlagen und der endgültigen Antwort nach den Interviews können bis zu 4 Monaten vergehen, obwohl es bei mir nur ca.10 Wochen gedauert hat. Auch wenn Insead davon abrät, telefonisch über den Bewerbungsstatus nachzuhaken, hat meine Erfahrung gezeigt, dass Nachhaken bei der französischen Bürokratie schon mal Sinn machen kann.Die BewerbungNeben den üblichen Anforderungen wie GMAT, TOEFL und überdurchschnittlichen Undergraduate Noten, verlangt Insead 5 Essays und 2 Recommendations sowie eine Bescheinigung über eine verhandlungssichere Fremdsprache (für alle Deutschen ist das einfach: Englisch reicht).Französischkenntnisse werden nicht mehr verlangt, da das Programm in Englisch durchgeführt wird. Um jedoch den MBA Abschluss zu bekommen, muss man am Ende des Studiums noch eine weitere Sprache verhandlungssicher beherrschen. Obwohl man parallel zum Studium hier Sprachkurse belegen kann, ist es einfacher, diese Sprachanforderungen schon vor Aufnahme des Studiums zu erfüllen.Bei den Bewerbungsessays ist besonders zu beachten, dass sie ein einheitliches Bild des Bewerbers widerspiegeln und das sie spezifisch auf Insead zugeschnitten sind. Als Vorbereitung auf die Essays kann ich Richard Montauk's "How to get into the top MBA" empfehlen, welches neben vielen Beispielessays auch einen hilfreichen Fragebogen enthält, der hilft, eine optimale in sich konsistente Marketingstrategie des Bewerbers herauszuarbeiten.Mit den Recommendation habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese von Vorgesetzten aus der Berufswelt sinnvoller sind als die von Professoren. Schließlich machen die meisten ja keinen MBA, um danach akademisch tätig zu werden. Darum sind die Erfolge, die man im Berufsleben vorweisen kann, sicherlich wichtiger und aussagekräftiger über die zukünftige Karriere, als die rein akademischen Erfolge.Für die Bewerbung sollte man auch genügend Zeit einplanen. Ich habe ca. 2 Monate für die Bewerbung gebraucht, allerdings nebenher voll gearbeitet und nur ab und zu Abende und Wochenenden geopfert. Für der GMAT alleine sind etwa 3 Wochenenden drauf gegangen und das war erst der leichtere Part verglichen mit den Essays.Die Soft CriteriaZunächst einmal gibt es nicht den allgemein gültigen Anforderungskatalog. Die Soft Criteria wie "Professional Experiece" und "Managerial Potential", "Ability to Contribute to the Insead community" oder "International Orientation" sind auf der Website http://www.insead.edu/mba/admissions/index.htm nachzulesen. Bezüglich der Hard Criteria versuche ich mal, einen Überblick zu geben, der allerdings mit Vorsicht zu genießen ist, da Ausnahmen die Regel bestätigen. Die Hard CriteriaDer durchschnittliche GMAT aller Studenten, die 2001 angefangen haben, lag bei 690. Mit steigender Tendenz. Das Durchschnittsalter beträgt 29, obwohl die Spanne hier von 23 bis 39 reicht. Die Berufserfahrung liegt im Durchschnitt bei 5 Jahren und nur 10% aller Studenten haben weniger als 3 Jahre Erfahrung. Besonders stark vertreten sind, wie wahrscheinlich bei fast allen Business Schools, Banker und Unternehmensberater, eventuell haben hier also Exoten gute Chancen.Gleiches gilt für das Erststudium: Ingenieure (33%) und BWLer (21%) bestimmen hier das Geschehen, so dass andere Studiengänge hier mehr als willkommen sind, solange man ein gewisses Interesse an Wirtschaft glaubhaft machen kann. Für die amerikanischen, englischenund französischen Undergraduate Schulen werden - je nach Reputation Punkte - vergeben.Für deutsche Unis gibt es so etwas, so weit ich weiss nicht, aufgrund des ZVS System. Es ist jedoch gut möglich, dass Absolventen der WHU, EBS, ESB usw. gewisse Vorteile haben und FH Absolventen benachteiligt werden. Auf jeden Fall sind Topnoten notwendig und es hilft, ein Zertifikat der Bewerbung beizulegen, das besagt, dass man zu den Top 5% im Studium gehört hat oder (summa) cum laude abgeschlossen hat.Ich hoffe, mit diesem Beitrag etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben. Wenn Ihr weitere Fragen habt, bin ich jederzeit per Email zu erreichen: tina.schweineberg@alumni.insead.edu

Feiern in Fontainebleau

Wer meint, das Beste an Fontainebleau sei, dass es nur 60 km von Paris entfernt ist, liegt damit nicht vollkommen falsch. Den Studenten des Insead hat das verschlafene Fontainebleau mit dem berühmten Schloss und dem Foret de Fontainebleau wenig zu bieten außer einigen typischen Restaurants und Kneipen. Und die schließen alle schon um ein Uhr morgens. Da bleibt den Studierenden nur eins: Selbst was auf die Beine stellen.

Highlights sind dabei die ca. 15 National Weeks im Jahr. Hier bekommen alle Länder die Chance, Insead für eine Woche in ihren Bann zu ziehen. Landestypische Dekorationen, Essen, Trinken, Filme, Musik und Tänze - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Am Insead habe ich schon fast alles erlebt: Von Wikingerspielen mit Armdrückwettbewerb und authentischer Essensschlacht bei der amerikanisch-kanadischen Woche bis zum Blind Date Contest bei den Briten. Die Deutschen karrten einen Porsche an - zum Probefahren.

Freitags wird gefeiert - natürlich landestypisch. Die spanische Ibiza-Night und die britische James-Bond-Party waren echte Höhepunkte, wir Deutsche ließen es bei einem Miniatur-Oktoberfest krachen.

Treffpunkt auf dem Campus ist die Insead Bar, bei der im Gegensatz zu vielen amerikanischen Business Schools auch Alkohol ausgeschenkt werden darf. In der Bar trifft man sich nach einem langen Vorlesungstag, um Pläne für den Abend zu schmieden. Oft kann man auch mit Professoren über einem Bier philosophieren.

Die meisten Stundenten wohnen nicht in Fontainebleau. Viele teilen sich in den umliegenden Dörfern traumhafte, leicht verkommene Landhäuser und Herrensitze, die sich großartig für Dinners, Barbecues und Parties eignen.

Wer nach Lernen und Feiern immer noch überschüssige Energie hat, dem bieten die zahlreichen Clubs sinnvollen Zeitvertreib.

Wie an jeder größeren Business School gibt es Clubs für sportlich, kulturell und gesellschaftlich engagierte Studenten. Neben den typischen Sportclubs wie Swimming, Rugby oder Fußball ist auch Drama, Salsa, Climbing und Winetasting im Angebot. Eine besondere Form der Studienberatung bietet "Running with the dean": Wenn man es samstags früh nach einer der einschlägigen National Week Partys aus den Federn schafft, kann man an der Seite des Deans des Insead MBA Programms durch den Foret de Fontainebleau joggen.

Ich bin sicher, dass ich etliche Higlights des Social Life am Insead wie z.B. den Winterball und den Summerball, das halbjährliche Cabaret, die MBA-Olympiade etc. hier nicht angemessen erwähnt habe. Das Angebot ist einfach überwältigend. Doch der Schein trügt: Am Insead wird immer noch mehr gearbeitet als gefeiert. Selten habe ich so viel geschuftet wie jetzt - und selten meine Freizeit so genossen. Nur der Schlaf kommt etwas zu kurz. Aber wer immer noch nicht ausgelastet ist, kann ja nach Paris fahren.

Was bisher geschah I (Period 1 und 2)?

Als ich Ende August 2001 in Fontainebleau ankam, hatte ich mich auf eine ruhige erste Woche eingestellt: In der ich mich gemütlich in meinem neuen zu Hause für die kommenden 10 Monate einrichten, erste Kontakte knüpfen und mich auf das MBA-Programm vorbereiten konnte. Es kam dann aber alles ganz anders, was mir eigentlich schon als Vorahnung für die folgende Zeit hier dienen sollte. Die erste Woche war vollgestopft mit Einführungeskursen, erste Group Work Assignments, Outdoor Teambuilding Exercise und natürlich sämtlichen sozialen Verpflichtungen, d.h. Barbecues und Parties jedem Abend. Ich bin dann erst 10 Tage später zum Kofferauspacken gekommen.

Als dann die richtigen Kurse starteten, ging es auch gleich richtig los: das 10-monatige Programm am Insead ist in 5 Zeitabschnitte (Periods) eingeteilt. Am Ende jeder Period, also alle 2 Monate, stehen dann Klausuren an, so dass einem nicht viel Zeit zum Ausruhen bleibt. In Period 1 und 2 wird man nur in Pflichtkursen unterrichtet, in Period 3 und 4 hat man dann einen Mix aus Pflicht- und Wahlkursen und erst in Period 5 kann man ganz seinen Vorlieben in den Wahlfächern frönen.

Da von den fünf Kursen in Period 1 drei ziemlich quantitativ (Micoreconomics, Accounting und Statistics) sind und die Professoren das Niveau angezogen haben, haben wir uns nach der anfänglichen Euphorie hartarbeitend in der Bücherei wiedergefunden.

Für viele war sicherlich auch das von einem Professor mal so genannte "Harvard-Syndrom" eine Tortur: Plötzlich realisiert man, dass man nicht mehr, wie vielleicht in Schule und Uni üblich, automatisch zu den Besten gehört, sondern dass hier alle hart arbeiten. Da stellt sich dann jeder die Frage, ob man bis spät abends in der Bücherei sitzt, um zu den Besten 20% zu gehören oder ob man sich auch mit einem Platz im Mittelfeld zufrieden gibt. Ich persönlich habe mich für den Platz im guten Mittelfeld entschieden, da ich neben meinen akademischen Zielen auch noch genug Zeit haben wollte, das Studentenleben auszukosten.

Erschwerend in Period 1 ist auch die Unsicherheit bezüglich der Noten. Im Gegensatz zu vielen amerikanischen Business Schools, die ein Fail-or-Pass Verfahren haben, vergibt Insead detaillierte Noten pro Kurs, die jeweils relativ zur Leistung der Kommilitonen sind. Diese relative Notengebung hat dazu geführt, dass man umso mehr arbeitet, je mehr man die anderen arbeiten sieht, die wiederum umso mehr arbeiten.... Diese Überhitzung nimmt dann glücklicherweise gegen Ende des Programms ab, so dass ich plötzlich mit viel weniger Aufwand viel bessere Noten bekomme.

Schließlich sind die ersten Periods ziemlich stressig, da man die meiste Zeit mit der einem zugeteilten Arbeitsgruppe arbeitet. Auch wenn die Mannigfaltigkeit der Studenten hier ein Grund war, mich für Insead zu entscheiden, erschweren die unterschiedlichen kulturellen und professionellen Backgrounds doch die Zusammenarbeit. In meiner Gruppe waren neben mir: eine neuseeländische Doktorin in Agrarchemie, ein spanischer und ein französischer Ingenieur, ein US-taiwanesischer Banker und ein portugiesischer Volkswirt. Auf Gruppenarbeit wird am Insead ziemlich viel wert gelegt. Für viele Fächer wird verlangt, dass man als Gruppe Arbeiten einreicht oder Fallstudien durchspricht. Am Ende der Period 1 wird eine Analyse über die Gruppendynamik im eigenen Team benotet. Darüber hinaus werden zum Teil sogar die Klausuren als Gruppenarbeit abgehalten.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die ersten beiden Periods vom Arbeitsaufwand im Vergleich zu den Periods 3 und 4 unerwartet stressig waren. Nichtsdestotrotz habe ich lange nicht so viel gearbeitet wie vorher im Berufsleben und hatte noch genug Zeit, meine Freizeit zu genießen. Aber über das soziale Leben am Insead schreibe ich das nächste Mal!
Hallo liebe Leserinnen und Leser,

Mein Name ist Tina Schweineberg und in den folgenden Monaten möchte ich Euch hautnah über meine Erfahrungen als MBA-Studentin am Insead berichten. Mit meinen Einträgen kann ich Euch hoffentlich interessante Einblicke in das akademische und soziale Leben am Insead geben und Euch die Entscheidungen für oder gegen einen MBA und für welche Business School erleichtern. Da ich nun schon ein halbes Jahr hier studiere, werde ich von jetzt an regelmäßige Tagebucheinträge über die Ereignisse der letzten Wochen schreiben, um Euch möglichst ungefiltert ein Gefühl für die einmalige Atmosphäre hier zu geben. Darüber hinaus werde ich über generelle Themen berichten, die mich in den vergangenen Monaten am Insead beschäftigt haben, wie z.B. meine Entscheidung, nicht nach Singapur zu gehen.

Falls Ihr an bestimmten Themen interessiert seid oder weitere Fragen über Insead habt, schreibt mir eine E-Mail unter: tina.schweineberg@alumni.insead.edu.

Wer bin ich?
Nach Kindheit und Jugend in einer Kleinstadt im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) hat es mich nach dem Abitur 1995 zunächst nicht in die große weite Welt, sondern nach Reutlingen verschlagen. In dieser verschlafenen Stadt im Schwabenländle habe ich zwar die ersten Jahre meines Studiums der Internationalen BWL an der European School of Business (FH Reutlingen) genossen, wurde der Ruhe aber schnell überdrüssig, so dass ich mein Studium an der Northeastern University in Boston fortgesetzt habe. Während meines Studiums habe ich mich bei verschiedenen Firmen umgesehen, u.a. bei Wella AG, Volkswagen de México und Bain & Company. Nachdem ich die Beraterluft bei Bain dann kennen- und liebengelernt habe, bin ich dort nach meinem Abschluss im Herbst 1999 als Associate Consultant eingestiegen und habe bis zum Sommer 2001 gearbeitet. Neben Arbeiten/Studieren verbringe ich meine Zeit am liebsten mit Sport (Reiten, Ski, Fitness, Running und Inlineskaten), Literatur, Reisen und Ausgehen.

Warum habe ich mich für einen MBA entschieden?
Den Aussagen vieler Kollegen, dass ein MBA nach einem BWL-Studium Zeit- und Geldverschwendung wäre, und der in Deutschland leider immer noch vorherrschenden mangelnden Akzeptanz des MBA Abschlusses zum Trotz, habe ich mich entschieden, nochmals die Schulbank zu drücken.

Zunächst mal habe ich nach meinem Studium noch den Wunsch gehabt, in einigen Themenbereichen tiefer zu gehen. Mein FH-Studium war sehr schnell und praxisorientiert und der Austausch mit Northeastern University war nicht überschneidungsfrei, so dass ich noch Nachholbedarf in Finance und Strategy gespürt habe. Darüber hinaus habe ich nach 2 Jahren in der Beratung einen Punkt erreicht, an dem meine bisher eher research- und analyselastige Arbeit in das Managen von Projektteams und Kundenbeziehungen übergeht. Auf diese neue Rolle werde ich an der Business School durch die ständige Teamarbeit, die Managerial Behaviour Kurse und die Diskussion mit Studenten und Senior Executives (meistens Guest speakers) aus unterschiedlichen Industrien vorbereitet.

Neben den akademischen Gründen hat mich natürlich der Fun Aspekt an die Business School geführt. Meine Alternative zum MBA, eine Promotion an einer klassischen deutschen Universität, schneidet bescheiden ab verglichen mit dem pulsierenden social life einer Business School. Die Aussicht, nochmals für 1-2 Jahre dem Berufsleben zu entfliehen, im Ausland zu leben und mit Hunderten von mehr oder weniger gleichgesinnten und gleichaltrigen Leuten mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten Zeit zu verbringen, war einfach zu verlockend. Promovieren kann ich ja vielleicht später auch noch, während es für einen MBA sicherlich jetzt, solange ich noch nicht familiär an einen Ort gebunden bin, die beste Zeit ist.

Zuletzt hat mich natürlich auch der MBA-Titel und das Alumni-Netzwerk einer führenden Business School gereizt. Wenn auch in Deutschland noch nicht so etabliert, kann ein MBA die Türen zu internationalen Unternehmen öffnen und ist weltweit mehr akzeptiert als eine Promotion.

Warum Insead?
In meiner MBA-Bewerbung bin eine "high-risk strategy" gefahren, da ich mich, entgegen landläufiger Praxis von ca. 3-5 Bewerbungen, nur bei einer Business School, nämlich Insead, beworben habe. Insead war meine erste und einzige Wahl, weil es eine europäische Schule ist, weil es ein 1-Jahr Programm ist und weil mir der Schlag Leute sofort zugesagt hat.

Nach meinem Studium in Boston wollte ich nicht zwingend wieder längerfristig in den USA leben, so dass sich Insead als laut neuestem Ranking führende europäische Business School angeboten hat. Mit Einrichtungen in Frankreich und Singapur ist Insead auch internationaler als die amerikanischen Counterparts, was sich in der Zusammensetzung der Studenten- und Professorenschaft, in den behandelten Themen in den Vorlesungen und in den rekrutierenden Firmen wiederspiegelt. Da ich mich langfristig in Europa sehe, ist auch das große Alumni-Netzwerk in Europa von Vorteil.

So sehr ich mein Studentenleben in Frankreich auch genieße und schon langsam traurig werde, da die Hälfte meiner Zeit hier schon um ist, muss ich mir immer wieder bewusst machen, dass ich das 1-Jahr Programm als großen Vorteil von Insead betrachtet habe. Mit BWL-Studium und Beratungserfahrung sehe ich den Wert eines zusätzlichen Jahres aus akademischer Sicht als ziemlich gering an, zumal wir hier vermutlich nicht viel weniger, sondern komprimierter lernen als an den 2-Jahres Programmen. Aus sozialer Sicht sieht das natürlich anders aus, denn irgendwie hat man nie genug Zeit, all die interessanten Leute hier kennenzulernen. Aber besonders als Frau möchte ich nicht 2 Jahre an einer Business School verbringen, wenn ich die Zeit ebenso gut nutzen könnte, um meine Karriere anzukurbeln so lange ich noch jung bin, da ich gegebenenfalls später einmal kürzer treten werde.

Schließlich habe ich mich sofort gut mit meinen Kollegen, die am Insead studiert haben, verstanden und bin dem Schwelgen in Erinnerungen und den Versprechungen meiner Ex-Insead Freunde und Kollegen erlegen, was ich bisher in keiner Weise bereut habe.
Dieser Artikel ist erschienen am 28.03.2002