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Tim Pietruck

Einleitung
Teil 1: Pre-MBA
Teil 2: Ein typischer Tag
Teil 3 - Extracurriculare Aktivitäten
Teil 4: Kalender
Teil 5: Prüfungen
Teil 6: 1. Semester
Teil 7: 2. Semester und Summer Associate Programm
Teil 8: Auslandssemester
Teil 9: Career Concentration Course
Teil 10: Summer Associateship
Teil 11: AGSM
Teil 12: Das Ende












Einleitung

Die besten Jobs von allen

Mein Name ist Tim Pietruck, ich bin ein 26jähriger Hamburger den es seit Oktober an die Rotterdam School of Management verschlagen hat. Wie es mir ergeht und was ein MBA Studium in Rotterdam ausmacht, werdet Ihr hier über die nächsten Monate lesen können. Hier kommt jedoch auch schon Regel Nummer Eins des MBA Lebens ins Spiel: Sobald Ihr einen MBA anfangt verringert sich Eure Freizeit auf ein Minimum. Nichtsdestotrotz hoffe ich genug Zeit zu finden, alle wichtigen Aspekte des Studiums ausreichend darzustellen und potenziellen Studenten ein paar wertvolle Ratschläge zu geben. Wenn Ihr Fragen, Anmerkungen oder Vorschläge habt, schickt mir doch einfach eine e-mail an tpietruck@mba06.rsm.nl.Mein Background: Studium der internationalen Betriebswirtschaftslehre an der ?international management school? in Malente und der ?California State University? in San Bernardino bis 2002 (Abschluss: Bachelor of Science), danach Mitarbeit in einer kleinen Hamburger Unternehmensberatung im Telekommunikationssektor und zuletzt einer Unternehmensberatung im Pharmasektor auf Europäischer Ebene - wodurch ich das letzte Jahr in Genf, Schweiz verbracht habe.Teil 1: Pre-MBA?Nimm Dir bloß noch mal richtig Urlaub, bevor Du den MBA anfängst?, war der Hinweis, den ich von allen höheren Semestern bekam, zu denen ich vor Studienbeginn schon Kontakt hatte. Das war ein SEHR guter Tipp, und ich möchte ihn hiermit ausdrücklich als Regel Nummer Zwei an Euch weitergeben. Sobald die erste Vorlesung beginnt, habt Ihr so viel zu tun, dass Urlaub oder auch nur ein wirklich Freies Wochenende als echter Luxus erscheint.Das Ganze fing am 4.10. um 9:00 an, als die freiwillige sogenannte ?Refresher Week? begann. Refresher Week bedeutet hierbei 3 Stunden Vorlesung Mathematik und 3 Stunden Statistik plus Vor- und Nachbereitungszeit von je ca. 1,5 Stunden pro Tag für eine Woche. Der Schwierigkeitsgrad des Materials war eigentlich nicht besonders hoch (Mathematik ungefähr Obertstufenniveau, Statistik vergleichbar mit Grundstudium-Kursen für BWLer), jedoch hat die Notwendigkeit erst einmal wieder in einen vernünftigen Lernrhythmus zu finden in Verbindung mit der Menge des Stoffes die Refresher Woche doch recht schmerzhaft gemacht. ? Und das obwohl ich international business studiert hatte?Abends musste man sich dann entscheiden, ob man seine Sachen doch endlich mal auspackt, die Wohnung putzt (ich bin in einem Studentenwohnheim untergebracht und meine Vorgänger haben Küche und Bad nur begrenzt sauber hinterlassen ? ja, das gute alte Studentenleben ist definitiv zurück?), oder schon mal seine neuen Kommilitonen bei Bier und Poolbillard näher kennenlernt. Regel Nummer Drei: Ein grossteil des Nutzens eines MBA programs ist das Networking. Ich war also praktisch gezwungen, nachdem ich einen gewissen minimum Hygienelevel erreicht hatte, die Abende mit Socialising in der nahegelegenen Billard-Kneipe/Diner ?Concordia? zu verbringen und meine Sachen erst in meiner dritten Woche in Rotterdam einzuräumen (ein Bild hängt nach 1,5 Monaten immer noch nicht). Im Concordia findet man übrigens nur recht selten einen Holländer, da sie direkt gegenüber vom International Student House liegt und ein sehr beliebter Studententreffpunkt ist.Nach der freiwilligen Refresher week, die ich sehr empfehle, da sonst Statistik im ersten Semester schwierig werden kann, fing der Pflichtteil mit einer ?Introduction Week? am 11.10. an. In dieser Woche hatten wir tagsüber verschiedene Präsentationen über das Studieren an der RSM, das Leben in Rotterdam und Holland sowie workshops zum teambuilding etc (man wird übrigens für das erste Semester in sehr gemischte Gruppen von 6 Personen eingeteilt ? dem werde ich wohl aber noch einen ganz eigenen Tagebucheintrag widmen, da es wirklich eine Erfahrung für sich darstellt). Abends gab es dann organisierte events zusammen mit den 2nd year Students (die das Studium fast beendet haben) wie z.B. einen Bootstrip durch den Rotterdamer Hafen. Am Wochenende wurde das Ganze noch durch die RSM Olympics ? Sportturnier bei dem eine Reihe von Ball und Funsportarten gespielt werden ? abgerundet. Wie auch in der Refresher Week gab es hier viele Möglichkeiten, zu und mit den 110 anderen Studenten aus meinem Jahrgang und noch einmal so vielen aus dem zweiten Jahr zu networken. Regel Nummer Vier: trainiert Euer Namensgedächtnis. Wenn man 200 Personen in einer Woche kennen lernt ist es unmöglich, sich alle Namen zu merken (und keiner erwartet es) ? aber wenn man seinen Gesprächspartner am nächsten Tag wieder Erwarten doch noch mit Namen anreden kann, gibt es eindeutig Pluspunkte.Wenn man es nicht schon vorher getan hat sollte man spätestens jetzt ein Bankkonto eröffnet haben, sich beim Rathaus anmelden, ein Mobiltelefon haben (ich telefoniere über pe-paid, was auf die Dauer jedoch recht teuer wird) und DSL beantragt haben. Vergesst nicht: Es handelt sich um Holland und die Serviceorientierung ist nicht unbedingt sehr ausgeprägt ? d.h. es dauert mindestens 2 Wochen bis man ein Konto hat. Auch sollte man Versicherungsschutz usw. geklärt haben, damit man sich mit diesen Sachen nicht während des Studiums rumschlagen muss.Meine ersten zwei Wochen in Rotterdam waren also gekennzeichnet durch Wiederauffrischen von Mathe und Statistik sowie dem Versuch, möglichst viele Kommilitonen kennen zu lernen und sich in Rotterdam einzuleben. Das wirkliche Studium begann am 18.10. - doch dazu mehr in meinem nächsten Eintrag. Teil 2: Ein typischer TagWas Euch vermutlich brennend interessiert: Wie ist die Arbeitsbelastung eines MBA wirklich? Hierzu vorneweg Regel Fünf: Es ist alles eine Frage der Prioritäten, wie man seine Zeit einteilt ? jeder Mensch hat 24 Stunden pro Tag, es gibt da also keine unfairen Vorteile. Ich habe ja schon ein paar Hinweise in meinem letzten Eintrag ?Pre-MBA? gegeben, möchte Euch aber hier einen typischen Tag an der RSM vorstellen:
07:30 ? 8:15 Frühstück, Dusche etc
08:15 ? 9:15 Review des Materials für die Vorlesungen des Tages bzw. Zeitung lesen Regel Sechs: Seid up-to-date in Bezug auf Politik und Wirtschaft, da manche Profs gerne aktuelle Entwicklungen und Zeitungsartikel diskutieren (außerdem schadet es auch sonst nicht, informiert zu sein)
09:15 ? 9:30 Zu Fuß oder per Fahrrad zur Uni (ich wohne zum Glück nahe dran)
09:30 ? 12:30 Vorlesung 1 mit einer Kaffeepause von 10:50 ? 11:10, die i.d.R. zum Abrufen von E-Mails genutzt wird.
12:30 ? 13:30 Lunch ? wird normalerweise genutzt, um Gruppenarbeiten zu besprechen (davon gibt es viele) und sich bezüglich der Nachmittagsvorlesung auszutauschen.
13:30 ? 16:30 Vorlesung 2 mit einer Kaffeepause von 14:50 bis 15:10.
16:30 ? 17:00 Kurze Besprechung bezüglich Gruppenarbeit o.ä.
17:00 ? 18:00 Firmenpräsentationen (es kommen pro Woche 1-2 Firmen, um sich vorzustellen), Panels, Workshops oder Präsentationen zu verschiedenen Themen. Sollte mal an einem Tag ausnahmsweise nichts sein (was eher selten ist), kann man die extra 1,5 Stunden nutzen, um z.B. etwas Sport zum Ausgleich zu treiben.
18:00 ? 21:00 Nachbereitung der Vorlesungen des Tages und Vorbereitung des Nächsten. Nebenbei Abendessen.
21:00 ? 01:00 Wenn Deadlines näher rücken, wird diese Zeit im Allgemeinen für extra Einzelstudium oder weitere Gruppenarbeiten genutzt (sei es für die Uni oder für verschiedene business case competitions). Wenn die Deadlines in weiter Ferne sind, geht man Billard spielen, in einen Jazz Club, Kino (zum Glück auf Englisch) etc oder entspannt einfach nur Zuhause. In diese Zeit fällt auch das Abendessen und Bügeln, Waschen etc.
01:00 ? 07:30 Schlaf ? manchmal kriegt man auch etwas mehr als 6,5 Stunden.
An den Wochenenden kann man dann Schlaf nachholen, mal etwas länger feiern gehen oder auch Sport treiben (Samstags und Sonntags treffen sich immer Gruppen von MBA-Studenten um Basketball, Fußball oder Ultimate Frisbee zu spielen). Trotzdem bleibt dann immer noch eine ganze Menge für die Uni zu tun (z.B. wenn man in der Woche etwas vernachlässigt hat) oder Bewerbungen zu schreiben (es wird langsam Zeit, sich nach einer Summer Associate Position für nächsten Juni umzusehen). Meine Freundin ist natürlich nicht richtig begeistert, dass ich mir seit Beginn des Studiums noch keinen ganzen Tag für sie freischaufeln konnte, ist aber glücklicherweise sehr verständnisvoll. Regel Sieben: Seid Euch der vollen Unterstützung durch Euren Partner sicher.Man lernt hier definitiv, seine Aktivitäten zu priorisieren und auch das Schnell-Lesen kommt ganz von alleine. Wenn man wirklich alle Fächer in dem vom Professor gewünschten Maße vorbereiten würde, käme man schnell auf 100 Textbuch-Seiten pro Tag plus Aufgaben und das in der Vorlesung behandelte Material (im Allgemeinen 40-50 Slides Powerpoint Präsentationen). Natürlich ist es unterschiedlich, welche Fächer einem weniger oder besser liegen, aber man kann definitiv sagen, dass Statistik und Management Accounting im ersten Semester die meisten Ressourcen beanspruchen. Auch das Multitasking ist ein Muss im MBA Studium: Bügeln und Präsentationsvorbereitungen, Essen und Lernen, Zähneputzen oder telefonieren mit Freunden und gleichzeitig Internetresearch sind hierbei die gängigsten Kombinationen.Der Arbeitsaufwand wäre wohl etwas geringer, wenn man sich nicht auch noch z.B. in einem der vielen Clubs der RSM beteiligt (was dann eigentlich zwangsweise zum Vernachlässigen von anderen Aktivitäten führt). Die Extracurricularen Aktivitäten werde ich bei meinem nächsten Eintrag weiter beschreiben und an diesem Punkt möchte ich nur sagen "Ich bin mir absolut nicht sicher ob die Wahl zum Präsidenten des Consulting Clubs etwas Gutes oder Schlechtes ist".Fazit: Ich lebe noch, ich habe (positiven) Stress, und ich habe auch jede Menge Spaß. Das Programm ist anspruchsvoll aber man kann es bewältigen ohne sozial zu verkümmern und ist die Anstrengung absolut wert. Teil 3 - Extracurriculare AktivitätenWie ich ja bereits im letzten Eintrag berichtet habe, gibt es eine große Anzahl Extracurriculare Aktivitäten an der RSM. In diesem Eintrag werde ich näher erläutern, was genau es an der RSM neben dem Studium noch so gibt. Hierbei schon mal vorab Regel Acht: Das Lernen in einem MBA Programm findet nicht nur in den (Pflicht-)Vorlesungen statt, sondern insbesondere auch in den freiwilligen Zusatzaktivitäten. Diese Gliedern sich in X verschiedene Bereiche:Themenbezogene Präsentationen
Das Gute an der RSM gegenüber manchen anderen Business Schools ist, dass sie der sehr großen Erasmus Universiteit in Rotterdam angegliedert ist, die zu den weltweit besten Wirtschafts-Forschungsinstituten gehört und entsprechend hochkarätige Speaker für einzelne themenbezogene Präsentationen an die Universität kommen. Die Teilnahme an diesen Präsentationen ist natürlich auch für die RSM Studenten frei. Im Durchschnitt gibt es daher alle zwei bis drei Wochen einen zusätzlichen 1-2 Stunden Vortrag, der sich wirklich lohnt anzuhören (ist oftmals auch über das Universitätsnetzwerk möglich, so dass man nicht mal vor Ort sein muss). Diese Chancen nicht zu nutzen und sich nur auf die Pflichtvorlesungen zu beschränken, wäre ungeschickt.
Firmenpräsentationen
Insbesondere in den 3-4 Monaten vor Ende des MBA Programms kommen pro Woche ein oder zwei Firmen auf den Campus um sich vorzustellen und zu rekrutieren. Meistens stellen sich die Firmen für ca. 45 Minuten vor und geben dann noch einmal 45 Minuten Gelegenheit für Fragen, bevor dann ein informelles get-together bei einem Bier stattfindet. Besonders bei kritischeren Fragen und dem informellen Teil kriegt man dabei einen guten Einblick in die Firmenkultur und kann schon mal einen ersten (hoffentlich positiven) Eindruck hinterlassen.
Student Association
Die Student Association ist die Studentische Selbstverwaltung an der RSM. Neben den Interaktionen mit der Verwaltung bei organisatorischen Themen oder dem Curriculum (welche weiteren Workshops werden von den Studenten gewünscht, etc) und der externen Interaktion mit z.B. Sponsoren und anderen Universitäten ist die Student Association ebenfalls für die interne Koordination verantwortlich. Aufgaben sind hierbei die Kommunikation von relevanten Veränderungen an der Uni, Veranstaltung von gemeinsamen kulturellen Aktivitäten wie Museumsbesuche oder auch Kulturkreisbezogenen Feiern (z.B. South-East Asian Dinner oder eine Latin Party), Verwaltung der Clubbudgets etc.
Alle Positionen werden von der gesamten Studentenschaft gewählt, nachdem die Letters of Motivation aller Kandidaten im Intranet veröffentlicht und ggf. eine Q&A Session durchgeführt wurde.
Bei dieser Tätigkeit steht nicht so sehr klassisches Lernen als die Übernahme von Verantwortung und auch das Training von interpersonellen Fähigkeiten im Mittelpunkt. Der Arbeitsaufwand ist (insbesondere bei der Präsidenten und der Business Development Rolle) jedoch sehr hoch und liegt bei ungefähr 2 Stunden pro Tag.
Clubs:
Neben der Student Association gibt es momentan 7 Clubs (Consulting, Finance, Management, Start-Up, Sustainability, Women in Management, Speakers & Culture) an der Rotterdam School of Management. In der Regel veranstaltet jeder Club eine Reihe von interessanten Workshops und Präsentationen, die zu dem jeweiligen Club-Interesse passen und welche das Curriculum sinnvoll ergänzen. In den Clubs kann man sich aktiv als "Boardmember" (normalerweise ein President, ein bis zwei Vice-Presidents, ein Secretary) engagieren oder passiv als Teilnehmer zu den verschiedenen Veranstaltungen gehen. Die Präsidenten und Vize-Präsidenten eines jeden Clubs werden wie bei der Student Association gewählt.
Wenn Ihr möglicherweise Interesse an einer solchen Rolle habt, beachtet jedoch bitte Regel Nummer Neun: Extracurriculare Aktivitäten sollten auf Interesse am Thema begründet sein und nicht zur Lebenslaufoptimierung durchgeführt werden. Zum einen beanspruchen aktive Rollen in Clubs viel Zeit (als Präsident des Consulting Clubs verbringe ich jeden Tag 1-2 Stunden damit) und zum anderen wird die Qualität und Quantität der Clubaktivitäten von den Kommilitonen durchaus wahrgenommen und Feedback gegeben.
Insgesamt bieten Clubs neben dem Lerneffekt gute Möglichkeiten für einen Erfahrungsaustausch mit Kommilitonen mit ähnlichen Interessen und auch zum Networking mit Firmen, da viele hochwertige Guestspeaker von interessanten Firmen zu den Clubpräsentationen kommen. Ein Engagement in einem der Clubs kann ich daher absolut empfehlen.
Business Plan Competitions
Es gibt hierbei zwei Arten von Competitions - Case-based und Start-up Competitions von denen normalerweise je 3-4 pro Jahr laufen. Die fallbezogenen Wettbewerbe werden in der Regel von Unternehmensberatungen als HR-Marketing Initiative organisiert. Hierbei bekommen die Teilnehmer (meistens in Gruppen von 3-5 Personen) ein bestimmtes Problem/Szenario geschildert, für welches dann innerhalb von 3-4 Wochen ein Lösungsansatz bzw. eine Strategie erarbeitet und präsentiert werden muss. Arbeitsaufwand liegt hierbei oftmals bei 30-50 Stunden pro Person. Diese Art von Competition ist also eine signifikante Zeitinvestition, bietet jedoch eine gute Übung für analytisches Denken und die Art von Arbeit, die in Unternehmensberatungen auf einen zukommt. Wenn man erfolgreich ist, gibt es meist interessante Geldpreise (meinen nächsten Snowboardurlaub finanziere ich durch eine solche Competition) und gute Kontakte zu der jeweiligen ausrichtenden Firma. Gute Hilfestellungen hierfür gibt der Consulting Club.
Die Start-up Wettbewerbe richten sich an die zukünftigen Unternehmer unter den MBA Studenten. Sie werden meistens von Venture Capital Firmen und Banken organisiert, um Marketing zu betreiben und um gute Geschäftsideen zu generieren. Hierbei schreiben Teilnehmer einen 30-40 Seiten umfassenden Businessplan, für den sie normalerweise 3-4 Monate Zeit haben und oftmals auch einen erfahrenen Mentor an die Seite gestellt bekommen. Die Pläne sollten von so guter Qualität sein, dass man mit ihnen später wirklich eine entsprechende Firma gründen könnte (und von Banken auch die Finanzierung bekommen würde). Entsprechend muss sehr viel Zeit für Marktanalysen etc. eingeplant werden und eine Teilnahme ist insbesondere dann sinnvoll, wenn man wirklich vorhat, sich später selbständig zu machen. Hierfür sind diese Wettbewerbe eine hervorragende Übung, da man auch bei weniger guten Plänen ein umfangreiches und qualifiziertes Feedback von der Jury bekommt und man damit den Plan deutlich verbessern kann.
Sport
Neben den eher akademisch orientierten Aktivitäten und den Feiern gibt es an der RSM auch noch eine Vielzahl von Sportmöglichkeiten. Neben der langen Liste von Sportclubs (über 50 Clubs) der Erasmus Universiteit und dem Fitnessstudio (Jahresbeitrag 50?) gibt es auch noch wöchentliche Fußball-, Basketball-, und Volleyball-Spiele mit RSM Kommilitonen. Zusätzlich zu diesen wöchentlichen Spielen organisiert die Student Association jedes Jahr einen gemeinsamen Ski-/Snowboardtrip im Februar (nach dem Ende des ersten Semesters) und einen gemeinsamen Surf- und Tauch-Urlaub im Sommer. Insbesondere hervorzuheben sind die guten Wassersportmöglichkeiten. Es ist zwar nicht Hawaii, aber Surfen, Tauchen und Segeln kann man auch in Holland (besser als ich gedacht hätte).
Insgesamt bin ich wirklich begeistert von den Extracurricularen Aktivitäten an der RSM und kann ein entsprechendes Engagement nur empfehlen. Gleichzeitig muss man jedoch aufpassen, dass man sich nicht zu viel Arbeit auflädt, da das Studium ebenfalls sehr anspruchsvoll ist und man ab und an ja auch noch feiern möchte. Teil 4: KalenderDiesen Eintrag möchte ich Nutzen um Euch Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch zu wünschen (ggf. nachträglich) und einen kurzen Überblick über wichtige Deadlines bei MBA Programmen zu vermitteln.Wenn Ihr Euch überlegt, ein MBA-Studium anzufangen, beginnt Eure Arbeit eigentlich schon ein Jahr vor Programmstart. Regel Nummer Zehn: Die Zulassung zu einer der Top Unis erfordert langfristige und umfangreiche Vorbereitung. Wenn Ihr im Oktober anfangen wollt zu studieren, solltet Ihr daher davor1. im Oktober und November MBA-Fairs besuchen und alle Informationsmaterialien der Universitäten sichten. Rankings von z.B. der Jungen Karriere können hier gute Anhaltspunkte über die Qualität des Programms geben. Normalerweise ist die Richtlinie, dass man sich in den USA nur bei den Top20 und in der EU nur unter den Top10 Unis bewerben sollte, da sonst der Karrierevorteil nach dem MBA vermutlich kaum ins Gewicht fällt.2. im Dezember für den GMAT und TOEFL, der eigentlich bei allen Business Schools verlangt wird, üben. Unterschätzt den GMAT nicht, er ist nicht einfach und hat oftmals einen ziemlichen Einfluss auf die Zulassung. Mit 4 Tagen Vorbereitung war ich absolut an der untersten Grenze um 700+ Punkte zu erreichen. Normalerweise sollte man eine Woche (7 Tage) rechnen.
Zu dieser Zeit sollte man auch spätestens mit dem derzeitigen Arbeitgeber reden, dass man möglicherweise eine Veränderung plant.
3. im Januar und Februar alle Bewerbungsunterlagen zusammenstellen und abschicken. Plant genügend Zeit für die Aufsätze ein - ich habe da einige Tage dran gesessen. Mit 1-2 Wochen seid Ihr auf der sicheren Seite. Auch das Beschaffen der "Letters of Reference", die im Allgemeinen von den Schulen gefordert werden, kann leicht 2 Wochen dauern. Die meisten Deadlines der Schulen sind im April bis Mai, aber am Ende sind meist nur noch sehr wenig Plätze frei, und die Chancen angenommen zu werden sind im Februar meist deutlich besser.4. im März bis Juni auf eine Einladung zum Interview und die Zulassung hoffen. Insbesondere bei amerikanischen Programmen sollte man sofort nach Erhalt die nötigen Unterlagen an die Botschaft schicken um ein Visum zu beantragen, da dies leicht 2 Monate dauern kann.5. im Juli bis August langsam alle Versicherungen ändern, Telefon und Mietvertrag kündigen, bei der Post einen Nachsendeauftrag beantragen etc. und eine Wohnung in dem Neuen Wohnort suchen.6. im September alle Sachen zusammenpacken und noch mal 2 Wochen Urlaub machen.
Nach Möglichkeit schon vor Studienbeginn alles Einrichten etc.
Während des Studiums (an der RSM) sind die wichtigsten Daten:
1. Oktober: Studienbeginn
2. Ende November: Zwischenprüfungen des Ersten Semesters
3. Dezember und erste Januarwoche: 3 Wochen Weihnachtsferien (die ich mit Statistik lernen, Bewerbungen schreiben, und einer Woche Snowboarden verbringe)
4. Ende Januar: Abschlussprüfungen des ersten Semesters mit darauffolgender Urlaubswoche
5. Mitte März: Zwischenprüfungen des Zweiten Semesters
6. Ende April: Abschlussprüfungen des Zweiten Semesters
7. Mai: Career Concentration Kurse z.B. in Marketing, Finance oder Strategie als Vorbereitung auf das Summer Associate Programm.
8. Juni bis September: 3 Monate Summer Associate (ein hochwertiges Praktikum für MBA-Studenten, dass normalerweise auch relativ gut bezahlt ist). Wenn man im Sommer Urlaub haben möchte, muss man das Praktikum verkürzen.
9. Oktober: Beginn des letzten Semesters, möglicherweise im Ausland.
10. Dezember oder Januar (15 Monate nach Beginn des Programms): letzte Prüfungen
11. März (18 Monate nach Beginn des Programms): Offizieller Abschluss - davor habt Ihr also noch mal 1-2 Monate, Euch von den Strapazen zu erholen.

Wenn Ihr also noch nicht angefangen habt mit den Vorbereitungen aber im kommenden Herbst anfangen wollt zu studieren, dann solltet Ihr jetzt schleunigst mit den ersten beiden Schritten loslegen. Teil 5: Prüfungen
Die Klausurenwoche des Ersten Semesters ist gerade vorbei und da ich jetzt wieder deutlich weniger Lerndruck und mehr freie Zeit habe, möchte ich in diesem Eintrag beschreiben, welche Prüfungsarten an der RSM genutzt werden und Tipps zur "optimalen" Vorbereitung geben.
In jedem Kurs kriegt man Teilnoten in den Bereichen
1. Final Exam,
2. Mid-term Exam,
3. Group Exercises,
4. Class Participation.
Die Gewichtung der einzelnen Bereiche war teilweise recht unterschiedlich, jedoch machen Mid-term und Final Exam zusammen im Durchschnitt 50% - 60% aus, während Class Participation mit ungefähr 15% und die Group Exercises entsprechend mit ungefähr 25% ins Gewicht fallen.Bei den Mid-term und Final Exams gab es sehr unterschiedliche Klausurtypen. Von den üblichen In-Class Prüfungen ohne Buch über In-Class Prüfungen mit Buch und allen Unterlagen bis hin zu 24 Stunden Gruppen take-home tests (z.B. Management Accounting Mid-term, bei dem alle Studenten die Nacht durchgearbeitet haben und niemand mehr als 10 Minuten vor der deadline abgegeben hat - diese Prüfungsversion ist also nicht unbedingt "angenehmer"). Egal, ob man seine Unterlagen benutzen kann oder nicht, eine gute Vorbereitung ist unbedingt notwendig, da man trotz der 3 Stunden pro Klausur in der Regel nicht genug Zeit hat, Vieles nachzuschlagen. Am besten bereitet man jede Vorlesung gründlich vor und nach, dann ist das Lernen vor der Klausur kein Problem mehr und es reicht ggf. aus, einen Tag vorher das Material noch mal durchzugucken. Ohne kontinuierliches Lernen dürfte das Erreichen guter Noten ziemlich schwierig werden.Es gibt jedoch ein paar Vorbereitungen, die das Leben deutlich erleichtern. Regel Nummer Elf: Bildet Lerngruppen (man kann Fragen leichter klären und einen Sachverhalt jemand Anderem zu erklären ist eine sehr gute Übung) und besorgt Euch die alten Klausuren von vergangenen Jahrgängen (zwar sind die Profs nicht so faul, dass sie alte Klausuren recyceln würden - was ich in Deutschland schon gesehen habe - aber manchmal ähnelt sich der Aufbau der Aufgaben durchaus und dann kann man eventuell ein paar gute Anhaltspunkte von den Alten Klausuren bekommen).Die group exercises erfordern in allen Fächern eine praktische Anwendung des Gelernten - in Finance z.B. die Analyse eines M&A Projektes, in Management Science z.B. die Erstellung einer Logistikstrategie mit Hilfe von linear programming. In der Regel gibt es pro Fach und Semester zwei bis drei solcher Projekte, was eine gute Koordination der Gruppe sehr wichtig macht. Zu Gruppenarbeiten und -dynamiken werde ich jedoch in einem anderen Eintrag mehr schreiben.Die class participation ist wie überall recht subjektiv. Sie basiert jedoch zu einem großen Teil darauf, wie stark man sein Hintergrundwissen nutzt um Fragen zu beantworten. Referenzen zu vergangenen Erfahrungen bei der Diskussion werden sehr viel lieber gesehen als eine reine Abstrahierung und Referenz zu Modellen. In manchen Fächern werden auch 10 min Präsentationen zu verschiedenen Themen gefordert, auf die sich dann ein guter Teil der mündlichen Note stützt.Die Notenskala reicht von 1 bis 10 Punkten, wobei 5 und weniger in einem "fail" für den jeweiligen Kurs resultiert. 6 wäre "ausreichend, 7 "befriedigend", 8 "gut, 9 "sehr gut", 10 "excellent". Da die Noten aller Kursteilnehmer über die Skala normalverteilt werden, liegen 80% der Noten im Bereich 7 und 8 Punkte, 10% bei 6 und weniger, 10% bei 9 oder 10 Punkten (10 Punkte kommen jedoch fast nie vor). Insgesamt muss man einen Durchschnitt von 7 Punkten aufweisen und darf in nicht mehr als zwei Kursen durchfallen. Ausnahme von dieser Notengebung ist das Leadership Development Program, bei dem Teilnehmer entweder ein "pass" oder ein "fail" bekommen - was eigentlich nur auf ausreichender Anwesenheit und Motivation basiert.Wenn man also nicht in mehreren Fächern zu den letzten 10% gehört, ist es recht unwahrscheinlich für den gesamten MBA Kurs durchzufallen. Andererseits ist es jedoch auch sehr schwer einen sehr guten Durchschnitt zu erreichen und eine gute Vorbereitung ist in jedem Fall nötig, da die anderen Kursteilnehmer teilweise ein sehr ausgeprägtes Wissen in manchen Bereichen aus ihrem Berufsleben mitbringen und man nicht zu sehr hinter diesen herhinken möchte. Teil 6: 1. SemesterEs ist überstanden - kaum zu glauben aber wahr. Das erste Semester ist vorüber, und damit liegt das erste Drittel des MBA Programms hinter mir. Es ist schon ein seltsames Gefühl und ich hätte nicht gedacht, dass ich mittlerweile schon fast ein halbes Jahr in Rotterdam bin.Im Rückblick kann man wohl sagen, dass das erste Semester insbesondere durch die Umstellung von Arbeit zurück zum Studium geprägt war, und sich diese Umstellung in manchen Fällen doch als recht schmerzhaft erwiesen hat. Insbesondere der Verzicht auf das Einkommen und eine geräumige Wohnung ist ein Opfer. Stattdessen zahlt man Studiengebühren und wohnt auf 20m² im Studentenwohnheim.Auch muss man sich einen komplett neuen Freundeskreis in Rotterdam aufbauen und hat leider nur wenig Zeit, alte Freundschaften zu pflegen. Es war teilweise sehr amüsant diese sozialen Interaktionen und die Verhaltensweisen von Kommilitonen aus verschiedenen Kulturkreisen zu beobachten. Die Situation in einem solchen MultiKulti Umfeld beschreibt ganz gut Regel Nummer Zwölf: Stereotypen scheinen manchmal doch erstaunlich gut zuzutreffen in Verbindung mit Regel Nummer Dreizehn: Mit Freundlichkeit und Geduld überwindet man fast alle Barrieren (hierbei sind Sprache und Kultur gemeint) und Regel Nummer Vierzehn: Nach genügend Alkohol sind alle Menschen gleich. Diese Stories werde ich hier allerdings nicht aufschreiben?Was die Fächer angeht kommt es doch sehr auf den persönlichen Hintergrund an. Da ich bereits vorher ein BWL Studium abgeschlossen habe, war vieles für mich Wiederholung und ich hatte vermutlich mehr freie Zeit als Andere (was immer noch nicht viel war). Trotzdem war z.B. Statistik nicht wirklich einfach - wo mir ein Ingenieur wohl wiedersprechen würde. Trotz der teilweisen Wiederholung habe ich jedoch einiges gelernt und kann einen MBA auch BWLern empfehlen. Neben der Wiederholung von Halbvergessenem gibt es doch immer wieder ein paar neue Punkte, und die Perspektiven der anderen Studenten lassen mich ein paar "Standard"-Modelle teilweise ganz anders sehen als noch vor einem Jahr.Das Lernen selbst fiel Vielen am Anfang des Studiums noch recht schwer und auch bei mir selbst - obwohl ich nur 3 Jahre gearbeitet habe (der Durchschnitt liegt bei 6 Jahren) - hat es ein bisschen gedauert, um wieder konzentriert für Stunden Lehrbücher zu studieren. Zum Glück waren die Vorlesungen sehr praxisorientiert; durch case studies und von vielen Diskussionen und Berichten aus eigener Erfahrung geprägt. Allein schon um dies voll ausnutzen zu können gilt Regel Fünfzehn: Sammelt MINDESTENS zwei Jahre Berufserfahrung bevor Ihr einen MBA anfangt. Wenn Ihr das nicht tut, könnt Ihr manche Information vermutlich nicht richtig einordnen bzw. auf eigene Erfahrungen beziehen und lernt dadurch deutlich weniger. Auch wird der MBA gerne benutzt, um Firma, Funktion oder Industrie zu wechseln. Diese gute Möglichkeit, zu wechseln falls Ihr unzufrieden seid, solltet Ihr nicht leichtfertig aufgeben.Ich bin jetzt allerdings gespannt, was das Zweite Semester bringt. Nach einer Woche Vorlesungen scheint es erstaunlicherweise noch arbeitsintensiver als das Erste zu sein, wobei die Konzentration anscheinend auf der Anzahl von gelesenen Seiten liegt (zumindest habe ich den Eindruck von Marketing und Information Management). Ob dieser erste Eindruck trügt, werdet Ihr in den nächsten Berichten lesen können? Teil 7: 2. Semester und Summer Associate ProgrammWie schon im ersten Semester vergeht auch im Zweiten die Zeit wie im Flug. Die erste Hälfte ist schon fast geschafft und wie beim letzen Mal versprochen, hier eine kurze Beschreibung des zweiten Semesters.Wie befürchtet ist das zweite Semester in Fächern wie Marketing und Information Management wirklich mehr Textfokussiert und ich schätze, dass RSM Studenten im Durchschnitt ca. 400 Seiten pro Woche lesen (sollten). Zusätzlich bombardiert man uns in Strategy und Operations mit Extra-Gruppenarbeiten und Präsentationen. Auch waren es im ersten Semester 5 Fächer, im Zweiten sind es 6 Fächer. Andererseits ist es schon irgendwo ein gutes Gefühl so unter Strom zu stehen, und man weiß ja worauf man sich mit einem MBA einlässt (zumindest wisst Ihr es jetzt). Auch gefallen mir die Professoren in diesem Semester noch etwas besser als im Letzten. Während ich im Ersten Semester 1x Hervorragend, 3x Gut, und 1x OK verteilen würde, liegt es dieses Semester eher bei 4x Hervorragend, und 2x Gut.Neben den mehr business orientierten Fächern, konzentriert man sich im Zweiten Semester an der RSM insbesondere auf ein weiteres Thema: Praktikumsuche. Von Juni bis Ende August hat man an der RSM Vorlesungsfreie Zeit. Ich sage extra nicht "Ferien" weil man während dieser Zeit ein Pflichtpraktikum - bei MBA Programmen nennt man sich dann "Summer Associate" - absolviert. Es muss mindestens 12 Wochen dauern und am Ende muss man einen recht umfangreichen Report schreiben, der Voraussetzung für den Abschluss ist. Man sieht, das Ganze hat wirklich nicht viel mit Ferien zu tun. Bei der Praktikumsuche hat sich meiner Meinung nach bereits die positive Wirkung des MBA gezeigt. Ich habe Fünf Bewerbungen rausgeschickt (alle an Firmen, die eine Präsentation auf dem Campus gegeben haben), 3 Einladungen zu Interviews erhalten und bereits von der Ersten Firma (eine große Strategieberatung mit Fokus auf Deutschland) ein Angebot bekommen. Da die Firma für mich definitiv zur Ersten Wahl gehört und auch die Bezahlung für ein "Praktikum" doch erstaunlich gut ist, habe ich direkt unterschrieben und die anderen beiden Interviews abgesagt. Ich bin jetzt also ziemlich entspannt, was die Arbeitssuche angeht. Gute Neuigkeiten für alle, die dies lesen: Laut dem Career Management Center der RSM gibt es bei Deutschsprachigen nie Probleme ein Praktikum oder eine Festanstellung zu finden.Etwas anders sieht das Ganze bei meinen Asiatischen oder auch Amerikanischen Kommilitonen aus. Da gibt es oftmals eine gewisse Zurückhaltung seitens Europäischer Firmen, da viele den bürokratischen Aufwand eines Visumantrags scheuen. Zum Glück wird es diesen Sommer wohl ein paar Vereinfachungen in den Gesetzen geben. Wenn eine von Euren Firmen also noch auf der Suche nach einem internationalen Summer Associate ist, könnte Ihr mir gerne eine e-mail an tpietruck@mba06.rsm.nl schicken und ich leite die Nachricht dann weiter. Teil 8: AuslandssemesterIch muss mich korrigieren: Nicht nur die Praktikumsuche sondern auch das Auslandssemester ist das zweite große Thema im zweiten Semester.An der RSM kann man auf Wunsch und je nach Anzahl der Plätze das letzte Semester (von September bis Januar) an einer der ca. 40 Partneruniversitäten verbringen. Die Universitäten sind überall auf der Welt verteilt und beinhalten Namen wie Wharton, IESE, oder auch die Australian Graduate School of Management. Für eine komplette Liste, geht einfach mal auf www.rsm.nl.Bei diesem Auslandssemester sind nur die Reise und ggf. höhere Lebenshaltungskosten eine zusätzliche finanzielle Belastung. Die Studiengebühren sind dieselben wie an der RSM, egal was es normalerweise kosten würde. Jedoch hat das Auslandssemester ein paar ganz eigene Vor- und Nachteile. Positiv ist sicherlich die kulturelle Erfahrung - insbesondere wenn man noch nie in dem jeweiligen Land war. Auch ist es von Vorteil, hoffentlich Zugang zu den zusätzlichen Netzwerken der Partneruniversitäten zu bekommen. Wenn man plant, später in dem jeweiligen Land zu arbeiten, ist das Auslandssemester sehr empfehlenswert. Allein um auf dem Lebenslauf den Namen Kellogg oder Chicago stehen zu haben, würde ich jedoch nicht dazu raten. Mein Eindruck ist, dass es nur dann wirklich eine Rolle spielt, wenn man den Abschluss von der jeweiligen Uni bekommt und ein einziges Semester die Personaler meist wenig beeindruckt. Ein weiterer Nachteil könnte sein, dass man die Recruiting Events an der RSM im Herbst verpasst. Insbesondere wenn man sich auf einem anderen Kontinent befindet, gestaltet sich die spätere Jobsuche logistisch schwieriger. Wie wichtig dieser Faktor ist, hängt jedoch vom jeweiligen Profil ab und es ist oftmals möglich, sich bereits als Summer Associate eine Festanstellung zu sichern.Wenn man sich also entschieden hat, an welchen Unis man das Auslandssemester verbringen möchte, muss man sich noch bewerben. Hierzu gehört ein Motivationsschreiben (warum ins Ausland, warum gerade dort hin, etc) und ein Interview. Das Auswahlgremium entscheidet dann wer wohin geht und bezieht Faktoren wie Soziale Kompetenz, Akademische Fähigkeiten und Nutzen für die Karriere mit ein. Wie man sich wohl denken kann, sind manche Universitäten beliebter als Andere und für Berkeley haben sich gleich 6 Studenten beworben (ob das wohl an dem Standort lag?). Dementsprechend bekommt nicht jeder seine erste Wahl und ein gutes Stück "Game Theory" und "Competitive Intelligence" wie unser Strategy Prof sagen würde, gehört auch zu der Universitätswahl. Ich hatte mich für Wharton und die University of New South Wales in Sydney beworben und nachdem ich meine Bewerbung für Wharton zugunsten eines Kommilitonen zurückgezogen habe, ist es dann auch wirklich Australien geworden. Abgesehen davon, dass es ebenfalls eine hervorragende Uni ist, war ich noch nie in Australien oder Asien und ich glaube, eine bessere Gelegenheit bietet sich mir kaum mehr.Ich freue mich schon sehr auf die 4-5 Monate down under, werde jedoch mit Sicherheit meine Freundin und auch meine Kommilitonen in Rotterdam vermissen. Schon erstaunlich, was ein halbes Jahr gemeinsamer Dauerstress bewirkt.Teil 9: Career Concentration CourseFrühling? in Rotterdam? nicht unbedingt was man sich erhofft. Es ist oftmals immer noch recht kühl und regnerisch und nur ab und an lässt sich die Sonne blicken. Allerdings war es anscheinend auch in Deutschland nicht unbedingt ein wundervoller April und Mai und es lernt sich doch einfacher, wenn es regnet und man nicht im Park Rugby (was mir ein paar irische und kanadische Kommilitonen beigebracht haben) spielen möchte.Das zweite Semester ist mittlerweile auch vorbei und ich bin mitten in einem "Career Concentration Course". Was man darunter verstehen kann: Drei Wochen, in denen nur ein einziges Fach unterrichtet wird; das dann jedoch von morgens bis abends, so dass man teilweise schon davon träumt und eine perfekte Vorbereitung auf das jeweilige Praktikum im Sommer hat. Hierbei konnte man zwischen Finance, Marketing, Information Management, und Strategy wählen, wobei ich mich aufgrund meiner Summer Associate Position bei Roland Berger für "Advanced Strategy" entschieden habe.Der Professor ist ein Kanadier und Grateful-Dead-Fan, ansonsten aber super :-) . Mal ganz im ernst: Er ist wirklich gut und verbindet den üblichen Strategy Stoff auf sehr interessante Art mit Themen aus dem Bereich international business. Vornehmlich China hat es ihm angetan - vermutlich weil er seit ein paar Jahren auch dort unterrichtet - dabei vertritt er oftmals jedoch eine sehr kritische Meinung in Bezug auf Marktpotenziale für ausländische Firmen in China. In diesen Vorlesungen ist ebenfalls mal wieder insbesondere der Input der Studenten gefragt, um die Sichtweisen und Erfahrungen in verschiedenen Kulturkreisen in Bezug auf z.B. verschiedene Markteintrittstrategien zu erfahren. Hierbei gab es doch einige interessante Unterschiede - die Auffassungen, was "gute" Corporate Governance ist, waren in Indien, den USA und Italien doch ziemlich verschieden - und die Diskussion hat mir mal wieder verdeutlicht, dass man sehr vorsichtig sein muss, Geschäfte in mehr oder minder unbekannten Kulturen zu tätigen.Auch in diesem Kurs ist man wieder in Lerngruppen eingeteilt (diesmal jedoch nur vier Personen pro Gruppe) und auch diesmal habe ich wieder sehr viel Glück mit meinen teammates - sehr intelligent, und auch privat verstehen wir uns hervorragend. Trotz der Arbeitsteilung in unserer Gruppe ist die Arbeitsbelastung jedoch auch wieder ungefähr so hoch wie im zweiten Semester (neben den Vorlesungen noch ca 2-3 Stunden individuelle Vorbereitung und 1-2 Stunden Gruppenarbeit pro Tag), und so langsam sehne ich mich nach der Woche Urlaub, die ich zwischen Ende des Kurses und Anfang des Summer Associateship habe. Es sind jetzt fast 8 Monate Studium rum und ich bin wirklich kaputt. Naja, "no pain, no gain" - ich glaube, dieser Extra-Vorbereitungskurs wird mir bei der Unternehmensberatung doch sehr helfen.Ansonsten habe ich mittlerweile meine Kurse für Sydney gewählt und warte jetzt auf die Unterlagen, um ein Visum zu beantragen. Nebenbei packe ich auch so langsam die Koffer, da sich meine Zeit in Rotterdam doch rapide dem Ende zuneigt. Es ist schon schade, dass die Tage mit meinen neugefundenen Freunden an der RSM gezählt sind, aber wir haben schon ein paar Planungen uns im Sommer z.B. in London zu treffen und über Sylvester evtl in Goa, Indien. Erstaunlich viele RSMler planen, über Weihnachten und Neujahr in Asien zu sein und ich bin wirklich gespannt, ob das klappt. Aber bevor es so weit ist, habe ich sowieso noch ein Praktikum und ein Semester in Australien zu absolvieren? Teil 10: Summer AssociateshipSommer, Sonne, Strand ? Schön wär's. Für MBA Studenten gelten diese Assoziationen nicht. Für uns heißt es eher Sommer, Schlafentzug, Spreadsheet. In allen MBA-Programmen, die eine Dauer von mehr als 12 Monaten haben, ist im Sommer ein so genanntes "Summer Associateship" eingeplant. Das ist ein in der Regel ein 10-12 wöchiges "Nobelpraktikum" für MBA Studenten, das sich dann aber Associateship und nicht Praktikum nennt. Ich denke, die Unterscheidung ist aber auch OK, da man davon ausgehen kann, dass der typische MBA Student deutlich mehr Wert schaffen kann als ein "normaler" Praktikant. Entsprechend ist auch die Bezahlung für MBA Studenten deutlich höher, variiert jedoch mit Firma und Branche. Bei Start-up Firmen, für die man einen Businessplan schreibt, gibt es ggf. 0? pro Monat, während manche Investmentbanken oder Unternehmensberatungen bis zu 8000? pro Monat zahlen.Hierbei jedoch Regel Sechzehn: Das Summer Associateship sollte nach Entwicklungsperspektiven ausgewählt werden und nicht nach Entlohnung. Was bringt es für drei Monate gut zu verdienen, aber etwas gemacht zu haben, was nicht zur weiteren Karriereplanung passt und dadurch auf lange Sicht weniger Geld zu verdienen? Insbesondere da das Summer Associateship der ideale Einstieg in eine Firma ist, sollte man versuchen bei seinem Wunsch-Vollzeit-Arbeitgeber eine Anstellung für den Sommer zu bekommen, gute Arbeit zu leisten und dann hoffentlich schon ein Angebot für eine Festanstellung zu bekommen. Das ist natürlich etwas problematisch, wenn man immer noch nicht weiß, was genau man nach dem MBA machen möchte.Ihr solltet Euch das also schon über Weihnachten überlegen, da insbesondere Januar-März viele Stellen vergeben werden. Zumindest die meisten großen Industrieunternehmen und Unternehmensberatungen haben ihre recruiting timelines für den Sommer in diesen Monaten. Investmentbanking plant noch deutlich länger im Voraus - hier solltet Ihr Euch vermutlich schon im Oktober und November (ja, ich weiß - dann habt Ihr Euren MBA gerade erst angefangen) bewerben. Insbesondere kleinere Firmen und teilweise auch bei den größeren ergeben sich jedoch auch noch mal eine ganze Reihe Möglichkeiten kurz vor dem geplanten Starttermin. Ihr müsst also nicht verzweifeln, wenn Ihr Ende März noch nichts für den Juni habt. Zum Beispiel hatte die European Space Agency erst Mitte Mai ein extrem interessantes Projekt zur Definition der Kommerzialisierungs-Strategie für ein paar ihrer Technologien ausgeschrieben. Eine andere Möglichkeit ist auch noch ein unabhängiges Research Projekt (selbst-definiertes Forschungsprojekt mit einem ca. 120seitigen, sehr anspruchsvollen Abschlussbericht) durchzuführen oder einen Businessplan für die eigene Unternehmensgründung zu schreiben.Diese Alternativen bedeuten allerdings, dass man weder Geld einnimmt noch Kontakte zu einem Potenziellen Arbeitgeber aufbaut. In meinem Jahrgang arbeiten vermutlich 30% bei Unternehmensberatungen oder Investmentbanken, 30% bei großen Industrieunternehmen, 30% bei kleinen bis mittelgroßen Firmen und Start-up's und 10% in Familienunternehmen oder ihrer eigenen Firma bzw schreiben ein Researchpaper. Wie schon gesagt, mich hat es in eine der großen Unternehmensberatungen verschlagen und hier ist es absolut nichts mit Sonne und Strand. Das gilt aber nicht nur für diese Firma, sondern für alle der großen Firmen, wobei Beratung und Investmentbanking insbesondere in Deutschland wohl besonders intensiv ist.80 Stunden pro Woche und ab und an auch Wochenendarbeit sind bei mir Durchschnitt. Jedoch werde ich weitgehend als vollwertiger Berater behandelt und die Projekte sind äußerst interessant. Durch diese 3-monatige Mitarbeit bietet sich mir also die perfekte Gelegenheit zu testen, ob ich das auch in der Zukunft machen möchte. Unternehmensberatung hat weiterhin den angenehmen Nebeneffekt, dass ich im Rahmen der Projekte noch eine Reihe von zusätzlichen Firmen kennen lerne und auch hierhin ggf. Kontakte aufbauen kann. Selbst wenn ich nicht für die Unternehmensberatung Vollzeit arbeiten möchte, habe ich hier also gute Gelegenheiten ein Netzwerk aufzubauen. In meinem Fall ist das vermutlich auch gut so, da mir Lifestyle aber insbesondere auch Firmenkultur in diesem Bereich (was ich gehört habe, ist das für alle der Top-Beratungen in Deutschland ähnlich - ich beziehe mich hier also nicht auf eine einzelne Firma) absolut nicht zusagt. Insgesamt ist das Summer Associateship also eine großartige Sache - interessante Arbeit, zusätzliche Informationen was man (nicht) machen möchte und ggf. eine gute Basis für Vollzeitbewerbungen. Nach Beendigung des Associateships geht es dann im Oktober nach Sydney, Australien um dort als Austauschstudent meine Studien zu beenden. Teil 11: AGSMAGSM ist die Abkürzung für Australian Graduate School of Management - die Partneruniversität in Sydney, Australien, an der ich mein letztes Semester von Oktober bis Dezember verbringe. Je nachdem wen man fragt, ist die AGSM angeblich die führende Business School im Asiatischen Raum. In allen Fällen genießt sie jedoch eine gute Reputation. Was ebenfalls sicher ist: Der Lifestyle in Sydney ist kaum zu schlagen, die Australier sind sehr freundlich und hilfsbereit, und es ist deutlich angenehmer in Sydney den Australischen Sommer zu verbringen als in Rotterdam den Europäischen Winter. Weiterhin gibt es ein paar interessante Spezialfächer an der AGSM (z.B. Venture Capital Finance oder Management of Biotechnology) und auch wenn ich glaube, dass die Studienqualität an der RSM noch ein bisschen besser ist, kann man auch an der AGSM eine Menge lernen.Es studieren ca. 70 Studenten an der AGSM, es gibt jedoch keine Unterteilung in zwei verschiedene Gruppen wie an der RSM. Daher sind die Gruppengrößen also sehr ähnlich und die Interaktivität ist auch hier sehr gut. Die Auswahl der Fächer lässt für mich ein wenig zu wünschen übrig - in Rotterdam hat man eine deutlich bessere Auswahl - aber am Ende hatte ich ein ganz gutes Curriculum wobei Management of Biotech und VC Finance mit Sicherheit die besten Kurse waren und Industry Economics, Business Process Management und Strategic HR eher zweitrangig. Wie auch in Rotterdam ist die Unterrichtstruktur der AGSM fokussiert auf Case-Studies, Gruppenarbeit und Beispiele aus der eigenen Erfahrung. Die Studenten sind im Durchschnitt 29 Jahre alt und ca. ein Drittel sind Australier. Erstaunlicherweise waren wir insgesamt 7 Deutsche - 10% des Kurses. An beruflichen Hintergründen findet man auch in Australien die übliche Bunte Mischung, wobei ich den Eindruck hatte, dass insbesondere Finance stark vertreten war.Die Arbeitsbelastung an der AGSM ist geringer als an der RSM (trotz einem sogenannten "overload" an Kursen, die ich belege) und man hat genug Zeit etwas von Australien kennen und surfen zu lernen. Australien ist wirklich großartig und ich kann nur empfehlen ein paar Monate hier zu verbringen (z.B. als Urlaub vor dem MBA). Das Australienfieber hat mich sogar so weit gepackt, dass ich mich auch hier für eine Vollzeit-Anstellung bewerbe. Es ist fraglich ob es eine Sache für immer ist, aber 3-5 Jahre würde ich hier gerne leben. Ansonsten war dieser Aufenthalt nicht so gut für Bewerbungen. Wenn man am anderen Ende der Welt sitzt, ist man für viele Firmen weniger interessant und in 3 Fällen wurde meine Bewerbung nicht weiterverfolgt, weil die Firmen lieber "lokale" Bewerber berücksichtigen wollten.Zum Glück gibt es noch eine Reihe Firmen, die Telefoninterviews und Videokonferenzen in der Ersten und Zweiten Runde durchführen und Bewerber dann entweder einfliegen oder warten, bis sie eh wieder in Europa sind. Das ist bei mir momentan der Fall und ich bin guter Dinge, eine interessante Position annehmen zu können. Auch habe ich noch über zwei Monate Zeit, bis mein Studentendasein zu Ende ist und daher bleibt noch genug Gelegenheit mit meiner Freundin durch Australien zu reisen und Bewerbungen zu schreiben, wenn ich wieder in Deutschland bin - sollte sich bis dahin nicht bereits etwas über das Career Management Center der RSM oder AGSM ergeben haben.Als Fazit für das Auslandssemester Regel Siebzehn: Das Auslandssemester bringt einem in jedem Fall interessante neue Erfahrung, die Uni sollte jedoch nach beruflichen Plänen gewählt werden. Dieses Semester hat mir definitiv ermöglicht, viel vom Leben down-under mitzubekommen, viele interessante und nette Leute kennen zu lernen und ist es auch sehr gut, um für den lokalen Arbeitsmarkt interessant zu werden (was wohl auch für Auslandssemester an einer beliebigen anderen Uni gilt und daher ein bisschen Planung bei der Auswahl erfordert). Andererseits vermisst man die Aktivitäten an der "eigenen" Uni und die Kontakte zu den Kommilitonen können auch nicht weiter vertieft werden. Ob es das wert ist, kommt auf die jeweilige Situation an, und hierbei kann ich Euch nur raten Pro und Con sorgfältig abzuwägen. Teil 12: Das EndeDas Ende meines MBA Programms und damit auch dieser Berichte ist in greifbare Nähre gerückt. Ich muss nur noch die Ergebnisse meiner letzten Prüfungen abwarten, die kurz vor Weihnachten stattfanden und wenn alles glatt gegangen ist (wovon ich stark ausgehe) bekomme ich Anfang März den Titel "Master of Business Administration" verliehen. Ich fühle mich zwar absolut nicht wie ein "Meister", aber denke, dass die letzten 15 Monate sehr gut investiert waren.In dieser Zeit habe ich viele gute Freunde gewonnen und Zugang zu einem starken Netzwerk erhalten. Ich bin mir sicher, dass nicht nur meine jetzigen Kommilitonen sondern auch die Alumni und auch die Professoren in Zukunft verlässliche und wertvolle Kontakte sind. Weiterhin habe ich mein akademisches Managementwissen auf den neusten Stand gebracht (auch wenn ein Nicht-BWLer wohl mehr aus dem MBA gezogen hätte) und eine Reihe interessanter praktischer Beispiele mitbekommen. Der Unterricht besteht nicht nur aus den Vorlesungen der erstklassigen Fakultät und Gastsprechern sondern auch aus lebhaften Gruppendiskussionen mit Erfahrungsaustausch der verschiedenen Kursteilnehmer. Letztendlich habe ich auch meine interpersonellen Fertigkeiten (insbesondere im internationalen Kontext) gestärkt. Ich kann mir keine internationalere Gruppe von Personen vorstellen als an der RSM, und die enge Zusammenarbeit bei den Gruppenarbeiten hat mir sehr gute Einblicke in die Denkweise verschiedener Personen und Kulturen gegeben, die mir in Zukunft mit Sicherheit noch von Vorteil sein wird.Man kann natürlich argumentieren, dass man on-the-job auch viel gelernt hätte und auch dort ggf. internationale Zusammenarbeiten gehabt hätte. Trotzdem bin ich überzeugt, dass der Lerneffekt bei einem MBA deutlich höher ist - allein schon durch die Lernmotivation aller Kursteilnehmer, die einen weiter antreibt. Auch ist der Wechsel des Umfelds von Arbeit zu Studium und nach dem MBA wieder zur Arbeit selbst auch sehr positiv. Man fängt zweimal etwas "Neues" an und zumindest bei mir ist das jedes mal mit einer gewissen Euphorie und damit auch Motivation verbunden. Am Ende gilt immer "Man bekommt so viel raus, wie man bereit ist einzubringen".Auch war das MBA Programm eine exzellente Gelegenheit um seinen Karriereweg zu überdenken. Es ist einfach, eine Veränderung der Industrie und/oder der eigenen Funktion herbeizuführen und insbesondere für Studenten mit mehr Unternehmergeist ist der MBA eine einmalige Gelegenheit, die Gründung der eigenen Firma vorzubereiten. Wenn Ihr also mit dem Gedanken spielt, eine eigene Firma zu gründen: Überlegt Euch zwei oder drei Geschäftsmodelle, studiert an der RSM und während des gesamten Programms, wendet das gelernte auf Eure Geschäftsideen an. Wenn Ihr z.B. als Assignment das Schreiben eines Marketing Plans habt oder eine Industrie analysieren sollt, könnt Ihr damit schon die Hälfte Eures Businessplans im Rahmen des MBA Programms entwickeln und außerdem umsonst Ratschläge und Feedback von den anderen Studenten und Professoren bekommen. Der MBA ist also großartig für alle, die Ihren Karriereweg ändern wollten oder eine eigene Firma gründen wollen. Aber auch für Personen, die einfach nur ihr Gehalt und Karriereaussichten verbessern wollen ist ein MBA (zumindest wenn man an einer der guten Business Schools war) ratsam, da Gehaltsverbesserungen von 50%-100% durchaus vorkommen.Jetzt bleibt für mich also als einzige Aufgabe, einen interessanten Job zu finden oder eine eigene Firma aufzubauen. Ich habe ein paar Bewerbungen laufen und bei zwei oder drei sieht es auch ziemlich gut aus, aber es ist noch nichts unterschrieben und es kann immer noch ganz anders als erwartet kommen. Ich bin gespannt was die Zukunft bringt, und (zum großen Teil wegen des MBA an der Rotterdam School of Management) sehr optimistisch.Liebe Leser, vielleicht trifft man sich ja bei meinem nächsten Job oder bei einem RSM Alumni Treffen. Dies war allerdings das vermutlich letzte Mal, dass Ihr an dieser Stelle von mir hört. Ich hoffe, meine Berichte und Ratschläge waren für Euch von Nutzen und dass ich Euch vom Wert eines MBA's und der Qualität der Rotterdam School of Management überzeugen konnte. Solltet Ihr doch noch Fragen oder auch Geschäftsideen und Jobangebote haben, könnt Ihr mir (wie einige Leser bereits getan haben) eine E-Mail an tpietruck@mba06.rsm.nl schicken.Hasta La Vista, Frohe Weihnachten und Guten Rutsch
Tim
Dieser Artikel ist erschienen am 06.12.2004