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Teure Anwälte

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Grünes Licht für eine gesonderte Anwaltsausbildung hat jetzt erstmals die Justizministerkonferenz der Länder signalisiert, nachdem der Gesetzgeber jahrzehntelang krampfhaft an der Einheitsausbildung des Juristennachwuchses zum Richter-, Staats- oder Rechtsanwaltsberuf festgehalten hatte.
Grünes Licht für eine gesonderte Anwaltsausbildung hat jetzt erstmals die Justizministerkonferenz der Länder signalisiert, nachdem der Gesetzgeber jahrzehntelang krampfhaft an der Einheitsausbildung des Juristennachwuchses zum Richter-, Staats- oder Rechtsanwaltsberuf festgehalten hatte. Ein Ausschuss soll bis 2008 ein entsprechendes Modell entwickeln. Immerhin arbeiten rund 80 Prozent der Jura-Absolventen in Kanzleien; viele seien durch die bisherige Ausbildung nur unzureichend auf den Job vorbereitet, kritisiert Hartmut Kilger vom Deutschen Anwaltverein.Doch das ist nicht der Hauptgrund für die Reformpläne der Länder: Die Juristenausbildung mit dem zweijährigen Referendariat ist schlichtweg zu teuer geworden, eine Verlagerung der Kosten auf die Anwaltschaft käme den Ländern sehr gelegen. Rund 500 Millionen Euro verschwende die öffentliche Hand jährlich für die Ausbildung von 10.000 Referendaren, von denen nur rund vier Prozent in den Richterdienst aufgenommen werden, rechnet der Anwaltverein vor.

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Dieser Artikel ist erschienen am 21.12.2005