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Telefonieren

Durch ungeschicktes oder unhöfliches Verhalten am Telefon kann man sich in Nullkommanichts ins Reich uferloser Fettnäpfe katapultieren. Dafür reicht oft eine einzige telefonische Begegnung schon aus. Es ist daher äußerst ratsam, ein paar Dinge möglichst zu vermeiden, die ganz allgemein als schlechtes Benehmen gelten.
Durch ungeschicktes oder unhöfliches Verhalten am Telefon kann man sich in Nullkommanichts ins Reich uferloser Fettnäpfe katapultieren. Dafür reicht oft eine einzige telefonische Begegnung schon aus. Es ist daher äußerst ratsam, ein paar Dinge möglichst zu vermeiden, die ganz allgemein als schlechtes Benehmen gelten:
  • Sich nicht mit Namen melden, wenn man angerufen wird. Jemand, der eine andere Person telefonisch erreichen will, möchte sofort wissen, mit wem er spricht. Schon um sicher zu sein, dass er sich nicht verwählt hat oder seine Angelegenheit dem Falschen erzählt. Deshalb gelten zumindest in Deutschland Leute, die Anrufe grundsätzlich mit "Hallo" entgegennehmen, als unhöflich. Sie müssen ja nicht gleich das ganze lange "Gutentaghierfirmaschulzemeinnameistschmitzwaskannichfürsietun?" runterbeten, das einem die Lehrer in den Telefon-Seminaren beibringen. Aber wenn Sie Ihre Firma und Ihren Namen nennen, gibt es dafür allein schon Pluspunkte. Und wenn Sie das so tun, dass der Anrufer Sie auch versteht, noch mehr.


  • Sich nicht mit Namen melden, wenn man anruft. Anrufer, die sich auf ein knappes "Verbinden Sie mich bitte mit Dr. Müller" beschränken, landen unter Assistenten und Sekretärinnen in Unbeliebtheitswettbewerben regelmäßig auf den vorderen Plätzen. Die werden nämlich dadurch immer so deutlich daran erinnert, wie unwichtig sie doch sind. Kein schönes Gefühl. Deshalb ist es das Mindeste, in solchen Situationen seinen Namen zu nennen und vielleicht sogar zwei Sätzchen mit dem Mitarbeiter zu wechseln, ehe man sich durchstellen lässt. Wenn schon nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit, dann wenigstens aus strategischen Gründen: Feinde im Vorzimmer kann sich kaum jemand leisten.


  • Tuscheln hinter zugehaltenem Hörer. Ganz egal, wie gut Sie die Muschel zuhalten - der Anrufer kriegt immer irgendetwas von dem mit, was Sie sagen. Soll er aber wahrscheinlich nicht, sonst würden Sie die Muschel ja nicht zuhalten. Wesentlicher cleverer ist es deshalb, die "Halte"-Funktion zu verwenden, die heutzutage jedes moderne Bürotelefon bietet. Vorausgesetzt, Sie wissen, wie man sie richtig aktiviert, denn wenn Sie das nicht wissen, könnte es unangenehm für Sie werden (siehe oben, richtig auflegen). In dem Fall rufen Sie lieber zurück. Und werfen am besten möglichst schnell mal einen Blick in die Gebrauchsanweisung Ihres Telefons.


  • Den Anrufer in der Leitung hängen lassen. Denn das steht ganz oben auf der Hitliste der Verhaltensweisen, mit denen man sich bei Anrufern am schnellsten unbeliebt macht. Ausnahmslos jeder Mensch hasst es, endlos in Warteschleifen festzuhängen oder kommentarlos immer wieder an eine Durchwahl verbunden zu werden, unter der sich ganz offensichtlich keiner meldet. Das kann Ihnen natürlich völlig egal sein - Hauptsache, Sie sind einen lästigen Anrufer los. Langfristig gesehen ist es für Ihr Image allerdings um einiges besser, wenn Sie Anrufern vernünftig weiterhelfen, anstatt sie so lange in der Leitung hängen zu lassen, bis sie irgendwann von alleine Ihren Chef erwischen. Und die Gelegenheit gleich nutzen, um sich über Sie zu beschweren.


  • Spontane Wutanrufe. "Ich hab' gerade Ihren unverschämten Brief reinbekommen - sagen Sie mal, was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht?" Solche Aktionen empfindet so mancher als ungeheuer entspannend, weil er dabei so schön Dampf ablassen und dem anderen mal so richtig die Meinung sagen kann. Dummerweise zerschlägt er dabei aber erfahrungsgemäß auch oft viel Porzellan und womöglich die Beziehung gleich mit, weil er höchstwahrscheinlich ein paar Dinge sagt, die er hinterher bereut. Und die er auch bestimmt nicht gesagt hätte, wenn er sich mit dem Anruf Zeit gelassen hätte, bis die erste Wut verraucht ist.


  • Nicht kommentarlos weiterverbinden. "Was soll ich dem groß erzählen, wenn er sowieso Dr. Müller sprechen will?" ist natürlich eine gerechtfertigte Frage. Solche Energiesparer-Überlegungen sind aber noch lange kein Grund dafür, den Anrufer ohne jeden weiteren Kommentar weiterzudrücken. So anstrengend und Zeit raubend sind kleine Kommentare wie "einen Augenblick bitte" oder "Ich stell' Sie durch" nun auch wieder nicht. Das sind zwar "nur" Höflichkeitsfloskeln - aber auf sie zu verzichten, ist ziemlich unhöflich.


  • Bloßstellungen vermeiden. "Dr. Müller? Der ist seit über zwei Stunden zu Tisch!" oder "Keine Ahnung, wo der wieder steckt, ich habe ihn den ganzen Vormittag noch nicht gesehen". So rächt man sich an ungeliebten Kollegen und Vorgesetzten. Wer das regelmäßig tut, hinterlässt allerdings auf die Dauer selber keinen guten Eindruck.




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    Dieser Artikel ist erschienen am 17.05.2004