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Teilzeit macht krank

Von wegen Halbtagsjob gleich halbe Arbeit - das Gegenteil ist richtig: Teilzeitbeschäftigte sind stärker als ihre voll berufstätigen Kollegen gefährdet, am Burnout-Syndrom zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Institut für Psychologie der Universität Graz mit Research Team, einem österreichischen Institut für Arbeits- und Organisationspsychologie, unter gut 3.000 Beschäftigten durchgeführt hat. Grund für die schnellere Erschöpfung von Teilzeitbeschäftigten sind neben der häufigen Mehrfachbelastung durch Teilzeitjob, Familie und Haushalt fehlende Aufstiegsmöglichkeiten. "Entscheidend ist die Angst, aus der Karriere- und Weiterbildungsschiene ausgeklammert zu werden", erklärt Paul Jiménez vom Research Team und Leiter der Studie. Es sei deshalb wichtig, dass Unternehmen ihre Teilzeitbeschäftigten bei Schulungen berücksichtigten und ihnen anspruchsvolle Aufgaben zuteilten. "Das sind entscheidende Faktoren für die Motivation im Arbeitsleben", so Jiménez. Unterblieben diese Anreize, schnitten sich Unternehmen damit ins eigene Fleisch: "Unzufriedene Mitarbeiter sind unproduktive Mitarbeiter, weil sie innerlich kündigen."
Dieser Artikel ist erschienen am 06.12.2004