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Techno-Mitarbeiter

Claudia Obmann
Einzelbüro war gestern. Die mobilen Fachkräfte der Zukunft mieten sich nur noch bei Bedarf in superflexible Brain-Center ein.
Einzelbüro war gestern. Die mobilen Fachkräfte der Zukunft mieten sich nur noch bei Bedarf in superflexible Brain-Center ein. Die Buchung übernimmt ein schlaues Stück Software: Es checkt selbstständig die Raumbelegungspläne, organisiert eine Denkerzelle für einige Stunden oder eine virtuelle Welt für einen Tag und lädt weitere Teilnehmer zum Meeting. Sobald der Büro-Nomade einen Einzelraum im Brain-Center betritt, kommt das Gebäudemanagementsystem auf Touren: Raumtemperatur, Sitz- und Schreibtischhöhe oder verfügbare Programme werden den eigenen gespeicherten Vorlieben angepasst - vollautomatisch, versteht sich.Zweiklassen-Arbeitswelt

Die besten Jobs von allen

Zukünftig kommt die so genannte Roomware zum Einsatz: Chip-bestückte Tische mit integriertem Flachbildschirm oder elektronische Wandtafeln mit Internet-Anschluss. "Das ermöglicht die Kooperation mit Kollegen an jedem und von jedem Ort der Welt", erklärt Norbert Streitz, Arbeitsplatz-Entwickler am Fraunhofer Institut in Darmstadt. Seine Idee: Was der Kollege in China gerade notiert, ist zum gleichen Zeitpunkt für alle Teammitglieder auf ihrem jeweiligen Display zu sehen, ob unterwegs am Handgelenk oder aber auf der elektronischen Tapete zu Hause. Der Manager von morgen trägt ein Mini-Netzwerk mit sich, denn die Kleidung wird zunehmend intelligent. "Im Gürtel steckt ein superleistungsfähiger Computerzwerg, der seinem Herrn aufs Wort gehorcht und gewünschte Daten in die Designer-Brille einspiegelt", weiß Samuel Marcius, Technischer Leiter beim Böblinger Body-PC-Bauer Xybernaut. Telefonsysteme sind in die Krawatte eingewebt, das Mikro steckt im Kragenknopf, gewählt wird auf Zuruf, und der Kopfhörer sitzt am Brillenbügel oder versteckt sich im Ohrschmuck. Handy ade.Datentausch per HandschlagUnd noch ein Statussymbol verschwindet: Visitenkarten aus Papier sind im Jahr 2015 mega-out. Wer einem anderen Menschen die Hand schüttelt, tauscht automatisch die wichtigsten Informationen aus, von der E-Mail-Adresse bis zur universellen Handy-Nummer - denn Festnetz-Telefone gibtŽs nicht mehr.
Dieser Artikel ist erschienen am 20.05.2003