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Technikvorstand Requard: Der Wildwasser-Liebhaber

Von Thomas Knüwer
Technikvorstand ? das klingt nach einem in sich gekehrten, in der Welt der Hochtechnologie schwebenden älteren Herrn mit wenig Haaren und starker Brille. Auf den neuen Technikvorstand von Siemens, Hermann Requardt, passt diese Beschreibung hingegen nicht.
DÜSSELDORF. Genau das aber tut Hermann Requardt, der ab 1. Oktober als Technikvorstand bei Siemens zeichnet. Seit Anfang 2001 war er Mitglied des Bereichsvorstands Medizintechnik bei den Münchenern. Damals beerbte er den heutigen Siemens-Lenker Klaus Kleinfeld, der damals als Chief Operating Officer zur US-Tochter wechselte.Der Physiker und Philosoph Requardt tritt die Nachfolge des Physikers und Mathematikers Claus Weyrich an. Der 62-Jährige habe seinen im Herbst auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollen, hieß es. Er war seit 1996 im Siemens-Vorstand tätig. Im Gegensatz zu Requardt kam er allerdings nicht aus dem Medizin-Bereich, sondern aus der Materialforschung. Im Feldafinger Kreis versuchte er, mit Top-Managern anderer Unternehmen die Internet-Forschung in Deutschland voranzutreiben.

Die besten Jobs von allen

Sein Nachfolger ist seit 1984 im Medizintechnik-Bereich des Konzerns tätig. Über mehrere Führungspositionen in der Abteilung für Magnetresonanz-Geräte, einer speziellen Röntgen-Technik, wurde er 1994 deren Leiter.Bevor er zu Siemens kam, studierte der gebürtige Niedersachse, der in Hessen sein Abitur machte, Physik an der Technischen Universität Darmstadt. 1979 absolvierte er sein Examen, nicht nur in Physik, sondern auch in Philosophie. Seinen Doktor in Biophysik erwarb Requardt 1984 in Frankfurt. Er hält 13 Patente im Bereich Spulentechnik.Die ersten Berufserfahrungen sammelte der 51-Jährige bei einem Raumlabor-Projekt der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) in Köln. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.03.2006