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Talent-Wettbewerb ?Design am Rhein?

Protokolle: Alma Maggiore
Die Sieger des Talent-Wettbewerbs ?Design am Rhein? von karriere und Igedo Company stehen fest: Die Nachwuchs-Designerinnen Andrea Klüsener, Nadine Möllenkamp, Anna Eindorf und Maxie Rosenkranz wurden auf der internationalen Modemesse CPD in Düsseldorf für ihre hervorragenden Kollektionen ausgezeichnet.
Acht Nachwuchs-Designer hatten sich für das spannende Finale mit großer Modenschau qualifiziert. Im Anschluss an die Schau gab die prominent besetzte Jury mit Bruce Darnell (Star-Choreograf und Moderator), Dirk Wolfes (Chefdesigner Toni Gard), Peter O. Mahler (Designer), Gudrun Allstädt (Textilwirtschaft) und Jörn Hüsgen (Chefredakteur karriere) live und vor Ort ihr Votum ab.
O-Töne der vier Gewinner von "Design am Rhein":
Andrea Klüsener
Nadine Möllenkamp
Anna Eindorf & Tim Brückmann
Maxie Rosenkranz
 Bilder der Preisverleihung


Die besten Jobs von allen

Die prämierten Top-Talente bekommen nun im Frühjahr 2007 Gelegenheit, ihre Kollektionen auf der Modemesse CPD in Düsseldorf zu präsentieren. Die Igedo stellt den Gewinnern eigene Ausstellungsfläche in der trendigen ?Fashion Gallery? zur Verfügung. Zusätzlich bietet die Igedo allen Preisträgern die Teilnahme an den Gallery Designer-Shows. Der erste Sieger darf sein Label außerdem auf der CPM in Moskau vorstellen und knüpft dort internationale Kontakte in einem spannenden, aufstrebenden Umfeld.
"Design am Rhein" im Video:
 Teil 1
 Teil 2
 Teil 3
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Bereits im vergangenen Jahr haben Igedo und karriere gemeinsam einen Mode-Preis ausgeschrieben. Die große Resonanz auf die erste Runde begründet den Ausbau des Wettbewerbs, den die Kaderschmiede AMD Akademie Mode & Design Düsseldorf mit ihrer Expertise begleitet. ?Wir geben jungen Designern Starthilfe, wichtige Branchenkontakte zu knüpfen und sich einen Namen zu machen?, erklärt Wolfgang May von der Igedo Company. ?Die CPD als weltweit größte internationale Modemesse ist dafür die ideale Plattform.?Das Monatsmagzin karriere unterstützt den Wettbewerb als Medienpartner. ?Durch unsere Berichterstattung und Interviews mit jungen Designern wissen wir, dass im Bereich Nachwuchsförderung in Deutschland gar nicht genug getan werden kann. Deshalb treiben wir das Thema gerne voran?, erklärt karriere-Chefredakteur Jörn Hüsgen. ?Die hohe Qualität der Bewerbungen unserer Finalisten, die an Top-Adressen in Deutschland oder auch in London, Paris und Antwerpen studiert haben, beweist das Engagement der jungen Kreativen.?Im Frühjahr 2007 geht ?Design am Rhein? in die nächste Runde. Nachwuchs-Designer sind bundesweit - und entlang des Rheins auch über die Landesgrenzen hinweg ? herzlich zur Teilnahme eingeladen.Kontakt für Bewerber:
Redaktion karriere, Liane Borghardt, l.borghardt@vhb.de, Tel. 0211.887-2759

O-Töne der vier Gewinner von ?Design am Rhein?, einem Wettbewerb von karriere und Igedo Company

Der letzte Schliff, bevor es auf den Laufsteg geht- Andrea Klüsener
Andrea Klüsener (28); Label: Andrea Klüsener

?Ich war total überrascht, den ersten Preis für das beste Nachwuchstalent des Wettbewerbs ?Design am Rhein? zu erhalten, ich hätte nie damit gerechnet, die Jury überzeugen zu können! Die anderen Finalisten hatten großes Talent bewiesen, jede Kreation war unterschiedlich und außergewöhnlich.
Zart und feminin der Overall des Labels Andrea Klüsener
Es ist das erste Mal, dass ich in Deutschland eine Kollektion vorstelle und ich freue mich, sofort Begeisterung vorzufinden. Ich komme aus Düsseldorf und es ist wirklich eine Ehre, an diesem Finale teilgenommen zu haben und auch noch als Gewinnerin zu gehen! Backstage war die Stimmung grandios - es ist immer sehr aufregend und hektisch. Wir Designer und die Models haben das Klatschen und Jubeln gehört, und es war fantastisch. Ich habe direkt am Tag nach der Preisverleihung in eine neue Nähmaschine investiert, um noch ein paar neue Teile für die Modemesse in Moskau zu nähen.

Vielen Dank an karriere und Igedo für diese einzigartige Möglichkeit, an der Modemesse in Moskau teilzunehmen.
Strahlend schön in dem Blouson von Andrea Klüsener
Das ist wirklich eine großartige Chance, sich international einen Namen zu machen. Für neun bis zehn Outfits brauche ich bis zu vier Monaten - es kostet viel Zeit, Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen. Die Qualität steht an oberster Stelle, hochwertige Verarbeitung wurde mir während meiner Schneiderlehre in Düsseldorf beigebracht. Das ?Central Saint Martins College of Art & Design? in London hat mich dann herausgefordert das Erlernte in einen neuen kreativen und innovativen Kontext einzufügen. Dort konnte zwar keiner meinen Namen richtig aussprechen, aber ich habe trotzdem letztes Jahr meinen Abschluss dort gemacht. Später bin ich nach Paris gegangen, dort habe ich für Haute Couture Häuser und für Chloe gearbeitet. Meine Mode würde ich so beschreiben: feminin, schmeichelnd, qualitativ hochwertig. Am meisten inspiriert hat mich Felipe Oliveira Baptista, den ich in Paris getroffen habe.? Nadine Möllenkamp (30); Label: Nadine Möllenkamp

Phantasievoll und sexy - sommerliche Designs von Nadine Möllemkamp
?Nie hätte ich damit gerechnet, tatsächlich den Wettbewerb ?Design am Rhein? zu gewinnen, da meine Mode wirklich unkonventionell ist. Sogar Bruce Darnell hat mir die Hand gereicht und meine Mutter beglückwünscht- sehr süß! Ich wurde von allen Seiten in allen Tönen gelobt. Es tut gut, auch hier in Deutschland Erfolge zu feiern. Dabei sind die Proben gar nicht so gut verlaufen, die Models mussten sich blitzschnell umziehen und das erzeugt immer Stress pur. Deswegen hatte ich ziemlich großen Bammel, als es dann zur Generalprobe kam. Die Mädchen haben es aber sehr gut gemacht, und alles lief wie am Schnürchen, während ich backstage aufgeregt auf das Ende wartete. Mein Konzept ist eigentlich weniger für den Markt gedacht, es geht mehr um die Show.

Außergewöhnlich und großzügig im Material - die Interpretation von Businessmode für den modernen Mann
Das Thema, das ich behandelt habe, beschäftigt sich mit der Einheit sowie den Unterschieden zwischen Mann und Frau: eine Unisex-Kollektion, die sich auf die Farben weiß, grau und beige reduziert. Ich spiele gerne mit der klassischen Herrenbekleidung, zum Beispiel dem Trenchcoat, und komponiere ihn um, damit am Ende etwas ganz Neues herauskommt. Gerade habe ich mein Studium an der Königlichen Akademie für Schöne Künste in Antwerpen beendet habe. Ich bin mit anderen Worten ganz frisch auf den Markt! Die Prämierung bei ?Design am Rhein? ist eine kleine Ehre für mich, besonders weil Düsseldorf meine Geburtsstadt ist und die Messe hier wirklich eine großartige Plattform für junge Designer ist. Da ich keinen Laden habe, ist das die Chance, mein Label zu internationalisieren und Aufmerksamkeit von großen Kunden zu bekommen. Meine Kollektion ist am 15. bis 29. September bei Ela Selected Clothing am Fürstenplatz zu sehen, die Vernissage mit Sound-Installation findet am Freitag und Samstag statt. Durch die Messe werden mich auch bestimmt mehr Menschen auf meine Mode ansprechen. Deswegen danke ich karriere und Igedo für dieses Sprungbrett in die Modewelt!?
Das Gesicht hinter der Maske - Tim Brückmann vom Label 667
Anna Eindorf (25) & Tim Brückmann (30); Label: 667 one Step ahead of the Devil

?Unsere Modekollektion ist eigentlich ein positiver Nebeneffekt - wir sind eigentlich Skateboarder und Vespa-Vernarrte. Irgendwann haben wir einen Film gedreht, in dem wir T- Shirts tragen, auf die wir schon etliche Male angesprochen worden sind. Nach so vielen Anfragen entschieden wir uns, ein Paar Hosen und Pullis selbst mal zu bedrucken und so entstand ?667 one Step ahead of the Devil?.
Streetwear von 667 - one step ahead of the devil
Wir drucken immer noch auf unserem Speicher! Christian Kühne und ich, Tim Brückmann, eigentlich Grafiker, haben Anna Eindorf ganz zufällig über eine Mitfahrzentrale kennen gelernt und standen anschließend Stunden zusammen im Stau. Eine perfekte Gelegenheit, um sich auszutauschen und zusammen ein neues Projekt zu wagen: Fashion meets Grafik-Design!

Lagenlook in Khaki- straßentaugliche Idee von der Marke 667
Zu den Gewinnern beim Nachwuchstalentpreis ?Design am Rhein? zu gehören ist fast ein Wunder, weil unsere Produkte sehr sportlich und funktionell sind. Es war der Wahnsinn, neben Absolventen von Elite-Unis aus Antwerpen oder London auf der Bühne zu stehen und Blumen überreicht zu bekommen. Anna Eindorf hat bei der Akademie für Mode und Design hier in Düsseldorf studiert, ihre Dozentin Gabriele Orsech, die die Modeschule leitet, hat uns schon kurz vor der Bekanntgabe zugezwinkert, aber gefasst haben wir unser Glück erst am Ende. Die CPD ist eine anerkannte Plattform für junge Designer und ideal, um einen Fuß ins Modegeschäft zu kriegen. Wir wünschen uns, auch mal nach England und Skandinavien zu expandieren.?
Nachwuchsdesignerin Maxie Rosenkranz mit Model
Maxie Rosenkranz (31); Label: Maxie Rosenkranz

?Die Einladung für den Wettbewerb ?Design am Rhein? ist zufällig genau an meinem Geburtstag eingetroffen! Das hat mir wohl Glück gebracht, jetzt gehöre ich sogar zu den Gewinnern, was für mich eine sehr angenehme Überraschung ist. Die Atmosphäre auf der Messe war sehr kreativ, alle Designer haben backstage mit Hand angelegt, damit die Models auf dem Laufsteg überzeugen können. Alles war sehr professionell organisiert, und es hat wirklich Spaß gemacht teilzunehmen.
Wie ein Engel - zarte Farben als Kontrast-
programm zu Leder
Das Publikum ist natürlich ein ganz anderes als in meinem Atelier, dort werkele ich in kleinerem Rahmen für mich herum. Hier auf der Messe erreiche ich dank karriere und Igedo Company Fachpublikum, das sich auch für die Konzepte hinter der Mode interessiert.

Weiblichkeit pur auf dem Defile' von Maxie Rosenkranz
Meine Kollektion ist auf jeden Fall immer tragbar, ich mag es lässig, aber trotzdem qualitativ auf höchstem Niveau. Oft benutze ich auch edle Stoffe wie Kaschmir, Leder oder Seide, trotzdem sollen meine Kreationen in jede Situation hineinpassen und pflegeleicht sein. Die Frau, die ich bekleide, unternimmt viel und ist sehr flexibel, genau wie ihre Kleidung. Bei dieser Kollektion habe ich auf das Volumen geachtet, das sich nur beim Bewegen zeigt, ich nenne das ?verstecktes Volumen?. Ansonsten bleibt die Silhouette schmal. Die Inspiration für solche Ideen scheint immer in der Luft zu liegen, ich weiß auch nie genau, was mich beeinflusst, ob Filme, Musik oder einfach nur persönliche Eindrücke auf Reisen. Es hat mich sehr gefreut, Bruce Darnell wieder zu sehen, den ich schon vor fünf Jahren kennen gelernt hatte. Ein sehr witziger, aber zugleich auch sehr professioneller Typ, der die Models perfekt coachen kann.?
Dieser Artikel ist erschienen am 27.07.2006