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Tagebuch Christian Speuser

"Der neue Wagen, den ich mir vor kurzem gekauft habe, wird wohl vorerst die letzte größere Anschaffung sein. Seit die Sache mit der Beteiligung konkreter wird, lege ich noch intensiver Geld zur Seite."
18. Juni 2002
"Es ist vollbracht. Heute morgen haben wir beim Notar die Verträge unterzeichnet. Jetzt bin ich auch auf dem Papier Mitgesellschafter der DTG. Das ist schon ein anderes Gefühl. Allerdings heißt das auch, dass ich mit 66.500 Euro bei Dr. Hannot und seiner Schwester in der Kreide stehe. Aber dafür gehören mir nun fünf Prozent vom Gewinn der DTG. Und außerdem müssen wir noch die verabredete Umsatzbeteiligung in meinen Arbeitsvertrag aufnehmen. Dank der Umsatz- und Gewinnbeteiligung sollte ich eigentlich die Hälfte des Kaufpreises zahlen können

Jetzt hoffe ich nur, dass sich alles so entwickelt wie geplant. Sollte es der DTG einmal schlechter gehen, dann hätte ich daran als Gesellschafter auch eine Mitschuld. Auf jeden Fall ist das für mich ein weiterer Schritt in meine berufliche Zukunft. Leider hatten wir noch gar keine Zeit für eine Feier. Dr. Hannot ist gleich nach dem Notartermin mit Herrn Simons zu einem Kunden gefahren. Vielleicht hole ich das heute Abend zu Hause nach. Es gibt nämlich noch einen weiteren Grund zum Feiern: Ich habe heute Geburtstag.?
13. Juni 2002
"Nach meinen Informationen wollen wir am 18. Juni beim Notar den Beteiligungsvertrag unterzeichnen. Allerdings habe ich zwischenzeitlich von Dr. Hannot nichts mehr gehört, ob wir den Termin einhalten können. Wir warten nämlich noch darauf, dass uns der Notar eine geänderte Fassung des Vertrags zuschickt. Immerhin haben wir mittlerweile mehrere Gespräche mit unserem Steuerberater geführt. Offen war ja noch, wer welche steuerlichen Folgen trägt, falls wir den Kaufvertrag in den nächsten Jahren wieder rückabwickeln sollten. Momentan steht im Vertragsentwurf: Wer die Rückabwicklung beantragt, trägt sämtliche Kosten und Steuern, die sich daraus ergeben. Die DTG Trading ist mittlerweile gegründet. Am 3. Juni hat Dr. Hannot beim Notar den Vertrag unterschrieben.?

27. Mai 2002
"In der vergangenen Woche ist Einiges passiert. Wir haben den ersten Entwurf für die Kaufverträge erhalten, und bis auf einige Formalitäten sieht es ganz gut aus. Der Notar muss die D-Mark-Beträge noch durch Euro ersetzen und kann die Bilanz von 2001 miteinbeziehen. Eine weitere Frage ist, wann Herr Simons und ich die Zinsen an Dr. Hannot und seine Schwester zahlen, weil sie uns den Kaufpreis stunden. Der Notar hatte monatliche Zahlungen vorgesehen. Wir möchten lieber jährlich zahlen. Bevor wir zum Notar gehen, wollen wir auch noch abwarten, was unser Steuerberater zu der Rückfallklausel sagt. Die steuerlichen Aspekte sind bei einer Rückabwicklung des Vertrages mal wieder sehr undurchsichtig

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Letztendlich hat es ja doch relativ lange gedauert, bis das Ergebnis unserer Verhandlungen vor uns lag. Deshalb käme ich auch niemals auf den Gedanken, jetzt noch einen Rückzieher zu machen. Das wäre ja so ähnlich, als würde man auf dem Standesamt nein sagen. Dr. Hannot meinte, wir könnten schon in zwei Wochen mit dem Notar einen Termin zur Unterzeichnung ausmachen. Er muss bis dahin nur noch den Vertrag umformulieren. Ich bin auch langsam froh, wenn wir die Sache über die Bühne gebracht haben.?
17. Mai 2002
"Auch wenn die Beteiligung immer noch nicht unter Dach und Fach ist, hat mir Dr. Hannot schon einmal die Geschäftsführungsberechtigung in der Buchhaltungs-Software einrichten lassen. Das fand ich wirklich klasse von ihm. Ich kann jetzt jederzeit die aktuellen Zahlen der DTG abrufen und behalte auch schon stärker die Finanzen im Auge. Nur die Überweisungen unterschreibt Dr. Hannot nach wie vor selbst. Ich wachse immer mehr in die Rolle des Gesellschafters hinein. Vergangene Woche habe ich schon einen Kunden beruhigt, der unserer Sekretärin sagen wollte, wieviel Geld sie zu überweisen hätte. Da bin ich ihr zu Hilfe geeilt und habe dem Kunden gesagt, dass immer noch wir darüber entscheiden, wann und wieviel Geld zu wem überwiesen wird

Während Dr. Hannot in China war, hatte ich unserem neuen Notar ein paar Zeilen zu unserem Fall und die Aktennotizen über unsere bisherigen Treffen zugeschickt. Zwei Tage später hatte ich schon Antwort. Der Notar wollte wissen, wer wem wieviele Anteile verkauft. Da musste ich selbst mal fragen. Dr. Hannot wird in Zukunft 70, seine Schwester noch 20 Prozent an der DTG halten. Außerdem habe ich die Gesellschaftsverträge der DTG geschickt, die ich alle in Kopie habe. Seitdem hat Dr. Hannot die Sache wieder in die Hand genommen. Ich hoffe jetzt natürlich, dass es mit dem neuen Notar etwas schneller geht als mit seinem Vorgänger.?

2. Mai 2002
"Dr. Hannot hätte sich kaum einen ungünstigeren Zeitpunkt für seine Chinareise aussuchen können. Weil wir erst am Dienstag von der Absage des alten Notar erfahren haben, muss ich dem neuen Notar eine kurze Zusammenfassung unseres Falls schreiben. Bis jetzt haben wir nur kurz mit seiner Sekretärin gesprochen. Außerdem habe ich am Dienstag schon einmal Prospekte für unsere neue Vertriebsgesellschaft DTG Trading entworfen, die wir als Tochtergesellschaft der DTG gründen wollen. Bisher hatten wir unser Spülfahrzeug nicht selbst vermarktet. Wenn die Beteiligung klappt, wäre ich auf einen Schlag Mitbesitzer von zwei Firmen.?

19. April 2002
?Seit meinem Osterurlaub gibt es nicht viel Neues. Dr. Hannot sagte mir letzte Woche während einer Tour nach Frankfurt, er wolle sich auf das Gespräch mit dem Notar vorbereiten. Aber bisher ist er noch nicht dazu gekommen, ihn anzurufen. Dabei hatte ich eigentlich gedacht, dass wir bis Ende April einen Notarvertrag haben. Aber ich kann Dr. Hannot ja nicht die Pistole auf die Brust setzen. Und ich sehe ja auch, wie viel er zu tun hat. Er rennt von einer Besprechung zur anderen. Ich selbst kann wenig machen, um die Geschichte zu beschleunigen. Ich kenne den Notar nämlich gar nicht.?
28. März 2002
"Die Arbeit an dem Vertragsentwurf für unsere Beteiligung macht gerade eine Zwangspause, denn Dr. Hannot hat sich eine Woche Urlaub gegönnt. Währenddessen halte ich bei der DTG die Stellung und versinke in Arbeit. Umso mehr freue ich mich darüber, dass ich nächste Woche mit Urlaub an der Reihe bin. Danach werden wir einen neuen Anlauf bei unserem Notar wagen.?
22. März 2002
"Eigentlich hatte ich gedacht, dass wir spätestens bis Ostern den Vertragsentwurf vom Notar bekommen. Deshalb war ich schon ein wenig überrascht, dass wir jetzt selbst etwas zu Papier bringen sollen. Aber wenn es sein muss, werden wir uns eben noch einmal gemeinsam mit Dr. Hannot Gedanken darüber machen, wie wir die Rückfallklausel konkretisieren können

Denn mein Kollege Günter Simons und ich wollen uns schon noch vorbehalten, den Kauf der Anteile wieder rückgängig machen zu können. Schließlich sollten wir ja ursprünglich drei Jahre Zeit haben, hier reinzuschnuppern, um uns den Kauf zu überlegen. Stattdessen müssen wir uns schon heute festlegen. Aber jetzt möchte ich auch, dass die Sache schnell über die Bühne geht. Ich hoffe deshalb, dass die Probleme mit dem Notar den Kaufvertrag nicht sehr verzögern.?
18. März 2002
"Am Freitag habe ich erfahren, dass jetzt auch die Schwester von Dr. Hannot dem von uns vereinbarten Kaufpreis zugestimmt hat. Ich hatte zwar nicht wirklich Sorge, dass sie sich anders entscheiden könnte, aber dennoch bin ich natürlich froh, dass es jetzt tatsächlich beim Preis von 66.500 Euro geblieben ist. Gefeiert habe ich aber noch nicht. Erst mal muss ja noch der Notar das Ergebnis unseres Gesprächs begutachten. So lange konzentriere ich mich ganz auf das laufende Geschäft. Und da gibt es im Moment jede Menge zu tun.?

8. März 2002
"Weil ich einen Tag Urlaub hatte, fand unser Gespräch über den Kaufpreis und die Konditionen der Beteiligung erst am Dienstag statt. Das Ergebnis war für mich sehr erfreulich: Wenn die Schwester von Dr. Hannot zustimmt, werden Günter Simons und ich jeweils 66.500 Euro für unsere Fünf-Prozent-Anteile zahlen, fast 10.000 Euro weniger, als wir ursprünglich geschätzt hatten

Ausschlaggebend war die Excel-Tabelle, in der ich ausgerechnet hatte, welchen Kaufpreis wir über unsere Umsatz- und Gewinnbeteiligung nach sechs Jahren abbezahlen können. Dr. Hannot, der vorher auf einen Preis von 70.000 Euro getippt hat, meinte nur: ,Da werde ich meiner Schwester wohl sagen müssen, dass aus den 75.000 Euro 66.500 geworden sind.? Ansonsten hat er die Sache ziemlich gelassen genommen. Aber ich schätze, er denkt eine Zehnerstufe höher: Was für uns 10.000 Euro sind, sind für ihn 100.000 Euro.?
1. März 2002
"Langsam geht's ans Eingemachte: Gestern hat uns der Steuerberater die Unternehmenswerte der DTG vorgestellt, die er nach den verschiedenen Varianten des Stuttgarter Verfahrens ermittelt hat. Je nachdem, wie man die Gewinnausschüttungen und Abschreibungen behandelt, kommt er auf einen Wert zwischen 1 Million und 1,3 Millionen Euro

Damit haben wir eine Messlatte für unsere Preisverhandlungen. Ich denke, dass wir jetzt nicht mehr die ursprünglich veranschlagten 1,5 Millionen Euro ansetzen werden, was für mich natürlich positiv ist. Montag werden wir noch einmal intern darüber reden. Entscheidend wird sein, dass ich meinen Fünf-Prozent-Anteil auch bezahlen kann, und jeder mit einem guten Gefühl aus den Verhandlungen geht. Schließlich wollen Dr. Hannot und ich ja noch ein paar Jahre zusammenarbeiten."
15. Februar 2002
"Auch wenn ich schon vor zwei Wochen an einer Bilanzbesprechung teilgenommen habe, fand ich den heutigen Termin beim Steuerberater immer noch ganz schön heftig. Aber ich habe mal überschlägig ausgerechnet, wieviel ich vom Gewinn erhalten würde, wenn mir jetzt schon fünf Prozent an der DTG gehörten. Zusammen mit der ursprünglich vereinbarten Umsatzbeteiligung könnte ich davon in drei Jahren den Kaufpreis für die Anteile zahlen. Allerdings werden wir wohl noch mal darüber reden müssen, ob die Umsatzbeteiligung gesenkt wird. Denn dadurch, dass ich die Anteile jetzt schon drei Jahre früher übernehmen soll, werde ich ja zusätzlich am Gewinn beteiligt

Der geplante Hallenanbau, über den wir morgens mit dem Architekten geredet haben, würde auch meine Gewinnbeteiligung beeinflussen. Denn zum einen steigen unsere Mietkosten. Zum anderen gehe ich davon aus, dass hier während des Umbaus sicher drei Monate ganz schönes Chaos herrscht, was auch die Produktivität senken könnte. Ich weiß nicht, ob sich das dieses Jahr beim Gewinn negativ bemerkbar macht. Langfristig wird es mit Sicherheit positiv für die DTG sein, sonst würden wir das ja nicht machen."
4. Februar 2002
"Eines ist mir am Freitag klar geworden: Wenn der Kauf der Anteile tatsächlich klappt, werde ich mir auch einen Steuerberater nehmen müssen. Wie kompliziert das Steuerrecht ist, habe ich am Freitag erlebt. Bei der Vorbesprechung der Bilanz habe mich weitgehend darauf beschränkt zuzuhören. Ich hatte mir zwar vorher mal ein Buch über Bilanzen zur Hand genommen und besitze ja auch die DTG-Bilanzen der vorgegangenen Jahre, aber dennoch war vieles für mich noch neu.

Dr. Hannot hat aber mit einem plastischen Beispiel verdeutlich, warum die Erträge der DTG wichtiger für den Kaufpreis sind als die Substanz. Er meinte: ?Wenn hier ein paar Goldbarren rumständen, wäre das zwar schön, aber verdienen würden Sie daran nichts.? Deshalb werden wir auch keine außerordentliche Inventur durchführen, um den Substanzwert der DTG neu zu bewerten. Die konkrete Kaufpreisbestimmung folgt, wenn wir die fertige Bilanz für 2001 vorliegen haben. Wir wollen uns dabei nach dem ?Stuttgarter Verfahren? richten, das ich mir auch noch mal anschauen muss."
25. Januar 2002
"Anfang der Woche war ich mit dem neuen Geschäftsführer unseres Schwesterunternehmens Brefa bei der Palfinger AG in Freilassing bei München. Die Brefa soll für Palfinger Kräne auf Lkw montieren, und ich soll die dafür notwendigen Hilfsrahmen konstruieren. Nachdem meine Beteiligung bei der DTG jetzt ja wohl unmittelbar bevorsteht, bin ich nicht nur als Konstrukteur dorthin gefahren, sondern als Vertreter der DTG. Ich habe einige Visitenkarten ausgetauscht und auch aktiv Kontakte geknüpft. Weil wir schon am Wochenende angekommen sind, konnten wir sogar noch einen Tag Ski fahren in Österreich

Dafür war mein Schreibtisch am Mittwoch voll mit Post. Dr. Hannot hat sich vergangene Woche dafür entschieden, die Anteile ohne Erhöhung des Eigenkapitals der DTG an Simons und mich zu verkaufen. Letztendlich ist mir diese Variante auch lieber. Denn Dr. Hannot hätte nur dann von der anderen Variante einen Vorteil, wenn wir sofort die komplette Einlage zahlen würden. Dafür müsste ich aber ein Darlehen bei der Bank aufnehmen, was ich aber eigentlich vermeiden will. Außerdem ist die Beteiligung über einen Kaufvertrag auch leichter abzuwickeln."
17. Januar 2002
"Mit der neuen Variante zur Übernahme der Anteile, die der Steuerberater am Dienstag ins Gespräch gebracht hat, ändert sich für Herrn Simons und mich fast nichts. Ob ich den Kaufpreis nun an Dr. Hannot oder die GmbH zahle, ist mir eigentlich egal. Und wenn ich das richtig verstanden habe, müssten wir ja auch nur 25 Prozent unserer Stammkapitaleinlage sofort zahlen, das ist zu verkraften. Ich favorisiere sogar leicht die neue Variante. Denn in diesem Fall würden wir die Zinsen für das Darlehen sparen, dass uns die DTG bei der ursprünglichen Variante gewähren würde. Aber die Entscheidung liegt bei Dr. Hannot, der jetzt seine Vor- und Nachteile abwiegen muss. Nachdem er grünes Licht für eine Variante gegeben hat, wird der Steuerberater einen Vertragsentwurf anfertigen, der dann erst mal in seinen Einzelheiten verständlich übersetzt werden muss

Den Hallenneubau, über den wir gestern mit dem Architekten gesprochen haben, betrachte ich nun schon aus zwei Perspektiven. Schließlich könnte dieses große Projekt erst einmal den Gewinn der DTG und damit meine Beteiligung schmälern. Aber ich stehe voll dahinter. Das zeigt mir, dass ich in einen Betrieb mit Perspektive einsteige. Und vor allem: Alle denken in die richtige Richtung."
4. Januar 2002
"Das neue Jahr begann genauso stressig, wie das alte aufgehört hat. Seit dem 2. Januar halte ich mit unserem Betriebsleiter Günter Simons die Stellung. Dr. Hannot hat sich vor Weihnachten für zwei Wochen in den Urlaub verabschiedet und sich nur telefonisch gemeldet. Vorher hat er mir noch den Brief des Steuerberaters auf den Schreibtisch gelegt. Neun Seiten in bestem Steuerberaterdeutsch, das kaum einer versteht, aber das Wesentliche erfährt man in den fünf Zeilen Zusammenfassung

Wahrscheinlich werden wir jetzt schon Anfang des Jahres die Beteiligung durchziehen. Mit Sicherheit müssen wir dann den ganzen Ablauf erneut durchsprechen, denn der würde ja komplett umgekrempelt. Sollten Simons und ich bereits im Frühjahr unsere Anteile übernehmen, würden wir nicht mehr im Voraus dafür sparen, sondern die Anteile im Nachhinein abzahlen. Und als Gesellschafter hätten wir ja auch Anrecht auf eine Gewinnbeteiligung. Welche Auswirkungen hat das aber wiederum auf die geplante Umsatzbeteiligung? Wir müssen sehen, wie wir das alles mit dem Steuerrecht in Einklang bringen. Dass es jetzt wohl doch so schnell geht, stört mich aber nicht, wenn alles geregelt wird. Außerdem soll es ja auch noch Ausstiegsklauseln geben, damit wir in drei Jahren alles noch mal überprüfen können."
21. Dezember 2001
"Der für gestern anvisierte Termin beim Steuerberater hat noch nicht stattgefunden. Jetzt vor Weihnachten war so viel zu tun, dass wir kaum Zeit hatten, überhaupt über das Thema zu sprechen. Dafür habe ich mir am Wochenende mal eine IHK-Broschüre zu Hand genommen, um mir genauer anzuschauen, wie der Wert eines Unternehmens überhaupt festgelegt wird. An Begriffe wie Ertragswert- und Substanzwertverfahren konnte ich mich nur noch vage vom Studium her erinnern. Anfang der Woche habe ich zehn Minuten mit unserem Produktionsleiter Günter Simons darüber gesprochen, der sich ja auch an der DTG beteiligen will. Ihm liegt auch daran, dass für die DTG ein Wert festgelegt wird, mit dem alle leben können. Bisher haben wir den Betrag ja nur überschlägig geschätzt. Ich denke, wenn die Sache konkret wird, werden wir noch mal intensiver mit Dr. Hannot darüber sprechen müssen. Aber ich glaube nicht, dass es Probleme gibt. Wir werden schon einen Weg finden."
13. Dezember 2001
"Der neue Wagen, den ich mir vor kurzem gekauft habe, wird wohl vorerst die letzte größere Anschaffung sein. Seit die Sache mit der Beteiligung konkreter wird, lege ich noch intensiver Geld zur Seite. Bevor ich Dr. Hannot vor einem Monat wieder darauf angesprochen habe, hatte ich mich schon gefragt: Was machst Du, wenn er Nein sagt? Immerhin wusste ich von Anfang an, dass die Chance besteht, bei der DTG einzusteigen. Das war auch mit ein Grund, dass ich mich vor einem Jahr für die DTG entschieden habe, obwohl ich mich aufgrund meines sehr guten Abschlusses auch locker bei größeren Firmen hätte bewerben können. Wer weiß, wenn Dr. Hannot anders reagiert hätte, hätte ich mir auf längere Sicht vielleicht doch eine Stelle in einem großen Konzern gesucht.

Aber dann brauchte ich nur drei Worte zu sagen, und Dr. Hannot war gleich voll dabei. Der Unternehmenswert von drei Millionen Mark entsprach auch dem, was ich mir selbst vorgestellt hatte. Dass Dr. Hannot dann von sich aus eine Umsatzbeteiligung vorgeschlagen hat, hat mich sehr überrascht. Echt klasse. Ursprünglich dachte ich, ein Anteil von zehn Prozent müsste machbar sein. Aber nachdem ich mir den Kaufpreis mal ausgerechnet hatte und bei der Bank gewesen bin, wurde mir klar: Das auf eigene Kappe zu machen, wird ziemlich haarig. Aber durch die Umsatzbeteiligung ist es eher machbar. Es ist gut, dass Dr. Hannot weiter die Oberhand haben wird. Mir fehlt einfach noch die Erfahrung, einen Betrieb mit 15 Mann zu leiten. Seit unserem Gespräch bezieht mich Dr. Hannot schon stärker ins organisatorische Tagesgeschäft ein. Mittlerweile wissen auch die Mitarbeiter, dass ich auf mehr hinaus will. Aber ich werde auch weiter geduzt. Der nötige Respekt ist jedoch vorhanden."
Dieser Artikel ist erschienen am 21.12.2001