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Stunde der Eliten

Damit Deutschlands Superhirne nicht ins Ausland abwandern, gehen die Bundesländer Hessen und Bayern in die Elite-Offensive. Mit einem ?Löwen-Fonds? wollen Hessens Regierungschef Roland Koch, CDU, und sein Wissenschaftsminister Udo Corts Top-Studenten Reisestipendien für Auslandsaufenthalte finanzieren. Auf Kosten der Langzeitstudenten: Der Löwen-Fonds, benannt nach dem hessischen Wappentier, soll sich aus Strafgebühren von Dauerstudis speisen, die mehr als vier Semester über dem Soll liegen. Die Idee, flüchtige Elitestudenten ans Land zu binden, hat sich Corts vom bayerischen Amtskollegen Hans Zehetmair, CSU, abgeschaut: Bis Ende Juni will der von seinen Hochschulen Konzepte für 20 neue ?Elitestudiengänge? auf dem Tisch haben. Denn schon 2004 sollen 2.000 Spitzen-Kandidaten aus dem In- und Ausland in Bayern unter besten Bedingungen studieren können. Für die Crème der Jungwissenschaftler sind zehn internationale Doktorandenkollegs geplant. Erklärtes Ziel der hessisch-bayerischen Elite-Förderer: ?Die Abstimmung mit den Füßen aufhalten.?
Dieser Artikel ist erschienen am 27.06.2003