Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Studium speziale

Abseits der Massenfächer gibt es mehr als nur brotlose Kunst. Kluge Nischen für Nonkonformisten: karriere abi informiert über die Studiengänge Bioinformatik, Georessourcen-management, International Business Management East Asia, Sicherheit und Gefahrenabwehr, Virtual Design und Wirtschaftsprüfung.
Erbgut berechnen
Gäbe es keine Spezialisten in Bioinformatik, könnte die Genforschung einpacken. Der interdisziplinäre Studiengang vereint die Theoriefächer Mathematik, Informatik und Statistik mit den Lebenswissenschaften Biologie, Chemie, Pharmazie, Lebensmitteltechnologie und Medizin. Bioinformatiker sammeln hochkomplexe Daten, ordnen und analysieren sie und leiten ihre Erkenntnisse an Forschungsinstitute oder Entwicklungsabteilungen in Unternehmen weiter. Bioinformatiker arbeiten in der Medikamentenentwicklung, im Pflanzenschutz oder auch in der Biotechnologie.

Die Ludwig-Maximilians-Universität und die Technische Universität in München schaffen durch ihre Zusammenarbeit derzeit die besten Voraussetzungen für die anspruchsvolle Ausbildung. Nach sechs Semestern hat man den Bachelor of Science in der Tasche, der Master kann angeschlossen werden. Die Studienzulassung läuft über eine Eignungsprüfung, beworben wird sich immer zum Wintersemester.
Julia Knubbe

Die besten Jobs von allen
e

[ www.uni-muenchen.de ]


Schätze bergen
Der weltweite Kampf um Öl, Gas und Edelmetalle geht in die heiße Phase. Um die immer knapper werdenden Ressourcen künftig noch besser nutzbar zu machen, bietet die RWTH Aachen seit Herbst 2005 den Bachelor-Studiengang Georessourcenmanagement an. In sechs Semestern lernen Studierende alles über das Aufspüren und Verarbeiten von Rohstoffen, aber auch über die möglichen Folgen für Mensch und Natur. Der Studiengang vereint Wissen aus Geografie, Rohstoff- und Entsorgungstechnik sowie Wirtschafts- und Rechtswissenschaften.

Gepaukt wird nicht nur in Aachen: Die Studenten unternehmen mehrwöchige Exkursionen ins Ausland, zum Beispiel geht es zur Erkundung der Wasserressourcen nach Jordanien und Syrien oder zur Besichtigung von Rohstofflagern nach Australien, Südafrika und Namibia. Die Bewerber für die 300 Plätze sollen Interesse an natur- und geowissenschaftlichen Fragestellungen haben. Nach dem Studium bieten sich Jobchancen in der Bergbauindustrie, bei Umweltbehörden und Nichtregierungsorganisationen wie etwa Greenpeace. Studienbeginn ist das Wintersemester.
Dominik Fronert

[ www.zhv.rwth-aachen.de ]

Asien managen
Die aufstrebenden Wirtschaftsmächte China, Indien und das wohlhabende Japan locken Unternehmen zuhauf nach Asien - und mit ihnen ziehen deutsche Fach- und Führungskräfte nach Fernost. Um Wirtschaftsstudenten fit für diesen Wachstumsmarkt zu machen, hat die FH Ludwigshafen den Studiengang International Business Management East Asia aufgelegt. In acht Semestern lernen die Studenten Japanisch oder Chinesisch und verbringen zwei Semester an einer Universität in Fernost.

Mit ihrem Spezialwissen über die Region, das vom interkulturellen Marketing bis zum Betriebsmanagement vor Ort reicht, haben die Absolventen beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die meisten arbeiten heute für deutsche und internationale Unternehmen in China oder Japan. Wer zum Studium zugelassen werden will, muss Tests in Mathematik und Englisch bestehen. Vorkenntnisse in einer asiatischen Sprache sind dagegen nicht nötig: Unterrichtet wird in Deutsch und Englisch.
Dominik Fronert

[ www.oai.de ]


Leben retten
Flugzeugabsturz über dem Meer, Land unter in Bayern, Großbrand in Potsdam - keine Woche ohne Horrormeldung. Und Profis im Katastrophenmanagement sind rar. Die Magdeburger Hochschulen haben deshalb den Studiengang Sicherheit und Gefahrenabwehr eingerichtet. Die Studenten entwickeln Maßnahmepläne für alle denkbaren Notfallszenarien und lernen, wie man Strategien zur Vorbeugung entwirft. Zu den Schwerpunkten des Studiums gehören neben der Katastrophenabwehr auch Zivil- und Umweltschutz, Sicherheitsmanagement und Risikoanalyse.

Künftige Gefahrenmanager sollten naturwissenschaftliche und technische Grundlagen mitbringen, zugelassen werden auch Fachabiturienten. Die Fachbereichsleiter suchen sich die Bewerber über Eignungstests selbst aus, nach sieben Semestern schließen die Studenten mit dem Bachelor of Science ab. Absolventen arbeiten bei öffentlichen Einrichtungen wie Katastrophenschutz, Feuerwehr und Umweltämtern, in der Herstellung von Sicherheitseinrichtungen oder als Sachverständige bei Versicherungen.
Dominik Fronert

[ www.uni-magdeburg.de ]

Welten erschaffen
Filmkulissen bauen, alte Tempel rekonstruieren, Spiel-Schauplätze designen, Wohnräume gestalten - alles virtuell. Ohne Designer, die Kunstwelten am Monitor erschaffen, läuft nichts im Kreativgeschäft. Der Studiengang Virtual Design an der FH Kaiserslautern bedient den Markt. Er verknüpft Architektur, Innenarchitektur und Produktdesign mit den Möglichkeiten der Computertechnik. Gebraucht werden die IT-Kreativen bei TV und Theater, in PR- und Grafikagenturen sowie bei Video-, Spiele- und Filmproduktionen. Viele Virtual Designer machen sich auch selbstständig, übernehmen Projekte für Firmen oder richten Privatkunden am Bildschirm ihr Traumhaus ein.

Wer in Kiel das Studium aufnehmen will, braucht Abitur, Fachhochschulreife oder eine gleichwertige anerkannte Ausbildung und muss eine Eignungsprüfung bestehen. Nach sechs Semestern erhält man den Bachelor of Arts in Virtual Design. Ein Masterstudium soll in Kürze akkreditiert werden. Bewerbungen nur zum Wintersemester möglich.
Julia Knubbe

[ www.fh-kl.de ]


Bilanzen durchleuchten
Mehr als 2.500 offene Stellen allein in diesem Jahr - Wirtschaftsprüfer zählen zu den gefragtesten Berufsgruppen überhaupt. Denn die Bilanzdetektive, die den Firmen jährlich auf die Finger schauen, haben seit den großen Finanzskandalen reichlich zu tun. War der Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer bislang ein BWL-Studium vorangestellt, richtet die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG nun ein Turbostudium ein: Ab Wintersemester 06/07 startet der Studiengang Wirtschaftsprüfung an der Business School of Finance & Management Frankfurt.

In sieben Semestern lernen die Studenten alles über Controlling, Rechnungswesen, VWL, BWL und Management. Die KPMG steuert Praktikumsplätze und einen persönlichen Mentor bei, der die Studenten fit für den schwierigen Job macht. Die Bewerber sollten überdurchschnittliche Abi-Noten oder eine Berufsausbildung vorweisen, mit Zahlen umgehen können und ein Faible fürs Finanzwesen mitbringen. Das Studium an der Frankfurter Privathochschule kostet satte 32.900 Euro, wovon allerdings die KPMG bei späterer Anstellung bis zu 27.000 Euro übernimmt.
Dominik Fronert

[ www.hfb.de ]

Fotos: Pixelquelle.de

Dieser Artikel ist erschienen am 16.06.2006