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Studium mit Jobgarantie

Bei der Nachwuchssuche geht der Sportartikelhersteller Adidas neue Wege und verlagert einen Teil seines Recruitings an die Hochschulen. Diese neue Form der Kooperation zwischen Unternehmen und Universität bringt beiden Institutionen Vorteile.
Bei der Nachwuchssuche geht der Sportartikelhersteller Adidas neue Wege und verlagert einen Teil seines Recruitings an die Hochschulen. Diese neue Form der Kooperation zwischen Unternehmen und Universität bringt beiden Institutionen Vorteile ? und herausragenden Studenten schon im dritten oder vierten Semester eine feste Jobzusage.

Bislang gehen monatlich um die 1.500 Online-Bewerbungen bei Adidas ein. Trotzdem hat das Unternehmen Schwierigkeiten, Toptalente etwa für den Vertrieb zu finden, und sucht diese ab sofort an ausgewählten Unis. Herausragende Studenten können dort eine semesterbegleitende Fallstudie bearbeiten und damit einen Praktikantenplatz ergattern. Verläuft dies für beide Seiten erfolgreich, soll ein verbindliches Jobangebot folgen. ?So gehen wir aktiv auf die Studenten zu?, sagt Jela Götting, Personalerin bei Adidas in Herzogenaurach.

Die besten Jobs von allen


Für Pilotprojekte im deutschsprachigen Raum konnte Adidas neben der HSG St. Gallen auch die Uni Passau gewinnen. Dort wurden die Teilnehmer für das Fallstudienseminar, das zum Sommersemester startet, bereits ausgewählt. ?Wir steigern den Praxisanteil der Lehre und können den Studenten echten Mehrwert bieten?, erklärt Achim Dilling, Akademischer Rat an der Passauer BWL-Fakultät. Der Einsatz der Hochschule werde ?nach marktüblichen Konditionen? vergütet. Geld, das direkt an den Lehrstuhl fließt. ?Damit wird erstmalig die Idee der Drittmittelforschung auf den Bereich der Lehre übertragen?, so Dilling. Sollte das Projekt weiterhin erfolgreich verlaufen, kann sich Dilling vorstellen, auch mit anderen Unternehmen zu kooperieren

Dieser Artikel ist erschienen am 28.02.2007