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Studium in den USA

Aufgezeichnet von Maria Lotz
Andreas Quandt, 22 Jahre, studiert an der University of Southern California Computer Engineering und Business im zweiten Semester.
Andreas Quandt, 22 Jahre, studiert an der University of Southern California Computer Engineering und Business im zweiten Semester:

Wie ich genau zu der Entscheidung gekommen bin, in den USA zu studieren, weiß ich gar nicht. Ich war als Austauschschüler ein Jahr in Kalifornien und hatte nach dem Abitur wieder Lust auf einen Wechsel. Auch das Klischee von den überlaufenen und unterfinanzierten deutschen Unis hat eine Rolle gespielt. Bedenken wegen der großen Entfernung hatte ich nie. Ob ich nun in einer anderen Stadt oder gleich auf einem anderen Kontinent studiere, macht in gewisser Hinsicht kaum einen Unterschied: Per Internet ist es nicht schwer, mit Freunden und Eltern im Kontakt zu bleiben. Egal, wo ich auf der Welt bin.

Die besten Jobs von allen


Das Bewerbungsverfahren für einen Studienplatz ist viel komplizierter als in Deutschland, so dass man mindestens ein Jahr Vorlaufzeit benötigt: Die Bewerbungsfrist fürs nächste Studienjahr endet immer im Dezember des Vorjahres, man muss zum Beispiel schriftliche Tests bearbeiten und sich Empfehlungsschreiben ausstellen lassen. Der Aufwand hat sich gelohnt: Zwar nimmt mein Studium zwischen zehn und zwölf Stunden am Tag in Anspruch, aber es macht Spaß. Besonders gut gefällt mir, dass die Uni sich als Dienstleister für die Studenten versteht. Die Professoren und Mitarbeiter sind fachlich fit und zeigen persönliches Interesse. Wenn ich nicht lernen muss, findet sich irgendwo auf dem Campus immer eine Party. In meinem Studentenwohnheim teile ich ein Appartment mit sieben Leuten aus Thailand, Indien, Großbritannien und natürlich den USA. Nach den vier Jahren College könnte ich meinen ersten Job annehmen oder noch zwei Semester eine weiterführende Graduate School besuchen. Ob ich in den USA bleibe, nach Deutschland zurückkehre oder vielleicht nach Asien gehe ist noch ungewiss. Bis ich das entscheide, genieße ich auf jeden Fall das kalifornische Wetter.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.04.2002