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Studieren in der Salzstadt

Kathrin Bretthauer
Fotos: Pressestelle Universität Lüneburg
"Lüneburg, das liegt doch da irgendwo bei Hamburg. Drumherum wächst Heidekraut und die berühmtesten Einwohner sind Heidschnucken." - Das ist meist alles, was man über die Universitätsstadt weiß. Dabei hat sie mit ihren alten Giebelhäusern, einer schönen Altstadt, den Café- und Kneipenmeilen und Einkaufszonen doch so viel mehr zu bieten hat als Heidekraut und Schafe.
"Lüneburg, das liegt doch da irgendwo bei Hamburg. Drumherum wächst Heidekraut und die berühmtesten Einwohner sind Heidschnucken." - Das ist meist alles, was man über die Universitätsstadt weiß. Dabei hat sie mit ihren alten Giebelhäusern, einer schönen Altstadt, den Café- und Kneipenmeilen und Einkaufszonen doch so viel mehr zu bieten hat als Heidekraut und Schafe.Ein Bummel durch die Stadt mit ihrem prachtvollen Rathaus und den alten Backsteinhäusern lässt erahnen, dass Lüneburg früher eine wohlhabende Kaufmannsstadt gewesen ist. Und tatsächlich: Das "Weiße Gold" - Salz - hat die Stadt vor über tausend Jahren für lange Zeit reich und berühmt gemacht. Dabei wurde die Salzquelle per Zufall gefunden: Ein Jäger erlegte eines Tages ein Wildschwein, dessen Fell über und über weiß war - das Tier musste sich in einer salzhaltigen Pfütze gesuhlt haben. Daraufhin wurde die kostbare Saline entdeckt, mit der das Geld nach Lüneburg kam. Die Lüneburger Heide zeugt noch heute von der Salzproduktion: Die Heide entstand, weil die Bäume in der Umgebung zu hunderttausenden für die Salzgewinnung gerodet wurden.

Die besten Jobs von allen

Soldatische VergangenheitAls Universitätsstandtort ist die Stadt eher unbekannt. Schade eigentlich, denn immerhin sind hier rund 10 000 Studenten eingeschrieben. Somit ist jeder siebte Lüneburger Student. Der Campus der Universität liegt am Stadtrand auf einem ehemaligen Militärgelände: In den roten Backsteingebäuden der ehemaligen Kaserne wird heute studiert, wo früher exerziert wurde. Wo früher Panzer parkten, werden in der heutigen "Vamos-Kulturhalle" wöchentlich Uniparties gefeiert. Wo früher Soldaten schliefen und arbeiteten, besuchen heute Studenten Seminare oder surfen im Rechenzentrum im Internet. Wer genau hinschaut, kann auf dem Boden sogar noch erkennen, wo einmal die Armee-Betten standen.Studieren in Lüneburg macht Spaß. Besonders beliebt ist der Studiengang "Angewandte Kulturwissenschaften" der kultur-, kommunikations- und wirtschaftswissenschaftliche Inhalte vereint. Diese ungewöhnliche und interessante Kombination lockt viele Studenten an, die Warteliste ist lang und der Numerus Clausus liegt mittlerweile bei 1,5. Darüber hinaus kann man an der Lüneburger Universität auch Umweltwissenschaften, Wirtschaftswissenschaft oder Erziehungswissenschaften studieren.Die Studienbedingungen an der Uni sind sehr angenehm. Überfüllte Hörsäle und völlig unerreichbare Dozenten oder Universitätsangestellte in muffigen Räumen braucht hier keiner zu fürchten. In modernen Hörsälen mit viel Glas und hellem Holz findet man immer einen Sitzplatz. Eine neue große Bibliothek sowie eine großzügig angelegte Mensa mit Außenterrasse bieten alles, was man braucht, um seinen geistigen und körperlichen Hunger zu stillen.Wohnung findenDer Wohnungsmarkt in Lüneburg hat sich für Studenten in den letzten Jahren stark entspannt. Noch vor fünf Jahren war es schier unmöglich, eine günstige Bleibe zu finden; viele Neuankömmlinge mussten in die umliegenden Dörfer ausweichen. Jetzt haben eine Reihe von Neubaugebieten sowie zahlreiche neue Studentenwohnheime Abhilfe geschaffen. Für ein Zimmer im Studentenwohnheim zahlt man zwischen 150 bis 300 Euro im Monat, für eine Wohnung muss man je nach Anspruch 300 bis 500 Euro rechnen.Wer sich auf dem freien Wohnungsmarkt umsehen möchte, sollte Samstags im Anzeigenteil des Lüneburger Anzeigers nach dem passenden schauen. Hin und wieder hat man auch Glück im Anzeigenteil der kostenfreien Zeitung "Lünepost". Mitbewohnergesuche findet man am besten an den zahlreichen schwarzen Brettern auf dem Campusgelände.Schnellentschlossene finden jederzeit eine günstige Einzimmer-Wohnung bei der Göttinger Hausverwaltung und Kallmeyer & Nagel, die zusammen "Hinter der Saline" und am "Volgershall" kleine Appartments vermieten. Diese Wohnungen sind zwar nicht gerade idyllisch, dafür aber billig und zentral gelegen. Allerdings sollte man sich darauf einrichten, wegen des Straßenlärms hin und wieder auf Oropax zurückgreifen zu müssen. Und ganz wichtig: Wer hier wohnt, sollte unbedingt immer sein Fahrrad abschließen.Feiern und AusgehenEin Großteil des Lüneburger Studentenlebens spielt sich kostengünstig und zuhause zwischen Billyregal, Klappsofa Ängby und einer Kiste Bier ab. Wer davon genug hat, macht sich auf in Richtung Schröderstraße, wo man in szenigen Cafés und Restaurants sieht und gesehen wird. Am Wochenende kann man hier prima frühstücken, auch wenn es nicht ganz billig ist. Etwas alternativer geht es auf der Kneipenmeile "Stind" am Hafen zu, wo am Wochenende in Kneipen und Pubs vor allem im Sommer das Leben tobt.Mittwochs treffen sich die Schönen und Hippen in der Pinguin-Bar ("P-Bar") in der Schröderstraße zum Tequila-Abend. Fast jeden Donnerstag finden auf dem Campus im Vamos die Uniparties statt. Zum Warmtrinken gehen Frauen vorher ins Hemmingways in die Bardowicker Straße, wo das schönere Geschlecht Donnerstags tolle Cocktails für die Hälfte bekommt.Für entspannte Nachmittage ist ein Picknick oder Spaziergang im Kurpark zu empfehlen. Wer sich daneben noch sportlich betätigen möchte, kann in der angrenzenden Salztherme Lüneburg oder im günstigeren Hallenbad schwimmen gehen. Spätestens, wenn die Eltern am Studienstandort zu Besuch kommen, lohnt sich eine Besichtigung des alten Rathauses oder des Salzmuseums Lüneburg, wo man auf den Spuren der legendären "Salzsau" verfolgen kann, wie hier alles begann.Fragen zur Uni-Stadt Lüneburg? Mail to: k.bretthauer@web.de Praktische TippsEine gute Übersicht über die Stadt und das Leben darin, bietet die offizielle Site www.lueneburg.de/Unter www.lueneburg.de/tourist/index.html findet man auch einen Stadtplan.Infos über die drei Studienbereiche der Universität Lüneburg finden sich unter www.uni-lueneburg.deSehr freundlich und engagiert ist die Studienberatung, telefonisch zu erreichen unter (04131) 78-1260 oder per E-mail: zsb@uni-lueneburg.deInfos über die Studienmöglichkeiten an der Fachhochschule Lüneburg gibt es unter www.fh-lueneburg.deViele Fragen rund ums Studium, wie wohnen, Bafög und soziale Einrichtungen gibt es beim Studentenwerk Braunschweig.Praktisch und ganz neu ist, dass im Semesterbeitrag (145 Euro) die kostenfreie Nutzung des Lüneburger Bussystems und der Deutschen Bahn auf der Strecke Lüneburg-Hamburg enthalten ist.Die Möglichkeit, über die Uni Lüneburg ins Ausland zu kommen sind relativ gut. Partnerunis sind weltweit verstreut und je nach Fachbereich unterschiedlich. Infos erteilt das Akademische Auslandsamt, Tel. 04131/ 78-1070.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.09.2005