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Studieren für die Selbstständigkeit

Von Patrick Mönnighoff
Vor sieben Jahren hat die Fachhochschule Gelsenkirchen das Institut zur Förderung von Innovation und Existenzgründung eingerichtet. In dem Zentrum werden die Studenten auf eine spätere Selbstständigkeit vorbereitet.
HB GELSENKIRCHEN. Vor sieben Jahren hat die Fachhochschule Gelsenkirchen das Institut zur Förderung von Innovation und Existenzgründung eingerichtet. In dem Zentrum werden die Studenten auf eine spätere Selbstständigkeit vorbereitet. ?Unser Ziel ist es, in dem Institut den Gründergeist zu wecken?, sagt Christine Volkmann, Professorin an der Fachhochschule Gelsenkirchen.Dazu werden die Studenten in speziellen Veranstaltungen fit gemacht für die Selbstständigkeit. Sie lernen Business-Pläne zu erstellen, Geschäftsideen zu entwickeln und Finanzierungsmöglichkeiten auszuschöpfen. Zudem können sie in Wochenendseminaren an ihren ?Soft-Skills? arbeiten. Die Professoren und externe Berater schulen sie dort in Rhetorik, Verhandlungssicherheit und Business-Etikette.

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Trotz einiger Ausgründungen ist es jedoch nicht das oberste Ziel dieser Initiative, dass die Absolventen gleich nach ihrem Abschluss eine eigene Firma gründen. ?Vielmehr geht es darum, den Studenten die Möglichkeiten aufzuzeigen?, sagt Volkmann. Denn viele würden erst nach einigen Jahren Berufserfahrung in der Praxis ihre eigenen Geschäftsideen entwickeln. ?Bei der Umsetzung können sie dann auf ihre Kenntnisse aus der Studienzeit aufbauen und zudem von der Fachhochschule weiter beraten werden?, sagt die Professorin. Und das durchaus mit Erfolg. Christian Kammler, ehemaliger Informatik-Student an der Fachhochschule Gelsenkirchen, hat sich vor neun Monaten gemeinsam mit drei Kommilitonen selbstständig gemacht. Ihre Firma Four2B hat unter anderem ein elektronisches Ausschreibungssystem für Behörden entwickelt und beschäftigt neben den Gründern mittlerweile zwei Festangestellte sowie zwei Studenten im Praxissemester. ?Die Idee, dass wir uns selbstständig machen können, ist erst durch die spezielle Ausbildung an der Fachhochschule entstanden?, sagt der 27-jährige Geschäftsführer.Und das Projekt macht mittlerweile sogar Schlagzeilen. So wird Anfang Juni die Unesco an der Fachhochschule einen Stiftungslehrstuhl einrichten, mit dem die Arbeit des Zentrums weiter gefördert wird.Insgesamt gibt es an der Fachhochschule, die 1992 gegründet wurde und neben Gelsenkirchen noch Standorte in Bocholt und Recklinghausen unterhält, zwölf Fachbereiche aus dem technisch-naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Bereich. Momentan sind an der Hochschule rund 6 000 Studenten eingeschrieben, von denen die Hälfte direkt in Gelsenkirchen studiert. Allein im vergangenen Herbst haben 1 500 neue Studenten das Studium an der Fachhochschule aufgenommen.
Dieser Artikel ist erschienen am 09.05.2005