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Studienplätze ungerecht vergeben

Foto: aboutpixel.de / steff74
Das Verfahren, mit dem die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) Studienplätze vergibt, ist einer aktuellen Studie zufolge ineffizient und ungerecht.

Es führt dazu, dass nicht unbedingt die besten Bewerber zugelassen werden, sondern vielmehr diejenigen, die sich bei der Bewerbung besonders clever verhalten.

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Die Forscher untersuchten den Vergabemechanismus der ZVS für die Fächer Medizin, Biologie, Pharmazie und Psychologie. Die Auswahl der Bewerber erfolgt über drei nacheinander ablaufende Verfahren: Abiturbestenverfahren, Wartezeitverfahren und Auswahlverfahren der Hochschulen. Innerhalb dieser drei Verfahren erfolgt die Vergabe anhand der von den Bewerbern genannten Ortspräferenzen. Dabei kann ein Bewerber unter Umständen seine Chancen erhöhen, wenn er nicht seine wirklichen Wunschhochschulen angibt, sondern auf eine weniger gefragte Universität ausweicht oder gleich ganz auf eine Ortsangabe verzichtet.

Dieses taktische Verhalten führt unter anderem dazu, dass fast ein Drittel der im Abiturbestenverfahren ausgewählten Bewerber zunächst ohne Studienplatz bleibt. Sie erhalten allerdings die Möglichkeit, sich über das Auswahlverfahren der Hochschulen zu bewerben, wo sie sich eine größere Chance auf ihre Wunschhochschule ausrechnen können. Die im Abiturbestenverfahren übrig gebliebenen Studienplätze gehen in das Wartezeitverfahren ein - mit dem Ergebnis, dass es an vielen Universitäten mehr Studienanfänger mit schlechteren Abiturnoten gibt als vorgesehen.

Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin. Wochenbericht "Studienplatzvergabe: Die cleversten Bewerber kommen zum Zug".

Mehr unter: www.diw.de
Dieser Artikel ist erschienen am 27.05.2008