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Studiengänge und Abschlüsse

Axel Berkofsky
Wer plant, in Japan zu studieren, sollte sich in den Programmen der japanischen Fakultäten genau darüber informieren, welche akademischen Qualifikationen er aus Deutschland mitbringen muss.
Da sich das japanische Universitätssystem bei der Bezeichnung der Studiengänge an dem System der USA orientiert, wird bei den Zulassungsvoraussetzungen zwischen Undergraduate und Graduate Studies unterschieden (siehe dazu auch das Kapitel Zulassungsvoraussetzungen). Dabei gibt es wiederum Unterschiede zwischen den jeweiligen Universitäten. Interessenten sollten sich daher in den Programmen der Fakultäten genau darüber informieren, welche akademischen Qualifikationen sie aus Deutschland mitbringen müssen.

Die ersten beiden Jahre an einer japanischen Universität sind außerordentlich verschult. Mindestens im ersten Jahr, manchmal sogar länger, findet eine Art Einführungskurs mit einem festen Stundenplan, Fremdsprachenunterricht und anderen straff organisierten Lehrveranstaltungen statt. Auch der Rest des Studiums ist im Vergleich zu Deutschland sehr verschult. Die Art und Anzahl der zu besuchenden Kurse ist vorgeschrieben. Es gibt an den japanischen Universitäten zwei Abschlüsse: Nach vier Jahren Studium an einer japanischen Universität den Abschluss des Bachelors (Jap. Gakushi). Nach weiteren zwei Jahren, also insgesamt nach sechs Jahre Studium, verlassen japanische Studenten die Uni mit dem akademischen Grad des Masters (Jap. Shushi). Der Master entspricht je nach Fach dem deutschen Magister oder Diplom

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Der überwiegende Teil der japanischen Studenten verlässt die Uni nach dem Bachelor-Abschluss und tritt in die Berufswelt ein. In den letzten Jahren jedoch studieren immer mehr japanische Studenten an amerikanischen Universitäten weiter, in dem meisten Fällen, um einen MBA zu erwerben. Auch japanische Universitäten haben in den letzten Jahren begonnen, an den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten MBA-Studiengänge einzurichten, die sich wie auch anderswo sehr an dem amerikanischen Modell orientieren

Nach dem Abschluss des Masters und sechs Jahren Universität in Japan, an dessen Ende neben Prüfungen eine umfangreiche Abschlussarbeit steht, können japanische Studenten das Studium mit einer Promotion fortsetzen. Promotionen in Japan dauern ähnlich lang und variieren wie auch anderswo sehr nach Thema und Fach. Die Promotion in Japan ist allerdings nicht Voraussetzung für das Unterrichten an einer Universität. An den Universitäten unterrichten deswegen jede Menge pensionierte Bürokraten der Ministerien und Vertreter aus Wirtschaft und Politik, die entweder als Teilzeit- oder Vollzeitprofessoren den Status sowie das außerordentlich hohe Gehalt eines Professors genießen. Professoren, die einen Doktortitel haben, weisen daher gerne auf ihren Visitenkarten darauf hin, dass sie promoviert sind.
Dieser Artikel ist erschienen am 19.04.2001