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Stolperfallen

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie sich für eine private Krankenversicherung entschließen.
Wartezeit

Grundsätzlich gibt es in der Privaten Krankenvollversicherung eine Wartezeit von drei Monaten. Während dieser Zeit sind zwar Beiträge fällig, Leistung gibt's aber keine. Ausnahmen: generell beim Wechsel von der Gesetzlichen zur Privaten; beim Switchen von einer Privaten zur anderen, wenn der Versicherer dies in den AGB vorgesehen hat; und wenn das Unternehmen im Einzelfall beispielsweise nach einer Arztuntersuchung darauf verzichtet.

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Risikozuschlag/-ausschluss

Wer früher schon mal nennenswert krank war, muss mit höherer Prämie rechnen - unter Umständen auch dann, wenn das Ganze bereits seit Jahrzehnten auskuriert ist. Wie viel das ist, hängt von der Krankheit und vom jeweiligen Versicherer ab. Im schlimmsten Fall schließt der Versicherer eine Leistung ganz aus, sprich: bei bestimmten Erkrankungen muss der Versicherte den Arzt selber zahlen. Aber: Je nach Annahmerichtlinien der einzelnen Gesellschaft fällt die Einstufung des Kandidaten sehr unterschiedlich aus - auch bei derselben Krankenvorgeschichte. Tipp: Bei mehreren Gesellschaften Probeanträge stellen.

Obliegenheitsverletzung

Dieser Vorwurf der Versicherung kann dazu führen, dass der Versicherte kein Geld bekommt. Zu den Obliegenheitsverletzungen zählen vor allem fehlende oder falsche Angaben über bestehende Krankheiten und/oder Behandlungen bei Vertragsannahme.

Änderungsrisiko

Die Beiträge zur Privaten orientieren sich nicht an den jeweiligen Einkommensverhältnissen. Ändert sich da was, zum Beispiel durch Verdienstausfälle, muss der Versicherte seinen Krankenschutz den neuen Verhältnissen anpassen lassen. Kann er sich die Raten nicht mehr leisten, muss er notfalls auf den bisherigen Leistungsumfang verzichten.

Leistungslücken

Vor Vertragsabschluss muss sich jeder über die vom Versicherer ausgelobten Leistungen ein klares Bild verschaffen. "Nachbessern" ist im laufenden Vertrag grundsätzlich nicht möglich! Nicht selten ist dann immer gleich eine erneute Gesundheitsprüfung fällig, mit dem Risiko, dass der Arzt eine weitere abkassierreife Krankheit findet.
Dieser Artikel ist erschienen am 16.11.2001