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Stipendien jetzt auch aus der Wirtschaft

Bisher hielten sich die Unternehmen in Deutschland vornehm zurück, wenn es darum ging, für begabte oder bedürftige Studenten die Studiengebühren zu übernehmen. Erst Anfang Mai hatte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, erneut an die Unternehmen appelliert, mehr Stipendienprogramme einzurichten.
Jetzt gibt es erste positive Signale an der Uni Mannheim. Ab Herbst sollen die besten Studenten der baden-württembergischen Wiwi-Hochburg ein Stipendium bekommen, das ihnen die Übernahme der Studiengebühren garantiert. 50 Stipendien sind schon sicher, bis zum Start des nächsten Semesters soll sich die Zahl verdoppeln. Unter den Stiftern sind die Deutsche Bank, die zehn Stipendien zur Verfügung stellt, und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, die mit fünf Stipendien an den Start geht.

Gefördert werden sollen Studierende ab dem dritten Semester, die Auswahl erfolgt allein nach Leistung: ?Im Sommer liegen uns die Klausurergebnisse aus dem Frühjahr vor?, meint Achim Fischer von der Uni Mannheim. ?Daraus werden wir die Besten ermitteln und anschreiben, ob sie das Stipendium annehmen möchten.? Die Förderer können Wünsche äußern, aus welchem Fachbereich ihre Stipendiaten kommen sollen.

Die besten Jobs von allen


Zu einer Gegenleistung dürfen sie die Studenten jedoch nicht verpflichten: ?Jeder soll selbst entscheiden, ob er ein Praktikums- oder Jobangebot seiner Förderfirma annimmt?, sagt Achim Fischer. ?Die Firmen haben aber schon angekündigt, die Stipendiaten auch ideell fördern zu wollen.? Für die geförderten Studenten gilt ein Ehrenkodex: Wenn die Auserwählten sich als vermögend einschätzen, sollen sie die Auszeichnung annehmen und das Geld an Kommilitonen weitergeben. (df)
Dieser Artikel ist erschienen am 04.06.2007