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Steuerparadies mit Tücken

Sabine Hildebrandt-Woeckel
Im ersten Moment klingt es paradiesisch: In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) muss man keine direkten Steuern zahlen. Und da mit Deutschland derzeit auch ein Doppelbesteuerungsabkommen gilt ? es läuft noch bis Sommer 2008 ? muss das dort verdiente Gehalt auch in Deutschland nicht versteuert werden.
Im ersten Moment klingt es paradiesisch: In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) muss man keine direkten Steuern zahlen. Und da mit Deutschland derzeit auch ein Doppelbesteuerungsabkommen gilt - es läuft noch bis Sommer 2008 - muss das dort verdiente Gehalt auch in Deutschland nicht versteuert werden. - Der Traum jedes Steuerzahlers.Doch ein Schlaraffenland sind die VAE dennoch nicht: Arbeitnehmerrechte kennt man ebenso wenig ein Sozialversicherungssystem. Wer zum Beispiel gegen den Willen des Arbeitgebers selbst kündigt, kann schnell mit einem sechsmonatigen Arbeitsverbot belegt werden. Gegenüber Ausländern werden in einem solchen Fall außerdem Einreiseverbote zwischen sechs Monaten und einem Jahr ausgesprochen.

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Die Versicherungen im Einzelnen:

> Krankenversicherung: Derzeit gibt es eine Pflichtversicherung nur für Hilfsarbeiter ("Maids"). Laut Heike Bernhardt vom German Industry & Commerce Office in Dubai ist zwar geplant, in absehbarer Zeit eine Krankenpflichtversicherung für alle Arbeitnehmer einzuführen, sie lässt aber noch auf sich warten.

Einige private Anbieter wie etwa die Expat Services GmbH Dubai Branch (www.expatservices.ae) haben Policen speziell für Ausländer im Programm. Auch fast alle internationalen Versicherungen sind mit Filialen vor Ort.

Die meisten Deutschen schließen jedoch eine internationale Auslandskrankenversicherung ab, beispielsweise bei der in Irland ansässigen Allianz Worldwide Care (www.allianzworldwidecare.com). Für einen Mann zwischen 25 und 35 kostet das rund 2.500 Euro jährlich.

Auch einige private Versicherer aus Deutschland springen in den VAE ein. Privat Versicherte sollten vor der Abreise aber unbedingt vorher nachhaken und die Details klären.

Für alle Krankenversicherten gilt: Die Beiträge sind komplett selbst zu zahlen. Eine Arbeitgeber-Beteiligung wie hierzulande gibt es nicht.

> Rentenversicherung: Eine staatliche Rentenversicherung gibt es in VAE nicht. Wer aus der deutschen Versicherung ausscheidet, muss somit selbst vorsorgen.

> Arbeitslosenversicherung: Die Folgen von Arbeitslosigkeit kann man in den VAE nicht durch eine Versicherung mindern

> Unfallversicherung: Leistungen wie sie die hiesigen Berufsgenossenschaften von Gesetzeswegen bieten, gibt es in den Emiraten nicht. Allerdings sind die Arbeitgeber gehalten, selbst eine entsprechende Versicherung abzuschließen. Außerdem ist es für einen Arbeitnehmer möglich - und sinnvoll - die eigene private Krankenversicherung um diesen Aspekt zu ergänzen.

Schlaumacher
  • Steuer- und Unternehmensberatung Heller, Wien: Verfügen über fundierte Kenntnisse über die Verhältnisse in den Arabischen Emiraten, www.heller.consult.com.
  • Die VAE-Botschaft in Berlin: www.uae-embassy.de.
  • German Industry & Commerce Office, Dubai: www.ahkuae.com.
  • Raphaels-Werke: Beratungsstellen und Online-Beratungsdienste zum Thema Auswanderung sowie Länderinformationsschriften zum Bestellen www.raphaels-werk.de
  • Deutsche Rentenversicherung:
    Infos und Beratung zur gesetzlichen Rente, Riester- und Rürup-Verträgen www.deutsche-rentenversicherung.de, 08 00.10 00 48 00
  • Neues Land, neues Glück
    Birgit Adam, Redline Verlag, aktualisierte Auflage seit April, 8,90 Euro
  • Zentrale Arbeitsvermittlung (ZAV), Bonn: Konkrete Auslandsstellenangebote. Die Offerten findet man über folgenden Pfad: www.jobboerse.arbeitsagentur.de, Stellen-, Bewerberbörse: Arbeits- und Ausbildungssuchend, Stellenangebote suchen, Suchkriterien hinzufügen, Land ändern, Zielland anklicken
Dieser Artikel ist erschienen am 26.07.2007