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Stationen einer Karriere

Jens Wollmerath
Ihre Liebe zum Theater entdeckte Karin Beier bei ihrem ersten Theaterbesuch im Alter von 15 Jahren. Bereits sechs Jahre später führte sie mit ihrer eigenen Gruppe ?Countercheck Quarrelsome? in der freien Szene Shakespeare im Original auf.
Ihre Liebe zum Theater entdeckte Karin Beier bei ihrem ersten Theaterbesuch im Alter von 15 Jahren. Bereits sechs Jahre später führte sie mit ihrer eigenen Gruppe ?Countercheck Quarrelsome? in der freien Szene Shakespeare im Original auf. ?Das war die wichtigste Zeit meiner Karriere?, schätzt die Regisseurin ihre Lehrjahre ein. Anschließend arbeitete sie als Assistentin am Düsseldorfer Schauspielhaus, bevor sie sich ab 1992 mit eigenen Arbeiten einen Namen machte. Mit ihrer Inszenierung von ?Romeo und Julia? wurde sie zum Berliner Theatertreffen eingeladen und von der Zeitschrift ?Theater heute? zur Nachwuchsregisseurin 1994 gewählt. Anschließend hatte sie Engagements in Hannover, Bonn und Hamburg. Als eine ihrer persönlich wichtigsten Arbeiten sieht Karin Beier ihre mehrsprachige Inszenierung des ?Sommernachtstraums? 1995. Auch mit dieser Produktion wurde sie zum Berliner Theatertreffen eingeladen, anschließend erfolgte eine Ausstrahlung auf 3sat. Am Bremer Theater inszenierte sie ihre erste Oper, Bizets ?Carmen?. Es folgten Arbeiten in München, Bochum, Wien und Basel. In diesem Sommer beginnt sie unter der Intendanz von Dieter Wedel mit der Arbeit an den ?Nibelungen? in Worms.Warum Regisseurin?


Die besten Jobs von allen

Die Faszination des Berufes der Theaterregisseurin besteht für Karin Beier vor allem in der Möglichkeit, ?sich ständig mit der Psyche des Menschen? beschäftigen zu können. Es sei spannend, mit verschiedenen Menschen zu arbeiten und sich mit dem ?Menschsein? auseinander zu setzen. ?Außerdem ist es faszinierend zu sehen, wie aus dem Nichts etwas entsteht?, beschreibt sie den kreativen Prozess in ihrer Arbeit. Die permanente Auseinandersetzung mit Poesie in ihrer verbalen und visuellen Umsetzung sieht Karin Beier als einen der reizvollsten Aspekte ihrer Arbeit. Eine Inszenierung sei für sie dann gelungen, wenn sie gut gespielt sei. Es dürfe keine Willkür zu erkennen sein. Dabei gehe es nicht unbedingt darum, mit dem Stück reale Sachverhalte widerzuspiegeln. Auch bei abstrakten Inszenierungen ist es entscheidend, ?das Anliegen des Regisseurs zu erkennen und zu spüren.? Wer mehr über die aktuelle Arbeit von Karin Beier erfahren möchte, findet unter www.nibelungenfestspiele.de Informationen und Hintergründe zur Inszenierung in Worms.
Dieser Artikel ist erschienen am 14.06.2004