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Starter-Tipps

Katja Stricker
Studenten sind für Uni-Städte eine lukrative Einnahmequelle, wenn sie dort ihren Erstwohnsitz anmelden. Deshalb versüßen viele Städte Newcomern die Ummeldung mit einem Begrüßungsgeld. In Lübeck gibt es beispielsweise 100 Euro, Berlin lockt mit 110 Euro, Greifswald sogar mit einer einmaligen Finanzspritze von 150 Euro und in Leipzig gibt es pro Semester eine Prämie von 49 Euro. Nützliche Tipps zu Geld und Recht für den Start ins neue Leben.
Wohn-Prämie
Studenten sind für Uni-Städte eine lukrative Einnahmequelle, wenn sie dort ihren Erstwohnsitz anmelden. Deshalb versüßen viele Städte Newcomern die Ummeldung mit einem Begrüßungsgeld. In Lübeck gibt es beispielsweise 100 Euro, Berlin lockt mit 110 Euro, Greifswald sogar mit einer einmaligen Finanzspritze von 150 Euro und in Leipzig gibt es pro Semester eine Prämie von 49 Euro.
Ummelde-Muffel werden dagegen häufig bestraft. So erheben unter anderem Berlin, Bremen, Hamburg, Hannover, Kiel, Magdeburg, Mainz und Dortmund eine Zweitwohnsitzsteuer auf Kaltmieten. Je nach Miethöhe kommen da rasch einige hundert Euro im Jahr zusammen. Berlin kassiert zurzeit fünf Prozent, Bremen und Hannover acht und Dortmund sogar zwölf Prozent. Ob die Extrasteuer für Studenten rechtens ist, prüfen derzeit die obersten Richter

Party-Knigge
Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass eine Party im Monat lärmtechnisch erlaubt ist. Stimmt leider nicht. Kein Mieter hat ein Recht darauf, bis in die Puppen zu feiern, weder einmal im Monat, noch am Geburtstag. Auch am Wochenende gilt: nach 22 Uhr Musik und Gespräche auf Zimmerlautstärke runterfahren. Auch auf dem Balkon muss ab zehn Ruhe herrschen. Um Ärger mit den Nachbarn vorzubeugen, solltet ihr am besten vorab alle im Haus über die geplante Feier informieren.
Wer vorgewarnt ist, drückt meist eher ein Auge zu - auch nach zehn Uhr abends. Die gute Nachricht: Ein generelles Grillverbot im Mietvertrag ist unzulässig. Allerdings darf die Grillgemeinde dabei niemanden mit Qualm und allzu penetrantem Würstchengeruch belästigen. Eventuell kann vorgeschrieben werden, dass nur ein Elektrogrill benutzt werden darf

Die besten Jobs von allen


Bafög-Killer
Wie gewonnen, so zerronnen: Bafög-Empfänger, die beispielsweise durch Nebenjobs mehr als 4.206 Euro im Jahr verdienen, wird die Förderung gekürzt. Pro Monat sind also höchstens 350 Euro drin; ein 400-Euro-Job führt bereits zu Bafög-Einbußen von knapp 40 Euro im Monat. Auch das Kindergeld kann schnell mit dem Nebenjob kollidieren, wenn dieser zu einträglich ist: Studenten dürfen maximal 7.680 Euro verdienen, sonst wird ihren Eltern das Kindergeld gestrichen.
Berücksichtigt werden sämtliche Einkünfte, also sowohl die Löhne aus Nebenjobs wie auch aus Praktika, abzüglich der Werbungskostenpauschale von 920 Euro und der Sozialversicherungsbeiträge. Auch die Hälfte des Bafögs, dass der Student erhält, wird draufgerechnet. Unterm Strich ist danach ein monatlicher Verdienst von gut 715 Euro abzüglich der gezahlten Sozialabgaben drin

Spartarif
Bafög-Studenten können sich von den Rundfunk- und Fernsehgebühren befreien lassen. Für den Antrag braucht man lediglich eine beglaubigte Kopie des Bafög-Bescheids. Wer dagegen kein Bafög bekommt, muss die vollen GEZ-Gebühren berappen - gut 17 Euro pro Monat. Günstige Studententarife unabhängig vom Bafög gibt es fürs Handy: E-Plus gewährt beispielsweise 20 Prozent Rabatt auf den monatlichen Minutenpaketpreis, jeweils 7,50 Euro monatlich sparen Studenten bei Vodafone und T-Mobile. Vorlage des Studentenausweises genügt.
Bafög-Empfänger können mit dem Telekom-Sozialtarif auch im Festnetz sparen. Von den Gesprächsgebühren werden ihnen knapp sieben Euro pro Monat erlassen, die Anschlussgebühr fällt allerdings weiterhin an. Bei WGs gestaltet sich das Sparen schwieriger, denn nur der alleinige Anschlussinhaber bekommt die Vergünstigung

Gratiskonto
Auf eigenen Beinen stehen, heißt auch, seine Finanzen selbst zu managen. Viele Banken bieten ein kostenloses Girokonto für Studenten an. Voraussetzung ist allerdings ein regelmäßiger Geldeingang, etwa von den Eltern, dem Bafög oder einem Nebenjob. Dann gewähren viele Finanzinstitute auch Studenten einen überschaubaren Dispokredit und eine Kreditkarte. Im Gratiskonten-Angebot sind in der Regel eine ec-Maestro-Karte und andere Vergünstigungen enthalten.
So offeriert beispielsweise die Citibank eine Guthabenverzinsung von bis zu zwei Prozent und eine vergünstigte Kreditkarte für 15 Euro im Jahr. Einige Anbieter verzichten sogar ganz auf eine Kreditkartengebühr, darunter die HypoVereinsbank, die Direktbank 1822direkt und die Online-Tochter der Commerzbank, Comdirect. Dort erhalten Studenten bei Kontoeröffnung außerdem eine BahnCard 25 gratis obendrauf

Abgesichert
Bis zum Ende der Ausbildung ist jeder über die Eltern mitversichert, auch wenn er nicht mehr zu Hause wohnt. Absolutes Muss ist eine Haftpflichtversicherung: Hat die Familie keine abgeschlossen (was bei jedem dritten Haushalt der Fall ist), kann das teuer werden. Die Haftpflicht springt ein, wenn man im Party-Taumel versehentlich das Regal des Gastgebers samt DVD-Player und Laptop umreißt oder, schlimmer noch, einen Unfall oder Brand verursacht.
Dagegen kostet die Haftpflicht einen Klacks - 50 bis 100 Euro im Jahr. In der Hausratversicherung, die das eigene Mobiliar im Fall der Fälle ersetzt, sind Studenten dann mitversichert, wenn ihr Hauptwohnsitz bei den Eltern ist und sie nur ein Zimmer in Wohnheim oder WG unterhalten. Die Entschädigung hält sich allerdings in Grenzen. Aber wer hat als Student schon Designermöbel in der Bude.

Dieser Artikel ist erschienen am 02.09.2005