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St. Gallen steigt in die MBA-Arena

Die Fragen stellte Christoph Mohr, Handelsblatt
Eine der besten deutschsprachigen Wirtschaftsuniversitäten zu sein, reicht nicht mehr. Die HSG braucht Internationalität.
Die Universität St. Gallen (HSG), bekannt als eine der besten deutschsprachigen Universitäten für das Wirtschaftsstudium, will in Zukunft auch einen eigenen MBA anbieten. Warum? Sind auch Sie jetzt heiß auf das Geld zahlungskräftiger MBA-Studenten?Wir komplettieren mit dem regulären Vollzeit-MBA unser Aus- und Weiterbildungsangebot, das neben der Erstausbildung bereits heute mehrere erfolgreich eingeführte Executive MBA-Programme umfasst. Zudem müssen auch wir zur Kenntnis nehmen, dass international die Wahrnehmung einer Business School über die internationalen Rankings, und hier eben vor allem über die der Vollzeit-MBAs, erfolgt. Finanziell sind gerade Vollzeit-MBA?s bei allen Business Schools aufgrund der besonderen Qualitäts- und Serviceanforderungen sehr kostenintensiv. Wir wären daher schon zufrieden, wenn unser Vollzeit-MBA kostendeckend arbeiten würde.

Die besten Jobs von allen

Was haben Sie zu bieten, was andere nicht haben?Es ist richtig, dass es zahllose MBA-Programme gibt. Aber der deutsche Sprachraum ist der einzige große Sprachraum in Europa, aus dem es noch kein MBA-Programm in den internationalen Rankings gibt, das sehen wir als große Chance. Wir haben ein Programm konzipiert, das inhaltlich und methodisch mit allen Top-Programmen mithalten kann. Die MBA- Klasse wird bewusst sehr international und mit nur 40 bis 60 Studierenden sehr lernintensiv sein; zusätzlich bieten wir die Einbettung in die Strukturen der Universität St. Gallen, mit dem idealen Lernumfeld, dem großen Lehrkörper, der besonderen Praxisorientierung von Forschung und Lehre und dem traditionell ganzheitlichen Management-Ansatz. Schließlich profitieren unsere Studierenden von den Standortvorteilen in St. Gallen und der Schweiz mit der enormen Lebens- und Freizeitqualität.Sie gehen mit dem Anspruch an den Start, in nur wenigen Jahren zu den führenden MBA-Programmen nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern in ganz Europa zu gehören. Nehmen Sie da den Mund nicht etwas zu voll? Wir wollen mit dem MBA-Programm dahin, wo wir heute - zu Recht - im deutschsprachigen Raum mit unserer Ausbildung und unseren Weiterbildungsangeboten stehen. Wir sind die erste Universität im deutschsprachigen Raum, die die Bachelor-Master- Reform vollständig umgesetzt hat, und wir sind wiederum die erste Universität, die selbst einen Vollzeit-MBA anbietet. Wir stellen uns den internationalen Spielregeln der Rankings und Akkreditierungen. Studierende können bei uns die Qualität und den Service internationaler Top-Programme erwarten. Wir sind nicht besser als die heute Top-10-gerankten MBA- Programme, aber wir sind ebenso gut, und wir sind in St. Gallen in der Schweiz, das wissen die Studierenden sehr zu schätzen.Die HSG ist zweifellos eine hervorragende Hochschule. Aber sie ist nicht wirklich international, und auch Ihrem MBA-Programm fehlen die internationalen Dozenten. Die Internationalisierung der HSG schreitet auf allen Ebenen (Lehrkörper, Forschung, Publikationen, Studentenschaft) gut voran, und das neue MBA-Programm wird unsere internationale Positionierung als führende Business School in Europa noch verstärken.Wir haben in den letzten Jahren viele internationale Professoren und Professorinnen berufen, allein im MBA-Programm werden die zwölf Pflichtkurse von Dozenten aus sechs verschiedenen Ländern gegeben, das nenne ich sehr international. Unser Lehrkörper ist auch permanent in St. Gallen, wir fliegen die Dozenten nicht nur für ein Seminar ein.Außerdem bieten wir schon seit 1999 englischsprachige Masterprogramme an, und im MBA-Programm wird ausschließlich in Englisch gearbeitet. Darüber hinaus sind wir schon jetzt bei wichtigen Instanzen akkreditiert (bei Equis) oder stehen kurz vor dem Abschluss der Akkreditierung (beim AACSB): Das zeigt unsere internationale Reputation und Akzeptanz.Nun gibt es an der der HSG bereits den ?Medien-MBA?, den von Peter Glotz geschaffenen berufsbegleitenden MBA in Medien-Management. Machen Sie dem nun hauseigene Konkurrenz?Der ?Medien-MBA? ist ein hervorragendes Programm -nebenbei bemerkt, auch komplett in Englisch-, das aber klar als Executive MBA im Medienbereich konzipiert und positioniert ist. Der neue Vollzeit-MBA ist als General Management Programm keine Konkurrenz, sondern ein komplementäres Angebot der Universität St. Gallen. Wir bedienen mit den beiden Programmen unterschiedliche Zielgruppen.Servive: Der St.Gallen-MBA im ÜberblickAb Anfang 2005 wird die Universität St. Gallen (HSG) erstmals auch einen Vollzeit-MBA anbieten. Die Schweizer Hochschule, die als eine der besten deutschsprachigen Wirtschaftshochschulen gilt, komplettiert damit ihre Angebotspalette. Neben dem renommierten Wirtschaftsstudium bietet die Universität bereits heute einen Teilzeit-MBA New Media and Communication (Leitung: Peter Glotz) und neuerdings auch einen Executive MBA in Logistik, sowie Fortbildung an.Der 12-monatige Studiengang für 40 bis 60 Teilnehmer soll 60 000 SFr für Selbstzahler und 75 000 SFr für unternehmensgesponsorte Studenten kosten. Handelsblatt sprach mit Matthias Straetling, Executive Director des neuen MBA-Studiengangs.
Dieser Artikel ist erschienen am 27.11.2003