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Springer-Chef verschuldet sich tief für Anteile

Mathias Döpfner ist nun an dem von ihm geführten Medienhaus beteiligt: Von Friede Springer, der Witwe des Verlagsgründers Axel Springer, hat er 680 000 Aktien erworben. Döpfner muss noch mehr bezahlen als den reinen Kaufpreis von 52,3 Millionen Euro.
Mathias Döpfner. Foto: dpa
HB BERLIN. Das Medienunternehmen teilte am Donnerstag mit, Döpfner habe die Aktien zu einem Vorzugspreis von 77 Euro pro Stück erhalten. Sprecherin Edda Fels sagte, dieser Preis entspreche einem Abschlag von rund 25 Prozent zum aktuellen Aktienkurs und sei ?als Zeichen der Wertschätzung? Friede Springers für ihren Vorstandschef zu verstehen, der den Börsenwert der Springer AG seit seinem Amtsantritt im Januar 2002 nahezu verdreifacht habe.Insgesamt bezahlte Döpfner somit 52,3 Millionen Euro für die Anteile. Er hält nun zwei Prozent an der Axel Springer AG. Friede Springer hat das von ihr persönlich gehaltene Aktienpaket damit auf fünf Prozent reduziert. Der Mehrheitsanteil der von Friede Springer kontrollierten Axel Springer Gesellschaft für Publizistik von 50 Prozent und 10 Aktien bleibe davon unberührt, hieß es von Seiten des Unternehmens. Die Axel Springer AG ist börsennotiert. Lediglich 10,8 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz.

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Fels erklärte, Vorstandschef Döpfner habe den Kauf der Aktien über Kredite finanziert. Zum Kaufpreis von 52,3 Millionen Euro käme die Schenkungssteuer hinzu, die Döpfner entrichten müsse, weil er einen Vorzugspreis bekommen habe. Die Steuer müsse auf die Differenz zwischem dem Börsenkurs der Aktie am Tag des Vertragsabschlusses (104 Euro) und dem Kaufpreis (77 Euro) entrichtet werden.Springer schlüsselt die Bezüge seiner Vorstandsmitglieder bisher nicht auf. Gemäß der Bilanz für 2005 beliefen sich die festen und variablen Bezüge der vier Vorstandsmitglieder im zurückliegenden Geschäftsjahr auf 10,2 Millionen Euro.
Dieser Artikel ist erschienen am 20.07.2006