Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Sprechen lernen

bor

Sie können Chef oder Chefin sowieso nicht ändern? Merkwürdig, dass Sie es dann schaffen, Vorgesetzte mit ein paar Bemerkungen in sture Esel und Rumpelstilzchen zu verwandeln. Manipulieren Sie mal andersherum - indem Sie neue Verhaltensweisen proben. Vielleicht haben Sie inzwischen glatt vergessen, dass ein Chef ein Mensch ist. Der wie Sie Respekt, Lob und Anerkennung braucht.
Sie können Chef oder Chefin sowieso nicht ändern? Merkwürdig, dass Sie es dann schaffen, Vorgesetzte mit ein paar Bemerkungen in sture Esel und Rumpelstilzchen zu verwandeln. Manipulieren Sie mal andersherum - indem Sie neue Verhaltensweisen proben. Vielleicht haben Sie inzwischen glatt vergessen, dass ein Chef ein Mensch ist. Der wie Sie Respekt, Lob und Anerkennung braucht. Und in der "Sandwich-Position" zwischen Vorstand und Mitarbeitern davon meist wenig bekommt. Mit freundlichen, ehrlichen Worten können Sie viel erreichen. Fünf verbreitete Beschwerden und Sprechmittel dagegen.

Alles schwammig
Hä? Sie haben nicht verstanden, was Ihr Chef von Ihnen will. Statt sich mühsam "irgendwie durchzuwurschteln" und dafür anschließend Kritik zu kassieren, ist Auftragsklärung fällig. Fragen Sie nach, was er genau von Ihnen wofür bis wann erwartet. Fassen Sie das Besprochene in eigenen Worten zusammen und machen Sie sich Notizen. Stellen Sie Bedingungen und zeigen Auswirkungen: "Ich bräuchte dazu eine Digitalkamera, Statistiken von..." So schrumpfen Mammutaufgaben oft magisch zusammen. Statt einer detaillierten Aufstellung der Altersstruktur im Konzern reicht Ihrem Chef vielleicht schon das Durchschnittsalter der Belegschaft.


Alles bis gestern
Ihr Teamleiter überfällt Sie ständig mit neuen Ideen und will die Ausarbeitung am liebsten sofort. Streichen Sie die defensive Antwort: "Ich habe keine Zeit." Oder ein spontanes: "Das geht nicht." Sondern zeigen Sie, was geht, indem Sie Prioritäten klären. Wenn Sie sich zuerst um Projekt A kümmern, bleiben B, C, D so lange liegen.
Machen Sie Zeitangaben so präzise wie möglich. Ersetzen Sie ein allgemeines "Das dauert ewig" durch ein konkretes: "Dafür brauche ich zwei Tage." Sehen Sie auch das Gute am Kreativ-Hektiker: So wird Ihr Job wenigstens nicht öde.


Die besten Jobs von allen


Alles zu viel
Sie arbeiten mehr als fleißig. Und Ihr Vorgesetzter überträgt Ihnen munter zusätzliche Aufgaben. Kein Wunder, wenn Sie anstandslos nicken. Was ist schlimm daran, wenn etwas aus bestimmten Gründen mal nicht zu schaffen ist? Eine freundliche, nachvollziehbare Absage ist die beste Prophylaxe gegen Frust und Kopfweh.


Alles Mist

Klar, am liebsten würden Sie auf dämliche Pauschalkritik genauso dämlich-pauschal reagieren. Aber mit Zuhören kommen Sie weiter - auch wenn es schwer fällt. Fragen Sie, worauf genau Ihr Chef mit seiner Kritik zielt. Und klären Sie gemeinsam, wie Sie Fehler künftig vermeiden. Formulieren Sie Vorschläge in der Ich-Form: "Ich frage mich, ob wir dabei nicht A und B berücksichtigen sollten." Wirkt garantiert besser als: "Sie vergessen A und B." Bauen Sie Ihrem Chef goldene Brücken. Und setzen so Ihre Ideen durch.


Alles Intrige

Sie sollen für den Abteilungsleiter 20 Kopien machen. Die landen im Müll. Dann sollen Sie dieselben 20 Kopien sofort noch mal machen... Versuche zu vernünftigen Gesprächen laufen ins Leere. Okay, klarer Fall: Jemand will Sie loswerden, die Schikane hat System. Wenn Sie Ihre Nerven nicht ruinieren wollen, bleibt bei üblem "Bossing" nur eins: Bewerbungsunterlagen entstauben, Stellenanzeigen studieren. Holen Sie sich für die Zwischenzeit Tipps und Schutz vom Betriebsrat oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.

www.mobbing-zentrale.de
, www.anwaltauskunft.de
, www.draz.de
Dieser Artikel ist erschienen am 28.07.2005