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Sport-Kommentator bei WDR 2

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Einmal am Samstagnachmittag als Reporter bei der WDR-Bundesligakonferenz "Tooor!" rufen. Das war Holger Dahls Traum vom Glück. Da war er zwölf. Heute ist er 30 und er darf "Tooor!" rufen, sobald in den Fußballspielen eins fällt.
Einmal am Samstagnachmittag als Reporter bei der WDR-Bundesligakonferenz "Tooor!" rufen. Das war Holger Dahls Traum vom Glück. Da war er zwölf. Heute ist er 30 und er darf "Tooor!" rufen, sobald in den Fußballspielen eins fällt. Als fest angestellter Sportredakteur bei WDR 2 kommentiert er Spiele der ersten und zweiten Liga. Was klingt wie ein Märchen, ist eine Geschichte von Stehvermögen, Taktik und Glück. Als er 17 Jahre alt war, wurde sein Fußballtrainer Sportchef des Lokalradios im Ennepe Ruhrkreis. Kurze Zeit später war Dahl auch da und kommentierte sein erstes Spiel - eine Live-Basketballreportage.

Fortan arbeitete er regelmäßig frei für den Sender. Während seines Studiums an der Deutschen Sporthochschule in Köln hospitierte er in der Sportredaktion beim WDR 2 und lernte Sabine Töpperwien kennen, eine der wenigen deutschen Fußballkommentatorinnen. Sie wurde seine Chefin und half Dahl auch, als er nach dem Studium beim WDR-Auswahlverfahren für ein Volontariat scheiterte. "Über Sabine Töpperwien erfuhr ich, dass der NDR einen Redakteur für eine halbe Stelle suchte." Dahl schlug ein, pendelte eineinhalb Jahre zwischen Hamburg und Köln und bewährte sich so gut, dass er 2002 in Köln eine ganze Stelle antreten konnte, als Sportredakteur beim WDR 2. Vorläufiger Höhepunkt für Dahl: die Olympischen Spiele von Athen, Live-Berichterstattung von den Leichtathletik- und Schwimmdisziplinen.

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"Die Kunst des Kommentators ist es, dosiert explodieren zu können", sagt Dahl. "Die ganze Zeit herumzubrüllen hat keinen Sinn. Nicht jedes Spiel ist ein Vulkan." Auch sein Alltag verläuft eher unspektakulär: Fünf-Tage-Woche nach Tarifbezahlung, Wochenenddienste werden ausgeglichen. "Geholfen haben mir letztlich mein abgeschlossenes Studium, meine Erfahrungen als freier Journalist und meine persönlichen Kontakte zum WDR", erklärt Dahl seine schnelle Karriere als Kommentator. Zur ersten Reportergarde zählt er sich aber noch nicht. "Ich lerne noch und bin vor jedem Spiel nervös. Aber wenn dann ein Tor fällt und ich es ins Mikrofon brüllen darf - das ist immer noch das Größte."
Dieser Artikel ist erschienen am 23.03.2005