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Spekulationen über Abfindung

Von Michael Brauner, Handelsblatt
Der Boss der Telekom Austria, Heinz Sundt, bleibt im Amt ? vorerst. Doch eine Diskussion um die Ablösung ist entbrannt.
WIEN. Die ?schwarze Wolke?, die seit dem geplatzten Swisscomdeal über dem Haus hänge, müsse nun bald ?gelüftet? werden, formuliert der 56-jährige Top-Manager etwas umständlich. Was er damit andeutet, ist die eigene ungeklärte Personalie. Denn seit dem gescheiterten Verkauf an den Schweizer Konkurrenten ist die Diskussion um seine eigene Ablösung voll entbrannt.Für Sundt ?unverständlich?, zumal die Führung des Unternehmens und die Arbeit des Vierervorstand nach eigenen Angaben ?hervorragend funktioniert?, eine Aussage, die Vorstandskollege Boris Nemcik bestätigt. Und dies sei auch die notwendige Voraussetzung für eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags, sagte Sundt. Aber wenn im Aufsichtsrat ein ?anderes Verständnis? vorherrsche, dann würde er sich eine neuerliche Bewerbung um den Top-Job verkneifen. Zur Zeit denke er aber nicht an einen vorzeitigen Wechsel. Im Gegenteil: Er habe sich der Führung der Telekom ?aus ganzem Herzen verschrieben? und will diese Aufgabe weiter wahrnehmen.

Die besten Jobs von allen

Dass bei einem Verkauf der Telekom Austria an die Swisscom Sundt seinen Vorstandsposten an einen Vertreter von Swisscom hätte abgeben müssen, habe seine vorläufige Entscheidung auch weiter für das Unternehmen tätig zu sein ?nicht im Geringsten? beeinflusst.Die Gerüchte einer hohen Abfindungssumme, die Sundt bei einem Verkauf erhalten hätte, wischt der Pressechef der Telekom vom Tisch: ?Abfindungenszahlungen wären erst im Laufe von weiteren Verkaufsverhandlungen diskutiert worden.? Spekulationen darüber seien, in Anbetracht des gescheitertem Verkaufes, deshalb müßig.
Dieser Artikel ist erschienen am 25.08.2004