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Sechs Mythen über Kreativität

Widerlegt von Teresa Amabile, Kreativitätsforscherin an der Harvard Business School.
1. Nur kreative Persönlichkeiten sind kreativ
Falsch. Jeder mit normaler Intelligenz kann kreativ sein. Kreativität hängt zum Beispiel von Erfahrung ab, von Fertigkeiten und Talent. Wichtig ist auch, dass der Job Spaß macht.

2. Geld motiviert zu guten Ideen Gemäß
Amabiles Studien wollen die meisten lieber ein Arbeitsumfeld, in dem Kreativität unterstützt und wahrgenommen wird. Sie wollen sich einbringen und vorankommen.

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3. Zeitdruck erhöht die Kreativität
Das Gegenteil ist der Fall: Zeitdruck hemmt die Ideen. Die Mitarbeiter brauchen genügend Zeit, um in ein Problem, das sie lösen wollen, richtig eintauchen zu können.

4. Angst bringt Geistesblitze
Das kann funktionieren, doch ist es eher umgekehrt: Es ist sogar viel wahrscheinlicher, dass Kreative dann einen Durchbruch haben, wenn sie am Tag zuvor glücklich waren.

5. Wettbewerb erhöht die Kreativität
Nein. Erfolgreich wird man, wenn man zusammenarbeitet und die Ergebnisse teilt. Denn in einem Unternehmen gibt es niemanden, der alles weiß. Die Erkenntnisse müssen wie ein Puzzle zusammenkommen.

6. Straffe Organisation fördert Kreativität
In Unternehmen, die sich verschlanken, ist eher folgendes zu beobachten: Die Leute haben Angst vor dem Ungewissen, die Motivation sinkt. Das ist schädlich für jede Kreativität.
Dieser Artikel ist erschienen am 03.01.2008