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Schwache Konjunkturdaten drücken asiatische Aktienmärkte

Schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten und damit ausgelöste Sorgen bezüglich der zukünftigen Wachstumsraten der japanischen Wirtschaft haben am Dienstag an der Börse in Tokio für Kursverluste gesorgt.
HB SINGAPUR/TOKIO. Auch die meisten anderen asiatischen Aktienmärkte gaben nach. Der Dollar holte zur japanischen Währung auf 103,22 Yen auf, notierte aber zum Euro nur leicht über seinem Stand aus dem New Yorker Schlusshandel. Der Euro kostete damit rund 1,3261 Dollar. Die US-Ölpreise gaben wieder leicht nach, nachdem sie sich zuvor wegen Produktionsunterbrechungen und Sorgen vor möglichen Engpässen im Winter wieder auf die Marke von 50 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) zu bewegt hatten. Eine Feinunze Gold notierte mit 451,75 Dollar knapp unter ihrem 16-Jahres-Hoch vom Vortag.Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss um 0,7 Prozent schwächer bei rund 10 899 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,4 Prozent auf 1098 Zähler zu. Wegen der Anzeichen für eine Verlangsamung des japanischen Wirtschaftswachstums hat der Nikkei im vergangenen halben Jahr anders als die US-Aktienmärkte rund zwei Prozent verloren. Die japanische Industrieproduktion ging im Oktober vorläufigen Berechnungen zufolge saisonbereinigt zum Vormonat um 1,6 Prozent zurück. Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg von 0,1 Prozent erwartet.

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?Die Daten zur Industrieproduktion waren schlecht und das hat den Markt dazu bewegt, den Dollar zurückzukaufen?, sagte Takashi Toyahara von Nomura Securities. ?Aber das gibt ihm keinen allzu großen Auftrieb.? Devisenhändler gehen zudem von einem eher ruhigen Handel aus, bis neue Daten zur US-Konjunktur kommen. Die zweite Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt der größten Volkswirtschaft der Welt im dritten Quartal wird am Dienstag um 14.30 Uhr erwartet. Im Wochenverlauf wurden noch neue US-Arbeitsmarktdaten erwartet.Die US-Börsen hatten am Vortag uneinheitlich geschlossen. Während die Standardwerte nachgaben, trieben die Aktien des US-Computerkonzerns Apple die Technologiebörse auf ein Zehn-Monats-Hoch. Analysten hatten Apple wegen der Verkaufsaussichten für dessen digitales Musikabspielgerät iPod hochgestuft. Davon profitierten auch Apple-Konkurrenten in Fernost. Die Aktien von Creative Technology aus Singapur legten um 1,5 Prozent zu.Die Anteile des japanischen Autoteileherstellers und Maschinenbauers Kokusai verteuerten sich um 2,9 Prozent, nachdem eine Wirtschaftszeitung berichtet hatte, das Unternehmen beginne noch im Dezember mit einer Produktion in China, um seine Kosten zu senken. Auch die Aktien des Telekommunikationskonzerns NTT DoCoMo legten um 2,3 Prozent zu. Das Unternehmen hatte mit dem britischen Mobilfunker MMO2 eine Vereinbarung zur Einführung des Internetdienstes i-mode unter anderem in Großbritannien und Deutschland geschlossen.Mit einem Aufschlag von 25 Prozent verließen die Aktien des Börsenneulings E*Trade Securities den Handel. Der nach Marktumsatz größte Online-Broker Japans gab am Dienstag sein Börsendebüt.
Dieser Artikel ist erschienen am 30.11.2004