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Schrempp bleibt bis 2008 Daimler-Chrysler-Chef

Jetzt hat auch der Aufsichtsrat seinen Segen gegeben: Jürgen Schrempp soll nach dem Willen des Gremiums weitere drei Jahre Vorstandschef des Autokonzerns bleiben. Zugleich verjüngt Daimler-Chrysler den Vorstand wie erwartet weiter.
Jürgen Schrempp soll bis 2008 im Amt bleiben. Foto: dpa
HB STUTTGART. Der Aufsichtsrat sprach sich am Mittwoch einstimmig dafür aus, Schrempps im April 2005 auslaufenden Vertrag bis 2008 fortzusetzen. Zum neuen Mercedes-Chef wurde Wolfgang Bernhard ernannt, bisher Vize-Chef der angeschlagenen US-Sparte Chrysler.Der endgültige Beschluss über Schrempps Vertragsverlängerung wird aus aktienrechtlichen Gründen bei der nächsten Sitzung im April gefällt. Bernhard (43) ersetzt den langjährigen Mercedes-Chef Jürgen Hubbert (64). Als Nachfolger für Finanzchef Manfred Gentz rückt Bodo Uebber (44) in den Vorstand, der daneben weiterhin die erfolgreiche Konzernsparte Daimler-Chrysler Services in Berlin leiten wird. Gentz (62) geht am 16. Dezember in den Ruhestand. Damit stellte der Aufsichtsrat in Stuttgart die Weichen für eine Verjüngung der Konzernspitze.

Die besten Jobs von allen

Damit habe der Aufsichtsrat für Kontinuität und eine gute Mischung aus alten und jungen Führungskräften gesorgt, hieß es im Konzern. Beobachter wiesen daraufhin, dass mit Bernhard und Uebber Vertraute von Schrempp auf wichtige Konzernpositionen gebracht wurden. Der Konzernchef müsse nun beweisen, dass seine umstrittene Strategie der Globalisierung mit Chrysler und Mitsubishi erfolgreich sei, war aus Aufsichtsratskreisen zu hören.Schrempp (59) steht seit 1995 an der Spitze der damaligen Daimler- Benz AG. Drei Jahre später begann er mit der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler, seine Vision einer ?Welt AG? umzusetzen. Kurz darauf beteiligte sich die neue DaimlerChrysler AG als größter Aktionär (37 %) am japanischen Autobauer Mitsubishi. Hohe Verluste bei Chrysler und den Japanern sorgten immer wieder für großen Unmut der Aktionäre des Stuttgarter Autokonzerns. Für Aufsehen sorgte außerdem der noch nicht entschiedene Prozess des US-Investors Kirk Kerkorian, der die Fusion mit Chrysler als Übernahme bezeichnet und von Daimler-Chrysler hohen Schadenersatz will.Mit Thomas LaSorda (49) als stellvertretendes Vorstandsmitglied der Daimler-Chrysler AG rückt ein zweiter Nordamerikaner in das Führungsgremium des Konzerns neben Chrysler-Einkaufschef Thomas Sidlik. LaSorda übernimmt Bernhards Posten als Vize-Chef unter Dieter Zetsche bei Chrysler in Detroit. Er war dort bislang für die Produktion verantwortlich.Hubbert und Bernhard werden sich die Führung der Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, Smart, Maybach) vom Mai bis August teilen. Dann übernimmt Hubbert von Schrempp die Leitung des ?Executive Automotive Comittees? (EAC), in übergreifende Produktthemen und Strategien des Autokonzerns behandelt werden. Mit Ablauf seines Vertrages im April 2005 wird Hubbert bei Daimler-Chrysler wie geplant ausscheiden.Forschungschef Thomas Weber übernimmt ab 1. Mai als ordentliches Vorstandsmitglied zusätzlich zu seinem jetzigen Ressort die Leitung der Entwicklung der Mercedes Car Group von Hans Joachim Schöpf, der am 30. Juli 2004 in den Ruhestand geht. Damit wird nach Angaben aus dem Konzern die zunehmende Bedeutung der technologischen Entwicklung im PKW hervorgehoben.
Dieser Artikel ist erschienen am 18.02.2004