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Schnelles Geld

10 000 Dollar für einen Tag Arbeit ? so üppig kassieren normalerweise nur A-Promis oder Auftragskiller. Der Pharmakologe Cornelius Krasel ist keins von beidem. Er hat die stolze Summe mit ehrlicher Arbeit verdient ? über www.innocentive.com, eine Ideenbörse für Wissenschaftler.
"Ich gucke da immer mal wieder rein", erzählt der 39-Jährige, der 2005 für eine Stelle als Dozent aus Würzburg ins englische Reading auswanderte. Für Naturwissenschaftler ist die Börse ein Geheimtipp: Unternehmen schreiben dort anonym Forschungsaufträge aus und belohnen die beste Lösung mit Geldprämien zwischen 5 000 und 100 000 US-Dollar.Im Fall von Cornelius Krasel ging es um den Nachweis von Ionen in einer Flüssigkeit. Mit einem ähnlichen Thema hatte sich der Pharmakologe bereits in seiner Dissertation beschäftigt. Doch statt ins Labor ging Krasel in eine medizinische Literaturdatenbank ? und fand schnell einen Aufsatz, der das Problem bereits gelöst hatte.

Die besten Jobs von allen

Krasel begründete auf zwei Seiten, warum diese Lösung die richtige sei. Ein paar Monate später hatte er das Geld auf dem Konto. "So effizient habe ich noch nie in meinem Leben gearbeitet", lacht Krasel.Er ist einer der wenigen Deutschen, die bei Innocentive eine Prämie abräumten. Amerikaner und Russen machen den Großteil der erfolgreichen Forscher aus. Kein Wunder, findet Krasel: "Bei Innocentive sind meistens sehr konkrete Lösungen gesucht. Das bekommt man an deutschen Universitäten nicht so beigebracht."

(bdo)
Dieser Artikel ist erschienen am 30.01.2006