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Samuelsson wohl neuer MAN-Vorstandschef

Hakan Samuelsson, der bisherige Chef der MAN-Nutzfahrzeugsparte, wird nach Angaben aus Branchenkreisen vermutlich neuer Vorstandschef des Münchener Unternehmens.
HB MÜNCHEN. ?Es läuft wahrscheinlich auf Samuelsson zu?, war am Freitag aus den Branchenkreisen zu erfahren. Es könne allerdings noch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass die Entscheidung noch anders ausfalle. Die Nachfolge soll bis zur Hauptversammlung des Nutzfahrzeug- und Maschinenherstellers am Mittwoch geregelt sein. Die ?Süddeutschen Zeitung? berichtete vorab, intern sei bei MAN die Entscheidung für Samuelsson gefallen. Ein MAN-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Er bestätigte lediglich, dass sich der Aufsichtsrat am Mittwoch vor der Hauptversammlung mit der Nachfolge befasse. Der langjährige MAN-Vorstandschef Rudolf Rupprecht scheidet zum Jahresende aus.Im Vorfeld waren auch Branchenexperten davon ausgegangen, dass Samuelsson wahrscheinlichster Kandidat für die Firmenspitze ist. Der Schwede hatte das LKW-Geschäft mit einer Sanierung wieder auf Kurs gebracht. ?Er kann MAN zusammenhalten und aufpassen, dass keine Sparte wieder aus dem Ruder läuft?, sagen Analysten. Als möglicher Kandidat hatte auch der Chef der börsennotierten Druckmaschinentochter MAN Roland, Gerd Finkbeiner, gegolten, der als sehr guter Verkäufer gilt.

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Die ?Süddeutsche Zeitung? berichtete, der 53 Jahre alte Samuelsson solle zum 1. Januar den Vorstandsvorsitz übernehmen. Finkbeiner sei aus dem Rennen. Im Unternehmen heiße es allerdings auch, dass die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat für die Berufung des als harter Sanierer geltenden Schweden einige Bedingungen gestellt hätten, über die noch nicht zu Ende diskutiert sei.Unter der Führung Rupprechts wurden mehrere Sparten des MAN-Konzerns, der von Bussen über Lastwagen und Dieselmotoren bis hin zu Druckmaschinen eine breite Produktpalette herstellt, saniert und das Unternehmen als ganzes erhalten. In der Vergangenheit war immer wieder spekuliert worden, dass MAN im Rahmen einer Konsolidierung der europäischen Nutzfahrzeugbranche auseinander genommen werden könnte.Bis auf die Druckmaschinensparte MAN Roland hatten zum Jahresauftakt alle Bereiche einen Gewinn gemacht. Die Bussparte erreichte 2003 und damit ein Jahr früher als geplant die schwarzen Zahlen und soll auch im Gesamtjahr zum Konzerngewinn beitragen. Das Unternehmen hat weite Teile der Busproduktion in die Türkei und nach Polen verlegt.An der Börse schloss die MAN-Aktie am Freitag den Xetra-Handel mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 30,55 Euro, sie entwickelte sich damit parallel zum Gesamtmarkt.
Dieser Artikel ist erschienen am 04.06.2004