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Rund um Zukunftsstrategien

Andreas Jung | Meike Hebestreit
Gekündigt - was nun?
Wie findet man am besten einen neuen Job?

Zwar ist der Stellenmarkt in den meisten Zeitungen derzeit dünn. Trotzdem bleibt das regelmäßige Durchforsten der Anzeigen unerlässlich. Wer mehrere aussagefähige Bewerbungsmappen bereithält und sie nur noch auf die jeweilige Stelle anpassen muss, kann schnell reagieren. Bewerbungstipps und Kurse gibt es beim Arbeitsamt. Außerdem können Ratgeber-Bücher weiterhelfen. Sinnvoll ist es, seinen Lebenslauf online zu stellen. Zahlreiche Jobvermittlungen bieten im Internet ihre Dienste an (etwa jungekarriere.com/jobturbo, worldwidejobs.de, jobpilot.de, monster.de, stepstone.de, futurestep.de).

Wie können Netzwerke helfen?

Nur wer weiß, dass man für eine neue Stelle zur Verfügung steht, kann auch ein Angebot machen. Also: Gezielt im Freundes- und Bekanntenkreis streuen, dass man auf der Suche nach einer neuen Stelle ist, welche Branche, welche Tätigkeit und welcher Arbeitsort in Frage kommen.

Die besten Jobs von allen


Sollte man bei einem Jobangebot sofort zugreifen?

Wer es finanziell einrichten kann, sollte jedes Angebot in Ruhe prüfen und nicht spontan zusagen. Eine einzige gut begründete Zeit der Arbeitslosigkeit schadet dem Lebenslauf in der Regel nicht. Wer jedoch mehrfach Jobs verloren hat, bekommt Probleme bei der Stellensuche. Und wer ziellos Jobs annimmt, wirkt wenig karriereorientiert, gerät bei Bewerbungen in Argumentationsnot. Je mehr ein Stellensuchender über einen möglichen Arbeitgeber weiß, desto leichter fällt die Entscheidung. Sonst kann es einem wie jenen Mitarbeitern von Kabel New Media gehen, die nach der Pleite zu Popnet wechselten ? und kurz darauf die nächste Insolvenz erlebten.

Was leisten Outplacement-Berater?

Die Vermittlungsquote dieser Dienstleister, die Gekündigten einen neuen Job verschaffen, ist überdurchschnittlich hoch. In der Regel werden sie von Unternehmen eingeschaltet, die hoch bezahlte Mitarbeiter entlassen wollen, ohne dafür einen rechtlich haltbaren Kündigungsgrund zu haben. Die Trennung soll nach innen und außen möglichst geräuschlos abgewickelt werden. Betroffene sollten mit ihrem Chef über das Einschalten eines Outplacement-Beraters verhandeln und die Kostenübernahme vertraglich festhalten. Adressen: www.outplacementpartners.com

Was kosten Outplacement-Berater?

Branchenüblich ist ein Honorar von 18 bis 22 Prozent des letzten Bruttojahreseinkommens. Hinzu kommen eine Bürokostenpauschale von etwa 1.500 bis 2.500 Euro und die Gebühren für Stellenanzeigen

Ist die Arbeitslosigkeit eine gute Gelegenheit, etwas ganz Neues anzufangen?

Der berufliche Einschnitt führt bei manchem zur Überlegung, einen anderen Weg einzuschlagen: sich selbstständig zu machen, ins Ausland zu gehen, die Branche zu wechseln oder eine Familie zu gründen. Doch eine solche Entscheidung sollte nicht spontan und vermeintlich mangels Alternativen getroffen werden. Wichtig ist, vorher die persönlichen, beruflichen und finanziellen Folgen zu prüfen. Nicht jeder ist den neuen Anforderungen gewachsen. Wer nicht nur sich selbst, sondern auch Lebenspartner und Freunde zu Rate zieht, gewinnt ein ehrliches Bild und geht die Veränderung selbstbewusster und mit guten Chancen an.
Dieser Artikel ist erschienen am 24.01.2002