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Ruhrgebiet soll modernster Medizinstandort werden

Die Gesundheitsbranche entwickelt sich im Ruhrgebiet zur Jobmaschine: Bis 2015 sollen dort rund 60.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Das berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere in seiner am 22. Oktober erscheinenden Ausgabe unter Berufung auf Untersuchungen von Josef Hilbert, Direktor des Gelsenkirchener Instituts für Arbeit und Technik (IAT).

Wachstumsmotor für die Gesundheitsbranche werden im kommenden Jahrzehnt vor allem die Alterung der Gesellschaft und der medizinische Fortschritt sein. Bereits in den vergangenen Jahren hat sich der aussterbende Industriestandort Ruhrgebiet zu einer Medizinmetropole entwickelt. Laut einer Studie des IAT arbeitet hier jeder Fünfte in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Unternehmen der Bio- und Medizintechnik oder Wellness- und Sportstudios. Insgesamt beschäftigt der Gesundheitssektor an der Ruhr 240.000 Menschen, das sind so viele wie in den Branchen Bau-, Kohle-, Stahl- und Energiewirtschaft zusammen.

Die besten Jobs von allen


Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Ruhrgebiet zwischen 2000 und 2002 von 1,58 auf 1,56 Millionen gesunken ist, stieg die Zahl der Jobs in der Gesundheitswirtschaft um 4,6 Prozent. Mit 133 Kliniken und 85.000 Beschäftigten verfügt das Ruhrgebiet inzwischen über die dichteste Kliniklandschaft Europas. Hinzu kommen 9.000 niedergelassene Ärzte.

Lange habe die Gesundheitswirtschaft nur eine Nebenrolle in der Regionalpolitik gespielt, bemängelt IAT-Direktor Hilbert und bezeichnet sie deshalb als ?heimlichen Helden des Strukturwandels?. Jetzt verkündet Ministerpräsident Peer Steinbrück in seinem Masterplan, ganz Nordrhein-Westfalen nach dem Vorbild des Ruhrgebiets zum modernsten Medizinstandort in Deutschland auszubauen. Ziel sei es, zahlungskräftige Patienten aus dem Ausland in die Region zu holen und Medizin zum Exportschlager zu machen.

Auch bundesweit ist die Gesundheitsbranche auf Wachstumskurs: Aktuell suchen beispielsweise Roche Diagnostics 100 Hochschulabsolventen und 100 Young Professionals, bei Fresenius sind aktuell 100 Stellen zu besetzen. Rund 90 Berufseinsteiger und 40 Young Professionals plant Boehringer Ingelheim einzustellen und der Medizindienstleister Dräger Medical braucht 140 junge Nachwuchstalente.

Die November-Ausgabe von Junge Karriere erscheint am 22. Oktober 2004.
Dieser Artikel ist erschienen am 18.10.2004