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Risiken und Nebenwirkungen

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist in Kraft, doch viele schert es noch nicht. Stellenanzeigen mit Fragen wie: ?Sie sind zwischen 25 und 40 Jahre alt und wollen in einem jungen erfolgsorientierten Team mitarbeiten?? sind weiterhin in Zeitungen zu finden. Manchem Personaler ist wohl nicht klar, dass hier Schadenersatzklagen von bis zu drei Monatsgehältern drohen.
Tatsächlich lässt aber auch das Gesetz einen Strauß Fragen offen: Darf man im Bewerbungsgespräch nach Wehr- und Ersatzdienst fragen? Ist eine so banale Frage wie die nach Berufserfahrung schon Altersdiskriminierung? Oder die Suche nach Berufseinsteigern?

?Es herrscht Unsicherheit bei allem, was im Gesetz nicht ausdrücklich genannt ist?, sagt DIHK-Arbeitsrechtsexpertin Hildegard Reppelmund. Den Begriff ?Young Professional? lässt die Personalberatung Kienbaum Executive Search jetzt lieber außen vor. ?Fragen nach Geburtsdatum und Familienstand sind tabu?, erklärt Geschäftsführungsmitglied Sörge Drosten den dünnen Grat der Auswahl. Anonymisierte Bewerbungen favorisieren aber nur 17 Prozent der deutschen Personalmanager, so eine aktuelle Umfrage.

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Bei Kündigungen wird die Verwirrung komplett: Laut AGG gilt ausschließlich das Kündigungsschutzrecht. Nach EU-Vorgabe aber soll das AGG auch bei Entlassungen greifen, sagt Reppelmann. Gesund klingt das wirklich nicht. Heilung tut Not. (kog)
Dieser Artikel ist erschienen am 28.09.2006