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Revolution am Arbeitsmarkt

Welche Branchen boomen, wo neue Jobs entstehen. Exklusiv-Umfrage unter Arbeits- und Trendforschern.
Arbeitslose Akademiker wird es in ein paar Jahren kaum mehr geben. "Der demographische Wandel wird unsere Arbeitswelt revolutionieren", sagt Harald Schartau, NRW-Wirtschaftsminister und Mitgründer einer Initiative, die die Folgen der zu niedrigen Geburtenrate und stetig steigender Lebenserwartung für Volkswirtschaft und Firmen untersucht. "Was da auf uns zukommt, wird völlig unterschätzt", so der Politiker in der aktuellen Ausgabe des Job- und Wirtschaftsmagazins Junge Karriere.

Eine Umfrage des Magazins unter den führenden Demographen, Arbeitsmarkt- und Trendforschern Deutschlands zeigt: Die Jobwelt steht vor einem Umbruch. Schon im Jahr 2005 werden mit 23 Prozent im Kollegenkreis erstmals mehr über 50-Jährige als unter 30-Jährige vertreten sein. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Arbeitskräfte - allein in den kommenden sieben Jahren um rund eine halbe Million. Die Folge: Extremer Mangel an Fach- und Führungskräften.

Die besten Jobs von allen


"Neue Branchen boomen, neue Jobs entstehen und neue Chancen tun sich auf", wertet Jörn Hüsgen, Chefredakteur Junge Karriere (Verlagsgruppe Handelsblatt) den dramatischen Wandel am Arbeitsmarkt. Profiteure der demographischen Entwicklung sind vor allem Branchen wie Bildung, Sicherheit, Biotech und Robotik, so die einhellige Meinung der von Junge Karriere befragten Trendforscher. Einen Milliardenmarkt birgt außerdem der Beratungs- und Gesundheitssektor. Dort entstehen völlig neue Berufsbilder: etwa der auf internationales Cyber-Recht spezialisierte E-Lawyer oder Präventionsmediziner, die sich aufs Vorbeugen statt aufs Heilen konzentrieren. Technik-Begeisterte können künftig als Robot Humanizer Robotern das Signalisieren von Gefühlen beibringen oder als Mechatroniker in der Umwelttechnologie tätig sein.
Dieser Artikel ist erschienen am 22.04.2003