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Redakteur im Newsroom des Handelsblatt

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Drei Jahre reiste Bert Fröndhoff als Reporter für die Chemiebranche für das Handelsblatt durch die Republik, immer der nächsten Story auf der Spur. ?Damals habe ich jede Woche mehrere große Artikel geschrieben?, erzählt Fröndhoff, der über die hauseigene Journalistenschule zum Handelsblatt kam.
Drei Jahre reiste Bert Fröndhoff als Reporter für die Chemiebranche für das Handelsblatt durch die Republik, immer der nächsten Story auf der Spur. ?Damals habe ich jede Woche mehrere große Artikel geschrieben?, erzählt Fröndhoff, der über die hauseigene Journalistenschule zum Handelsblatt kam. Mittlerweile liest man kaum noch etwas von ihm. Seit Januar 2003 arbeitet der 35-jährige Redakteur im Newsroom des Handelsblatt, der Schaltzentrale der Düsseldorfer Wirtschaftszeitung. In dem riesigen L-förmigen Raum mit den auffälligen orangefarbenen und grünen Wänden planen und produzieren mehrere Dutzend Redakteure und Layouter das Blatt, während sich die Autoren auf Recherche und Schreiben konzentrieren.

Bis zur Eröffnung des Newsroom im November 2002 gab es diese Trennung zwischen Schreibern und Editoren nicht. ?Für viele war der Wechsel in den Newsroom zunächst nicht leicht. Der Journalist ist vom Selbstverständnis her eher Schreiber. In den USA sind die so genannten Editoren viel angesehener?, sagt Fröndhoff. Mit fünf Kollegen, die um mehrere aneinandergestellte Schreibtische herumsitzen, füllt er jeden Tag die sechs bis acht Seiten des Ressorts ?Unternehmen und Märkte?. Zum so genannten Desk gehören außerdem ein Layouter, ein Bildredakteur und ein Researcher. Heute vertritt Fröndhoff den Deskchef und ist für die Blattplanung zuständig.

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Zwischen 8 und 10 Uhr scannt er die wichtigsten Konkurrenzzeitungen, wirft einen Blick auf die Nachrichten und Tagespläne der Agenturen und checkt die Angebote der Autoren. Bis zur Konferenz um 10 Uhr muss er drei bis vier Themen für die Titelseite und den Ressort-Aufmacher haben, die sich bis zur Mittagskonferenz um 13.30 Uhr noch mal ändern können. Die Hauptarbeit für die Kollegen beginnt um 14 Uhr. Dann steht das Konzept für die Seiten, die Artikel trudeln rein. Jetzt heißt es korrigieren, kürzen, nachfragen, ergänzen, Bilder und Grafiken bestellen, und dabei immer die Nachrichtenlage im Auge behalten. Bis 17 Uhr müssen die ersten Seiten fertig sein. ?Von der Zeit dazwischen merkt man nichts?, sagt Fröndhof. Manche Texte müssten vom Kopf auf den Fuß gestellt werden, ?aber meistens reicht ein guter Absatz.? Die meisten Autoren schätzten den Vorteil, im Newsroom einen ersten Leser zu haben.

Wenn um 18 Uhr die erste Ausgabe in den Druck geht, übernimmt der Spätdienst. ?An ruhigen Tagen bleibt die Ausgabe nahezu unverändert. Manchmal muss man alles umschmeißen. Dann wird es auch schon mal hektisch?, sagt Fröndhoff. Im Vergleich mit seiner Zeit als Reporter reizt ihn der umfassende Blick über viele Branchen, den er nun erhält. Trotzdem will er irgendwann wieder mehr schreiben. Vor kurzem war er für vier Wochen als Vertretung in London. ?Das war super.?
Dieser Artikel ist erschienen am 24.02.2005