Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Recht: Kündigungsschutz greift erst nach sechs Monaten

Eine zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbarte kürzere Probezeit hat nicht automatisch einen vorzeitig eintretenden Kündigungsschutz zur Folge. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt entschieden. Die Richter wiesen die Klage eines Küchenhelfers gegen ein Restaurations-Unternehmen zurück. Unternehmen und Mitarbeiter hatten eine kürzere Probezeit als die im Gesetz vorgesehenen sechs Monate vereinbart. Nach deren Ablauf wurde dem Küchenhelfer gekündigt. Der Arbeitnehmer vertrat nun die Auffassung, dass er bereits nach Ablauf der vereinbarten Probezeit vollen Kündigungsschutz besitze und die Kündigung deshalb unwirksam sei. Laut Urteil ändert eine kürzere Probezeit aber nichts an der Tatsache, dass ein Arbeitnehmer erst nach sechs Monaten im Betrieb in den Genuss des vollen Kündigungsschutzes gelangt. Etwas anderes gelte nur dann, wenn sich die Parteien im Arbeitsvertrag ausdrücklich auf einen vorzeitigen Eintritt des Kündigungsschutzes geeinigt hätten.

Arbeitsgericht Frankfurt, Aktenzeichen: 6 Ca 6950/00
Dieser Artikel ist erschienen am 17.04.2001