Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Ralf Rieckmann

Die ersten Wochen
Operations Management/Marketing Management
Assignments und Group Monitoring
Management Project Teil I
Assignments und Electives
Business Simulation und "Soft Skills"
Strategic Accounting
Time Management
Das fünfte Elective
Mai 2006
Management Projekt
Geboren wurde ich 1965 in Hamburg. Dort bin ich auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach meiner Banklehre bei der Deutschen Bank AG in Hamburg entschied ich mich für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Justus-von-Liebig-Universität in Giessen. Nach meinem Abschluss als Diplom-Ökonom im Jahr 1993 studierte ich Volkswirtschaftslehre an der Université Montpellier in Frankreich. Nach einem kurzen Intermezzo bei der SEGA GmbH in Hamburg wurde ich dann Controller Konzernreporting bei der Sartorius AG in Göttingen. Von dort wechselte ich Anfang 1999 als Investor Relations Manager zur Linde AG nach Wiesbaden. Nach drei sehr interessanten Jahren bei der Linde AG ging ich Anfang 2002 als Abteilungsleiter Investor Relations zur Deutschen Post AG nach Bonn.

Die besten Jobs von allen

Im Vordergrund meiner MBA-Überlegungen stand die Verbreiterung und Vertiefung meiner Kenntnisse. Wichtig für meine Entscheidung für NIMBAS waren die Größe der Fakultät, oder besser gesagt die Übersichtlichkeit, die Breite der angebotenen Fächer besonders auf dem Gebiet der Finanzwirtschaft, die internationale Ausrichtung sowie der persönliche Eindruck.Die ?Universiteit NIMBAS Graduate School of Management? residiert in einem alten, sehr schön restaurierten und durchaus verwinkelten Gebäude an einer Gracht mitten im historischen Stadtzentrum von Utrecht. Da Utrecht neben NIMBAS eine der großen Universitäten beheimatet, ist für studentisches Flair gesorgt. Es gibt eine angenehm große Zahl netter Kneipen und Bars, die ich größtenteils aber noch nicht ausprobiert habe. Nun zu den Fakten: Der Jahrgang 2005/2006 des Full Time MBA?s umfasst 23 Studenten bzw. Studentinnen aus 8 verschiedenen Ländern. Der Altersdurchschnitt liegt bei knapp. 31 Jahren.Das Studienjahr 2005/2006 begann für die Nicht-Niederländer mit einer Einweisung in das Leben in den Niederlanden. Neben offensichtlichen Dingen wie der Liebe der Niederländer zu ihren Fahrrädern (und gelegentlich auch zu denen anderer Mitbewohner) wurden wir Neuankömmlinge besonders auf die direkte Art der Niederländer hingewiesen.Die erste Woche begann mit ?Accounting?. Diese Woche wurde zusammen mit dem Part Time MBA Jahrgang 2005/2007 absolviert. In Accounting standen der Gebrauch und die Analyse von Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalflussrechnung im Mittelpunkt. Ebenfalls detailliert wurden die Grundlagen des Controlling betrachtet. Im Gegensatz zu den Usancen einer deutschen Universität wurde den theoretischen Grundlagen kaum Beachtung geschenkt. Dafür stand der kritische Umgang mit den Zahlenwerken und ihre Bedeutung sowie ihre Beschränkungen im Fokus. Breiten Raum nahm die Gruppenarbeit ein. Hierbei waren die drei Professoren stets ansprechbar und diskussionsbereit. Neben der Prüfung am 3.Dezember müssen wir bis dahin eine börsennotierte Gesellschaft unserer Wahl analysiert haben. Dabei darf der Report 1.750 Worte nicht übersteigen.Ein weiterer Programmpunkt der ersten Woche war die Einführung in unser ?Personal Development Portfolio? (PDP), ein in diesem Jahr neu eingeführtes Modul. Dieses Modul wird sich über die gesamte Zeit unseres MBAs erstrecken. NIMBAS legt besonderen Wert auf die ?Soft Skills?. Deshalb steht ein eigenverantwortlich ausgeführter ?Skills Audit? am Beginn dieses Moduls. Hierauf aufbauend sollen wir Schwachpunkte bzw. Veränderungsmöglichkeiten identifizieren. An diesen Punkten sollen wir dann das Jahr über arbeiten. Am Ende steht eine schriftliche Selbstbetrachtung. Die Tendenz unter den Kommilitonen scheint eine gewisse Ratlosigkeit hinsichtlich dieses Moduls zu sein.Die zweite Woche wurde von ?Effective Learning Skills? eröffnet, auch dies ein Teil des PDP. Der Kurs hielt leider nicht was der pompöse Titel versprach. Über einen Tag hinweg wurden wir auf die Gefahren und disziplinarischen Auswirkungen von nicht einwandfrei gekennzeichneten Zitaten hingewiesen. Eine Stunde hätte es auch getan. Leider wurde dafür den eigentlich interessanten Fragen bezüglich einer optimierten Zeit- und Ressourcenplanung für unsere Assignments kein Raum geschenkt.Am nächsten Tag entschädigte dafür eine Einführung in die Typologie nach Myers-Brigg. Egal was wir vorher an Einwände gegen die theoretische Relevanz dieses ?Tests? hatten, der Tag verlief erkenntnisreich und höchst amüsant.Die dritte Woche war der Volkswirtschaft vorbehalten. Mikro- und Makroökonomie in einer Woche! Auch hier zeigte sich, wie viel Zeit man durch das Weglassen theoretischen Ballasts gewinnen kann, ohne das der Erkenntnisgewinn darunter leidet. Wie schon bei ?Accounting? stand die praktische Anwendung des erlernten Wissens im Vordergrund. Fragen hinsichtlich Marktmacht und -formen sowie die Spieltheorie stießen bei uns auf deutlich mehr Interesse als Keynes und die Fiskalpolitik. Die deutsche Volkswirtschaft und ihr Zustand waren dabei der ?Running gag? in diesem Modul. Auch hier erwartet uns eine schriftliche Prüfung am 3.Dezember sowie ein Essay von 1.750 Worten über entweder die Kostentreiber der Automobilindustrie oder die Strategie hinter der Einführung der Sony PSP.Die vierte Woche (sowie die beiden folgenden) bedeutete für uns ?PiO? oder ?People in Organisations?. Eine andere Umschreibung dafür lautet ?Organisational Behaviour?. Hierbei geht es um die sogenannten weichen Faktoren in der Betriebswirtschaftslehre wie u.a. Kommunikation, Persönlichkeit, Motivation, Teamwork, Organisationsstruktur, Konfliktstrategien, Human Resources Management, Management und Leadership sowie Management of Change.Teamwork wurde sehr eingehend behandelt, neben der theoretischen Seite in der Vorlesung wurde ein ganzer Tag der praktischen Arbeit gewidmet. Dies bedeutete, dass wir uns mit den Phasen der Gruppenbildung auseinandersetzen mussten. Anscheinend wartet die allseits gefürchtete ?Storming?-Phase noch auf meine Gruppe. Und, so die Theorie, ohne sie durchlitten zu haben können wir nicht in die ?Performance?-Phase vordringen. Wir werden sehen... Es gilt anzumerken, dass ?weich? nicht mit langweilig oder gar schwafelig gleichzusetzen ist. Das Thema war ausnehmend interessant. Leider wurde es ab und an von den Professoren etwas stiefmütterlich behandelt.Ansonsten erhöht sich der Druck auf uns Studenten ganz allmählich. Die herannahenden Prüfungen und Abgabetermine werfen ihre Schatten voraus. Für PiO sollen wir zwei Essais mit je 1.500 Worten schreiben ? eines zu einer von uns zu suchenden wissenschaftlichen Arbeit, das andere muss eines von 6 angebotenen Themen behandeln. Der verantwortliche Lecturer steht netterweise mit Rat und Tat den Studenten zur Seite. Was sehr positiv ist, ist dass seine Antworten auf per E-Mail gestellte Fragen meist am gleichen Tag eintreffen. Neben dem Verfassen unserer Essais bzw. Reports werden wir uns auch auf die am 28.November stattfindende Prüfung vorbereiten müssen. Dies wird eine zweistündige Klausur sein, in der zwei von sechs gestellten Fragen beantwortet werden müssen.Die letzten Wochen bestanden aus einer ganzen Reihe von außergewöhnlich guten Veranstaltungen. Hauptsächlich waren wir ? neben dem Verfassen unserer diversen Assignments ? mit ?Operations Management? und ?Marketing Management? beschäftigt. Marketing Management bildet eine Vorlesungseinheit mit Operations Management. Dies ist eine der Neuerungen in unserem Studienjahr. Beide Kurse sollen enger zusammenwachsen und Synergien erzeugen.Es war faszinierend zu sehen, wie interessant und augenöffnend ein Gebiet wie ?Operations Management? sein kann, wenn es von einem sehr guten Lecturer dargeboten wird. Das simple Geheimnis scheint Leidenschaft zu sein. Leidenschaft, sein Gebiet zu erläutern und die Verknüpfungspunkte mit angrenzenden Gebieten aufzuzeigen. Leidenschaft war auch im Spiel, wenn der Professor eine Lanze wider die Verlagerung der Produktion ins Ausland brach. Hinzu kam seine weitere, nicht nur auf Effizienz und Kostensenkung abzielende Sicht der Dinge. Er verband wirtschaftliches Denken mit einer ethischen Grundhaltung. Ohnehin zieht sich ethisches Denken und Handeln als roter Faden durch die Kurse bei NIMBAS. Nicht so sehr der Ellenbogen ist gefragt, sondern vielmehr ein aufmerksames und durchaus kritisches Miteinander.Aus diesem Grund ? und weil NIMBAS eine überaus gemischte Studentenschaft vorweist ? hatten wir eine Vertiefung in ?Intercultural Management?. Das Gegenüber- und Infragestellen verschiedener Grundeinstellungen, sei es zu Terminen, Hierarchien oder auch so etwas simplen wie Gesten, war ein Anliegen dieses Kurses. Deutlich aufregender war unser Präsentationstraining. Hier bewiesen wir vor einer Kamera unser rednerisches Talent. Wie das Intercultural Management ist es ein Teil unseres Personal Development Portfolios. Wir sind aufgerufen, über uns nachzudenken, Schwachpunkte herauszufinden und Wege zu finden, diese abzustellen. Und wenn wir nicht in diesem einen Jahr des ?ruhigen? Studierens Zeit dazu finden ? wann dann?Marketing Management wurde ? wie auch Operations Management ? von einem international erfahrenen Praktiker gelehrt. Man kann den Kurs als zeitgemäße und praxisnahe Einführung in das Gebiet des Marketing auffassen. Auch den Skeptikern, die Marketing als zu soft und wenig exakt betrachteten, wurde das Thema nähergebracht. Der 17. November war für uns Studenten ein besonderer Tag, da wir an diesem Tag unsere Entscheidung hinsichtlich der Electives (Vertiefungsfächer) kundtun mussten. Neben einer weiten Auswahl an Spezialisierungen und Studienorten standen auch Programme an den Universitäten von Bradford (UK), Brisbane (Australien) und Schulich (Kanada) zur Wahl. Unsere Programm-Managerin stand uns bei allen Fragen hinsichtlich der Auswahl unserer Electives zur Seite. Sie arrangierte kurzfristig ein Treffen mit einem Headhunter, der uns seine Sicht der Anforderungen des Arbeitsmarktes darlegte und ? so benötigt ? auch für Einzelgespräche zur Verfügung stand.Anstrengende Wochen liegen hinter uns. Neben den Vorlesungen standen vier Abgabetermine von Assignments sowie vier Prüfungen ins Haus. Die Nervosität unter den Studenten war durchaus beträchtlich. Aber die Prüfungen waren fair.Ansonsten haben wir die abschließenden Vorlesungen über Operations Management gehört ? und meine Begeisterung ist auch angesichts des zu bearbeitenden Assignments nicht abgeflaut. Professor Brown hat uns die Aufgabe gestellt, uns in die Rolle von Consultants zu versetzen und Unternehmen unserer Wahl zu analysieren. Dabei sollen drei Aspekte der Produktion betrachtet werden ? und Verbesserungsvorschläge gemacht werden. Hat der Umfang bisheriger Assignments ?nur? 1.500 bis 1.750 Worte betragen, so dürfen wir nun 3.500 Worte verwenden. Immerhin haben wir bis zum 3. Januar 2006 Zeit, was bedeutet, dass die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester sehr kurzweilig zu werden verspricht.Hinzu kommt das zweite Assignment: Marketing. Auch hier dürfen wir in knappen 3.500 Worten ein Unternehmen unserer Wahl analysieren. Und der Abgabetermin ist ebenfalls der 3. Januar. Das Leben ist schön... Neben den Vorlesungen hatten wir die Gelegenheit, uns einem Group Monitoring stellen zu dürfen. Das Studium bei NIMBAS ist auf der Überzeugung aufgebaut, dass neben dem Erwerb von Einzelfertigkeiten und Wissen auch die Teamfähigkeit gefördert werden sollte. Unsere Arbeitsgruppen haben darum im Group Monitoring mit einem Psychologen zusammen an etwaigen Problemen in der Gruppe bzw. an Verbesserungsmöglichkeiten gearbeitet. Mindestens für meine Gruppe kann ich schreiben, dass das Group Monitoring ein echter Erfolg war. Wir sind seit seitdem besser in der Lage, uns und die anderen Gruppenmitglieder einzuschätzen. Auch ist das Vertrauen in die anderen Teammitglieder gewachsen.Das Jahr 2006 und damit unser ?Management Project? werfen ihre Schatten voraus. In einer ausführlichen Erläuterung durch die NIMBAS-Studienleitung wurde das Procedere besprochen. Wir sollen uns so langsam Gedanken über ein passendes Thema machen. Für die Studenten, die eine Spezialisierung anstreben, muss das ?Management Project? im Gebiet der Spezialisierung liegen. Um später einen entsprechenden Eintrag in seine MBA-Urkunde zu erhalten muss man außerdem zwei ?Electives? aus dem Bereich der Spezialisierung gewählt haben. Als Spezialisierungen stehen ?Financial Management?, ?Marketing Management? und ?Environmental Management? zur Wahl.Als weitere Vorbereitung auf unser ?Management Project? haben wir Business Research gehört. An vier Tagen wurden wir dort mit den Feinheiten wissenschaftlichen Arbeitens und Schreibens bekannt gemacht. Im Mittelpunkt einer sehr interessanten, wenn auch manchmal etwas trockenen Vorlesung standen Themen wie unterschiedliche Researchphilosophien, die Wahl einer passenden Analysestrategie bis hin zu statistischen Problemstellungen. Am 5.Januar 2006 steht uns hier eine schriftliche Prüfung ins Haus, für die Abgabe unseres Assignments haben wir etwas länger Zeit.Da ich in der Weihnachtszeit mit den Assignments für ?Operations Management? und ?Marketing? vollauf beschäftigt sein werde, wird dies für dieses Jahr das letzte Lebenszeichen aus Utrecht sein. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch! In der Zeit über Weihnachten und Sylvester war mein Computer die Person, mit der ich mich am meisten unterhalten habe. Grund hierfür waren die zwei Assignments für ?Operations Management? und ?Marketing?. Beides waren sogenannte große Assignments, da sie anstatt der üblichen 1 750 Worte 3 500 Worte verlangten. 3 500 Worte erscheinen auf den ersten Blick Platz für ausschweifende Erklärungen zu lassen, sind aber geschrieben doch recht kurz. Kreative Zähltechniken eingeschlossen bin ich wie meine Studienkollegen knapp über der erlaubten Wortanzahl geblieben.

Die erste Januarwoche sah neben der Abgabe der beiden Assignments die Klausur in ?Business Research? sowie am Freitag und Samstag ein freiwilliges Seminar über ?Negotiation Skills?. Unsere Lehrer waren Professoren der befreundeten spanischen Business School EADA. Von ihnen wurden wir in die tieferen Geheimnisse des Verhandelns eingeführt. Es scheint so einfach zu sein, aber wie so oft im Leben macht auch hier Übung den Meister.

In der nächsten Januarwoche stand dann ein echtes Highlight auf dem Programm: ?Strategic Management?. Ausgehend von der Erläuterung der Strategie im Unternehmen über die strategische Analyse der auf das Unternehmen einwirkenden Faktoren, den Unternehmensressourcen und -fähigkeiten hin zu Wettbewerbsvorteilen wurde ein umfassender Einblick in dieses spannende Thema gewährt. Mehr als gewährt, denn unser Professor, Dr. Herbert Paul, forderte eine aktive Mitarbeit geradezu ein. Ein Mittel war hierbei die Präsentation von Unternehmensstrategien nebst einer kritischen Analyse. Insgesamt war Professor Paul ein Highlight in unserer an guten Professoren nicht gerade armen bisherigen Zeit bei NIMBAS.

Am Wochenende stand dann das Seminar ?Managing Creativity? an. Leider galt hier für mich ?Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!?, denn die zur Verfügung stehenden Plätze waren zu schnell vergeben.

Der 16.Januar markierte den Beginn unserer ?Electives?, das heißt der von uns zu wählenden Vertiefungskurse. Vier mussten wir auswählen, fünf durften gewählt werden. Die ?Electives? reichen von ?Financial Management? über ?Best Practice? und ?Corporate Governance? hin zu ?Environmental Management?. Insgesamt standen 20 Electives zur Auswahl. Vorlesungsorte sind dabei neben Utrecht Bradford (UK), Bonn, Mainz, Berlin und München.

Mein erstes Elective startete am 16.Januar mit ?Financial Management?. Die ersten beiden Tage waren dabei einer allgemeinen Einführung in das Gebiet vorbehalten. Der Rest der Woche sah uns dann beim Verfassen des Assignments für ?Business Research? zu. Sofern wir noch Zeit zur Verfügung hatten, wurde diese in die Vorbereitung der in der letzten Januarwoche stattfindenden ?Business Simulation? gesteckt.

Die Spannung beginnt sich langsam bemerkbar zu machen. Fast jedes Gespräch dreht sich um die anstehende ?Business Simulation?. Die Kommilitonen aus dem ?Part time?-Studiengang erfreuen sich wachsender Beliebtheit, haben sie doch die Erfahrung schon hinter sich. Neben den rein fachlichen Fragestellungen werden auch die Gruppenzusammensetzungen diskutiert. Die unterschiedlichen Charaktere der Teammitglieder bieten reichlichen Gesprächsstoff, gehen doch alle davon aus dass es zu mehr oder weniger spannungsgeladenen Situationen kommen wird. Laut der ?Spielanleitung? ist eines der Ziele das Verhalten unter Stress zu erkunden.

?Financial Management? ging in der vorletzten Januarwoche in die letzte Runde. Neben den gängigen Unternehmensbewertungs-Modellen standen Finanzierungsformen auf dem Lehrplan.

Eines der Ziele unserer Business School ist das Erlernen bzw. der Ausbau von ?Soft Skills?. Aus diesem Grund sind wir im ?Personal Development Portfolio? angehalten uns selbst kennen zu lernen. Wir sollen über unsere Problembereiche nachdenken und uns Verbesserungsziele setzen. Am Mittwoch und Donnerstag standen Einzelbesprechungen mit unserem Programmtutor auf der Tagesordnung. Hier sollten wir Auskunft über den Stand unserer Selbsterkenntnis geben und unsere Aktionspläne für die drei ausgemachten Verbesserungsziele vorstellen.

Freitag und Samstag standen dann im Zeichen von ?Marketing Yourself?. Patrick Hibbin von unserer Partner-Universität Bradford erläuterte uns an zwei Tagen Bewerbungsstrategien. Ein ausgesprochen angenehmer und nützlicher Kurs.

Fröhlich und ausgelassen haben wir dann am Freitag noch das chinesische Neujahr gefeiert. Unsere taiwanesischen Kommilitonen hatten dazu eingeladen.

Der Maerz begann mit ?Strategic Accounting?. Ein sehr interessantes Elective, welches von Kostenrechnung bis zum Management von Intellectual Capital reichte. Meine Gruppe durfte eine Praesentation ueber die Vorzuege von Economic Value Added halten. Obwohl das Konzept von EVA durchaus interessant ist, kam es uns ein klein wenig von gestern vor.

Mein MBA-Jahrgang scheint mit allen Themen im Zusammenhang mit Financial Management auf dem Kriegsfuss zu stehen. Es ist auffallend, dass ich der einzige Full-time MBA-Student in diesem Kurs war. Ueberhaupt war dieses Elective mit 16 Studenten eines der kleinsten, von Environmental Management einmal abgesehen.

Nun ist es doch noch passiert. Am Freitag sollte meine Gruppe ihr Group Assignment fuer die Business Simulation abgeben, und wir mussten um Verlaengerung bitten. Der Grund war, dass eines der Gruppenmitglieder seinen Teil nicht zur allgemeinen Zufriedenheit vorbereitet hatte. Am folgenden Montag haben wir dann abgegeben und am Dienstag ist es dann zum Knall gekommen.

Wir haben eine geteilte Note beantragt. In unserer so harmonischen Gruppe? Die Nimbas-Verantwortlichen haben versucht die Wogen zu glaetten, bisher erfolglos. Sie haben uns aber einen sehr wichtigen Ratschlag mit auf den Weg gegeben: Wir sollten den Konflikt und seine Entstehung als Lernerfahrung verbuchen. Und es stimmt, betrachtet man den Konflikt unter diesem Gesichtspunkt ist er einfacher zu verarbeiten.

Anfang April werden wir uns zu Gespraechen mit der Studienleitung treffen. Dann werden wir sehen, wie der gruppendynamische Prozess weitergeht. Nachdem ich fuer mein Individuelles Assignment in Best Practice Management einen Aufschub wegen akuter Arbeitsueberlastung erhalten habe, konnte ich das Assignment puenktlich am 23.Maerz abgeben. Der Kurs hat so schlechte Noten bekommen, dass Nimbas den Teilnehmern die Moeglichkeit geboten hat in den naechsten drei Jahren ein Elective ohne die uebliche Gebuehr zu absolvieren. Ich muss gestehen, dass ich das fuer ein sehr angenehmes Angebot halte. Zum einen fand ich das Elective nicht so schlecht, und zum andere kann ich nun ein weiteres Elective waehlen.

Eines der Themen in meinem Personal Development Portfolio ist Time Management. Und daran muss ich wirklich arbeiten. Mein Individuelles Assignment in Risk and Crisis Management entstand in einer einer wissenschaftlichen Arbeit unwuerdigen Zeitspanne.

Neben den Fragen wer welches Elective wann hat und ob man sich vor der Uebergabe der Diplome im Dezember sieht, baut sich das Management Project uebergross vor uns auf. Nimbas akquiriert erfolgreich Unternehmen und Themen und ist so eine grosse Hilfe. Die Studenten, die ein bestimmtes Thema im Kopf haben, schwaermen momentan aus um geeignete Unternehmen anzusprechen.

Am letzten Tag im Maerz steht mir noch ein Treffen mit dem Nimbas-eigenen Headhunter bevor. Dies geschieht im Rahmen des sogenannten Career Coaching. Wir werden meinen Lebenslauf durchsprechen, Staerken und Schwaechen analysieren und ueberlegen, welche Branchen und Fachgebiete fuer mich in Frage kommen. Ich moechte auch noch etwas ueber Bewerbungsstrategien erfahren und eroertern, wie ich meine etwaig vorhandene Schwachpunkte positiv erlaeutern kann. Die Berichte anderer Studenten waren ueberwiegend positiv. Man darf also gespannt sein. Das fünfte Elective
Mein fünftes und letztes Elective fand vom 8. bis zum 11.April in Mainz statt. Neben Mainz finden Electives in München, Berlin, Bonn, Bradford und natürlich in Utrecht statt. Diese Vielzahl an Veranstaltungsorten hängt mit der Struktur von Nimbas zusammen. Nimbas bietet neben dem Full Time MBA und den Masters Programmen in Utrecht Part Time Programme in Mainz, Bonn und Berlin an sowie einen Executive MBA in München. Die verschiedenen Veranstaltungsorte bieten die Möglichkeit, dass sich Studenten verschiedener Programme treffen und Kontakte knüpfen können.

Aber zurück zu dem Elective. Es handelte sich um Management of Change. Definitiv eines der beliebtesten Electives, wovon schon die Zahl von über 40 Teilnehmern Kunde ablegt. Der Professor war sich seiner Aufgabe bewusst und zeigte sich ihr gewachsen. Es war neben Strategic Accounting das forderndste und interessanteste Elective für mich. Das Assignment verspricht sehr interessant zu werden. Die Aufgabe ist ein Change Programm in einem uns bekannten Unternehmen kritisch zu betrachten. Oder aber uns selbst aus dem Blickwinkel eines Change Programms zu analysieren. Dies würde den Bogen zu unserem Personal Development Portfolio schlagen. Auch hier sollen wir über uns reflektieren und drei Themengebiete benennen und auswerten, auf denen unserer Ansicht nach für uns Nachholbedarf besteht.

Mehrere andere Studenten aus dem Part Time MBA Programm waren schon in Best Practice Management und Risk & Crisis Management dabei gewesen. Die wachsende Vertrautheit zwischen Part Time und Full Time Studenten trug zu der lockeren Stimmung bei, die das ganze Elective über herrschte.

Da es mein letztes Elective war, habe ich mir die Freiheit genommen vor und während der Osterfeiertage auszuspannen.

Mein Management Projekt
Die Wahl meines Management Projektes drängt sich mit Kraft in den Vordergrund. Das Management Projekt kann entweder in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen oder als reines Desk Research durchgeführt werden. Die meisten Part Time MBA Studenten führen ihr Management Projekt bei ihrem Arbeitgeber durch. Die Full Time MBA Studenten hingegen müssen sich bei Unternehmen bewerben und für sich und ihr Projekt werben. Hierbei werden wir nach Kräften von Nimbas unterstützt. Jedes Jahr wenden sich Alumni mit Vorschlägen an Nimbas und bieten diese Themen interessierten Studenten an. Die Verwaltung von Nimbas prüft die Angebote und stellt sie in eine Datenbank ein.

Für alle Studenten mit einer Spezialisierung heißt es ein Thema aus dem Gebiet der Spezialisierung zu finden. Für alle Fragen hinsichtlich des Management Projektes findet man stets ein offenes Ohr und guten Rat bei der verantwortlichen Mitarbeiterin.

Ich habe mich bei niederländischen Unternehmen beworben. Anfang Mai finden die ersten Gespräche statt...

Mai 2006

Der Monat begann mit zwei Gesprächen bezüglich meines Management-Projektes. Das erste Interview fand in Arnheim statt. Die Unternehmung, ihres Zeichens eine dem deutschen TÜV ähnliche Beratungsgesellschaft namens KEMA, hatte ihren Vorschlag für ein Management-Projekt bei Nimbas eingereicht und war auf der Suche nach einem Studenten mit Interesse für Organisations- und Finanzthematiken. Das Projekt sollte Optimierungspotential innerhalb der kürzlich eingeführten Matrixorganisation auffinden. Für solch ein Projekt war ich gerne bereit den Tag der Arbeit zu opfern. Inhaltlich verlief das Gespräch gut. Am Mittwoch den 3. Mai fuhr ich nach Hoofdorp zu meinem zweiten Gespräch. Das dort zur Disposition stehende Thema interessierte mich durchaus, noch mehr ging es doch um die Einführung eines Management-Informationssystems. Management of Change und Controlling in einem Projekt. Kurz und gut, die Einigung, das wir das Projekt zusammen durchführen wollen, kam nach gut einer Stunde. Anfang Juni ist der Startschuss.

Neben der Vorbereitung meines Management Projektes stand noch mein Management of Change-Assignment im Raum. Ich hatte mich für das Gebiet ?Resistance to Change? entschieden. Es war uns freigestellt ob wir über ein Change Projekt in einer uns bekannten Unternehmung oder aber über uns selbst schreiben wollten. Mir lag das Schreiben über ein mir bekanntes Unternehmen mehr. Hatte ich beim Aufkommen der ersten Dilbert-Cartoons noch gedacht dass so etwas in der Realität nicht passieren könnte, so haben mich einige Jahre Berufserfahrung eines Besseren belehrt. ?Resistance to Change? und die Beweggründe sich dem Wandel in den Weg zu stellen bilden definitiv den Nährboden für neue Dilbert-Geschichten.

Mein erstes Konzept für mein Management-Projekt ist von den mich betreuenden Managern als zu ehrgeizig und umfangreich abgelehnt worden. Nach kurzer Diskussion haben wir uns auf einen Teilaspekt als Thema geeinigt. Gespräche mit Alumni haben mir die Richtigkeit der Entscheidung bestätigt. Es ist besser das Management-Projekt gleich zu Beginn zu fokussieren, als später von den eigenen Anforderungen überrollt zu werden.

Es gibt noch ein nicht studienrelevantes Ereignis zu vermelden: In Utrecht ist die Freiluft-Saison eröffnet worden. Alle Cafés haben die Stühle und Tische abgestaubt und in der Hoffnung nach draußen gestellt, dass die Sonne auch einmal scheinen werde. Und diese Hoffnung ist erfüllt worden. Die plötzlich aufgetauchte Wärme hat Utrecht ein fast italienisches Flair beschert. Und so werden auf einmal etwaige Gruppendiskussionen und sonstige Gespräche in eines der vielen netten Cafés verlagert.

Nachdem mein Management-Projekt unter Dach und Fach ist und ich mein ?Management of Change?-Assignment abgegeben habe, steht als letztes Assignment nun das ?Personal Development Portfolio? an. In diesem Report sollen wir Zeugnis ablegen über unsere Bereitschaft zu lernen. Lebenslanges Lernen ist unsere eigene Verantwortung, heißt es. Ebenso ist es unsere Verantwortung unsere Fortschritte und unsere Lernbemühungen zu belegen. Diese Anforderung führte zu einer wahren Flut von Fragebögen, die alle die eigenen Veränderungen aufzeigen sollten. Es ist fraglich ob dies so ganz im Sinne der Erfinder des ?Personal Development Portfolios? war. Mir scheint, es wurde der Fehler gemacht diesem Modul nicht die erforderliche Wertigkeit zu geben. Eine kurze Einführung, ein Gespräch mit der für dieses Modul Verantwortlichen und das Absenden der sogenannten ?Action Plans? führten dazu, dass das Modul von vielen Studenten nicht recht ernst genommen wurde. Und es ist eine ziemliche Arbeit kurz vor Toresschluss sich zu überlegen was man in den letzten Monaten so alles an Entwicklungsarbeit in eigener Sache geleistet hat. Letztendlich bin ich überzeugt mich im Laufe des MBA-Studiums mehr entwickelt zu haben als ich in dem Assignment zum Ausdruck bringen konnte.

Zusätzlichen Stress verursachte bei mir das Assignment durch ein Missverständnis bezüglich des Abgabetermins. So ergab sich für mich im Laufe einer Diskussion ein um fünf Tage früheres Abgabedatum. Glücklicherweise erfuhr ich das korrekte Abgabedatum noch früh genug. Ich sollte vielleicht den Mantel des Schweigens darüber breiten dass ?Time Management? eines meiner drei Schwerpunkte für das Assignment bildete... Anhand der drei Schwerpunkte sollten wir unsere Veränderungen darstellen, wobei wir für uns interessante Themen wählen konnten und nicht unbedingt Schwachpunkte wählen mussten. Gern genommene Themen waren ?Presentation Skills? und ?Writing a CV?.

Nach der Abgabe dieses Assignments kann ich mich nun komplett meinem Management-Projekt widmen. Ich muss es nur noch bei Nimbas anmelden und mir einen Mentor aussuchen. Über die Wahl des richtigen Mentors gehen die Meinungen weit auseinander. Während einige Kommilitonen der Ansicht sind, man sollte sich den Mentor nach seinen Benotungen vergangener Jahre aussuchen, stellen andere den Sympathiefaktor sowie die fachliche Kompetenz in den Vordergrund. Da das Management-Projekt gegenüber einem Assignment vierfach zählt, wird der Wahl des Mentors entsprechendes Gewicht beigelegt.

Management Projekt

Nun hat also der Ernst des Management Projektes begonnen. Nach einer kurzen Vorstellung fast aller wesentlichen Mitarbeiter von RWE Energy NL, der niederländischen Tochter der RWE AG, habe ich mit der Literatur-Recherche begonnen. Nach den eindringlichen Ratschlägen unseres Business Research-Professors fasse ich die gelesenen und bewerteten Reports kurz zusammen. Dies wird später eine Hilfe beim Schreiben der Arbeit sein. Bei den kürzeren Assignments habe ich mich stets auf mein Gedächtnis verlassen um Texte wiederzufinden. Es ist erstaunlich in wie kurzer Zeit man eine große Anzahl von mehr oder wichtigen Texten zu dem eigenen Thema finden kann. Mein Management Projekt ist über das Design eines Performance Measurment Systems. In Deutschland wird dieses System gerne auch Management Information genannt, während es in der englischen Literatur unter Management Control System zu finden ist.

Neben der Literatur-Recherche beginne ich mein Project Proposal zu schreiben. Zwar habe ich noch keinen akademischen Supervisor, aber eine Vorstellung von der eigenen Arbeit kann nicht schaden. Ansonsten bestehen die Tage aus dem Suchen, Lesen und Zusammenfassen von Literatur. Unter der Woche bin ich meist in Hoofdorp bei RWE.

Dieser in seinem Industriegebiet überhaupt nicht malerische Ort ist zwar nur etwas mehr als 60 km von Utrecht entfernt, aber dafür befinden sich zwischen den Orten einige der schönsten Staus auf niederländischen Autobahnen. Es wird sich mit Hingabe gestaut, und zwar zu fast jeder Tageszeit.

Neben der Verkehrssituation ist die beginnende Fussball-Weltmeisterschaft ein gern genommenes Diskussionsthema. Dem deutschen Team wird allgemein nicht so viel zugetraut...

Die Weltmeisterschaft schreitet voran, und mit ihr mein Management Projekt. Der von mir gewünschte Professor hat seine Bereitschaft erklärt, mich zu betreuen. Das sind gute Nachrichten für mich. Außerdem komme ich nach wie vor mit der Literatur-Recherche voran. Allerdings würze ich sie mit Gesprächen mit Mitarbeitern von RWE. So komme ich zu weiteren Informationen über RWE, die Strategie und den Markt. Erstaunlich ist, dass Versorgungsunternehmen faszinierend sein können, und RWE Energy NL ist das. Hinzu kommt, das meine Betreuer im Unternehmen mein Thema interessiert und sie meine Arbeit aktiv begleiten. Alles sieht nach eitel Sonnenschein aus.

Das Wetter und die portugiesische Nationalmannschaft schaffen es, dass die Niederlande schleunigst ihre orangefarbene Dekoration aus den Fenstern räumen. Sogar die Kantine von RWE wirkt auf einmal wieder nüchtern. Die wenigen Deutschland-Wimpel verstärken das Fehlen der orangenen Farbflut nur noch.

Ich habe mit der Vorbereitung der Interviews begonnen, die ich zur Informationsgewinnung für mein Management Projekt durchführen werde. Zusätzlich werde ich mir einen Überblick über die im Haus verwendeten Reports verschaffen. Beides wird die Basis für meine Bewertung des existierenden Performance Measurement Systems bilden. Für die Interviews gilt es, die zeitliche Verfügbarkeit der Manager sicherzustellen und den Inhalt der Fragen mit meinem akademischen Supervisor und meinem Betreuer bei RWE abzustimmen.

Für mein Anfang des Monats begonnenes Project Proposal befinde ich mich in der vier Wochenfrist, innerhalb der ich mein mit meinem Supervisor abgestimmtes Proposal einreichen muss. Hier bin ich ziemlich entspannt, habe ich doch noch relativ viel Zeit für etwaige Korrekturen. Noch sind die oftmals beschworene Hektik und der steigende Druck nicht über mich hereingebrochen...
Dieser Artikel ist erschienen am 20.10.2005