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Rätsel um künftigen Fidelity-Chef

Von Tobias Moerschen
Die Johnson-Familie, die den weltgrößten Anlageverwalter Fidelity Investments kontrolliert, ist sehr verschwiegen. Sie äußert sich nicht etwa zur Frage, wer denn den 75-jährigen Patriarchen Edward Johnson III. an der Spitze einmal ablösen soll.
NEW YORK. Bislang galt die 43-jährige Tochter Abigail Johnson als potenzielle Nachfolgerin. Nun hat aber die Familie ihre Firmenanteile intern umgeschichtet. Das meldet die Zeitung ?Wall Street Journal? unter Bezug auf eine Fidelity-Mitteilung an die US-Finanzaufsicht SEC. Demnach hat Abigail Johnson jetzt einen Teil ihrer Fidelity-Aktien von bislang 24,5 Prozent Fidelity an eine Steuer sparende Familienstiftung übertragen. Dies diene dazu, ?die Werte, Prinzipien und Erfolge Fidelitys für künftige Generationen zu erhalten?, teilte Patriarch Johnson mit. Der Vater verkündete gleichzeitig, er sei kerngesund.Ein weiteres Signal deutet darauf hin, dass die Chancen von Abigail Johnson gesunken sind, einmal ihren Vater abzulösen. Im Mai wechselte sie von der Spitze der bekannten Fondssparte für Privatanleger zum weniger prominenten Geschäftsbereich, der Unternehmen bei der Altersvorsorge berät. Viele Fidelity-Fonds hatten zuvor eine schlechtere Wertentwicklung als viele Rivalen ausgewiesen.

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?Abigail ist womöglich nicht mehr an der Reihe, um die Führung zu übernehmen?, sagte Analyst Christopher Traulsen vom Fondsanalysehaus Morningstar. Wie viele Anteile in dem neuen Stiftungsvermögen liegen, teilte Fidelity nicht mit. Insgesamt hat sich der Anteilsbesitz der Familie in Höhe von 49 Prozent nicht verändert. Der Rest gehört Angestellten.
Dieser Artikel ist erschienen am 31.10.2005