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Radikale Einschnitte

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Rund 120.000 administrative Arbeitsplätze werden die umsatzstärksten deutschen Industrieunternehmen in den kommenden fünf bis zehn Jahren abbauen. Das prognostiziert Stephan Frettlöhr in einer aktuellen A.T.-Kearney-Studie. Betroffen sind alle betrieblichen Verwaltungsebenen, nicht nur die Sachbearbeitung.
Rund 120.000 administrative Arbeitsplätze werden die umsatzstärksten deutschen Industrieunternehmen in den kommenden fünf bis zehn Jahren abbauen. Das prognostiziert Stephan Frettlöhr in einer aktuellen A.T.-Kearney-Studie. Betroffen sind alle betrieblichen Verwaltungsebenen, nicht nur die Sachbearbeitung: ?Es wird eine einschneidende Reduzierung auch bei den höherwertigen Funktionen geben?, sagt Frettlöhr.Anders als in der Produktion ist nicht die Jobverlagerung ins Ausland Ursache des Kahlschlags, sondern der höhere Automatisierungsgrad in den Prozessabläufen in und zwischen Unternehmen. Was sich bei DaimlerChrysler, Telekom oder VW gezeigt habe, sei nur die Spitze des Eisbergs, verrät Frettlöhr. Gerade mal 34.000 Stellen von derzeit über 150.000 werden seiner Studie zufolge übrig bleiben. Zu den ersten Branchen, die massiv abspecken, gehören Automobilindustrie und Energieversorger, gefolgt von der Telekommunikation, bei denen schon kurzfristig bis zu 50.000 Stellen auf der Streichliste stehen. Betriebswirte, Juristen und Ingenieure müssen umdenken: Die Zusammenlegung gleichartiger Funktionen aus verschiedenen Unternehmensbereichen verlangt von den Mitarbeitern eine höhere Spezialisierung: Das gilt vor allem für Personalwirtschaft, IT und Controlling.

Die besten Jobs von allen

Dieser Artikel ist erschienen am 28.08.2006