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Qualität ist häufig schlecht

Das Gros der Unternehmen bevorzugt mittlerweile Bewerbungen per Online-Formular. Rund 60 Prozent der Personaler ziehen laut einer Umfrage des Verbands der deutschen Internet­wirtschaft Eco inzwischen Bewerbungen per Web-Formular einer klassischen Papiermappe vor, während 80 Prozent der Bewerber noch immer auf klassische Bewerbungen setzen. Beim Ausfüllen einer solchen Online-Bewerbung sollten Bewerber allerdings genauso viel Sorgfalt walten lassen, wie bei einer klassischen Bewerbung, rät das Job- und Wirtschaftsmagazin karriere in seiner Dezember-Ausgabe.Denn viele Personaler klagen zunehmend über mangelnde Sorgfalt in den Web-Formularen. Problematisch sind vor allem die Freitextfelder. Wer sich hier ein bisschen Zeit nimmt und über Formulierungen nachdenkt, liegt oft über dem Durchschnitt ? und erhöht so seine Chancen, aus der Masse der Bewerbungen hervorzustechen. ?Planen Sie je nach Größe des Formulars 30 bis 60 Minuten Zeit zum Ausfüllen ein?, rät karriere-Redakteurin Britta Domke.

Die besten Jobs von allen

?Bereiten Sie offline Ihren Lebenslauf und ein Anschreiben vor ? so sorgfältig, als würden Sie sich per Post bewerben?, sagt Domke. Beides sollte passgenau auf Unternehmen und Stelle zugeschneidert sein und am besten als PDF oder Worddatei angehängt werden. Freitext-Felder wie ?Was Sie sonst noch über mich wissen sollten? sind der Platz, um Anschreiben und Lebenslauf hochzuladen. Unterlagen wie Zeugnisse, Praktikumsnachweise und Arbeitsproben sollten Bewerber einscannen und idealerweise in eine Datei abspeichern. Um die Einträge für ein späteres Vorstellungsgespräch festzuhalten, sollten Bewerber jede ausgefüllte Seite ausdrucken oder einen Screenshot anfertigen.Bewerber, die jedoch bestimmte Kriterien der Ausschreibung nicht erfüllen und daher bei Online-Bewerbungen durchs Raster fallen, sollten auf eine Bewerbung per Web-Formular lieber verzichten und auf die klassischen Unterlagen setzen. In der persönlichen Bewerbung lassen sich Schwächen eher durch Stärken in anderen Bereichen ausgleichen. Denn immer mehr Unternehmen setzen nach karriere-Recherchen Software ein, die Bewerber automatisch aussortieren, ohne dass ein Personaler die Bewerbung je gesehen hat.?Je mehr Bewerbungen ein Unternehmen bearbeiten muss, desto eher nutzt es solche Systeme?, bestätigt Oliver Maassen, Vorstandssprecher des Arbeitskreises Personalmarketing (DAPM), in dem sich 38 der größten Unternehmen Deutschlands zusammengeschlossen haben, gegenüber karriere. ?Konzerne, die zigtausend Bewerbungen im Jahr bekommen, haben wahrscheinlich gar keine andere Chancen.? So muss das 325-köpfige Recruitingteam von Siemens 220.000 Bewerbungen jährlich bearbeiten. Beim Logistikriesen Deutsche Post World Net zählt man weltweit sogar über eine Million Einsendungen.Die Dezember-Ausgabe von karriere erscheint am 24. November 2006.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.11.2006