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Pro / Katja Zander

Fotos: Tobias Prasse
Ich bin: Katja Zander, 27 Jahre alt, mit BWL-Studium an der Uni Bayreuth, Schwerpunkt Personalwesen.
Ich arbeite: Nach 22 Monaten als Trainee seit April 2001 im Personalwesen, Koordination Europa, bei Bayer.
Nach dem Studium war mir klar: Ich will im Personalwesen arbeiten. Allerdings wusste ich noch nicht, welche Abteilung für mich die richtige ist. Das habe ich als Trainee herausgefunden. Da hilft es natürlich, dass bei einem Konzern wie Bayer die Vielfalt der Arbeitsgebiete immens ist. Anders als ein Direkteinstieg hat mir das Programm die Chance geboten, vieles genau kennen zu lernen und anschließend meine Entscheidung zu treffen.

Ein Vorteil unseres Trainee-Programms ist, dass wir von Anfang an in Projekte eingebunden werden - so habe ich einen tiefen Einblick in den Konzern bekommen. Meine erste Station war die Entgeltpolitik. Hier wurde gerade ein neues, übertarifliches Entgeltsystem entwickelt. Es war spannend, auch weil ich zunehmend in die Verhandlungen mit den Betriebsräten eingebunden wurde. Das Ergebnis ist in einer Broschüre zusammengefasst. Und es war gut zu sehen: Diesen Text habe ich erarbeitet, diese Grafik gestaltet. Sechs Wochen lang habe ich im Werk Dormagen auch mal selbst den Blaumann angezogen - Schicht in der Messwarte. Diese Station ist bei den Personal-Trainees von Bayer vorgeschrieben. Ich hatte zwar schon leichte Bedenken, ob die Arbeit für Trainees sinnvoll ist. Heute weiß ich: Die Probleme der Leute vor Ort versteht nur, wer auch da war.

Die besten Jobs von allen


Für die einzelnen Stationen - bei mir außerdem ein Projekt zum Intranet-Auftritt des gesamten Personalwesens und drei Monate in der Personalentwicklung - hat Bayer Vorschläge gemacht. Aber die werden generell mit den Trainees diskutiert.

Besonders attraktiv bei einem Trainee-Programm ist für mich die Auslandsstation. Mein Wunsch war es, außerhalb Europas zu arbeiten. Es klappte, und ich kam nach Singapur Dort habe ich an einem Konzept für die Personalentwicklung im Asien-Pazifik-Raum mitgearbeitet. Da war Engagement gefordert - auch als Trainee muss die Leistung stimmen.

Durch die Arbeit an verschiedenen Stationen habe ich mitbekommen, wie die Prozesse im Konzern ablaufen, und mein Netzwerk aufgebaut. Zusätzliche Unterstützung habe ich durch den Mentor aus dem Management bekommen. Er hat mich auch bei der Zusammenstellung der Stationen beraten, Tipps gegeben und war bei Problemen immer für mich da.

Heute bin ich im Personalwesen für die Koordination in Europa zuständig. Dazu gehört beispielsweise die Zusammenarbeit mit dem europäischen Betriebsrat und den europäischen Personalleitern. Im April dieses Jahres habe ich die Stelle übernommen - und dafür das Trainee-Programm um zwei Monate verkürzt.
Dieser Artikel ist erschienen am 15.11.2001