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Privatbankier Alfred Freiherr von Oppenheim gestorben

Der einflussreichste deutsche Privatbankier ist tot. Über vier Jahrzehnte gestaltete von Oppenheim maßgeblich die Entwicklung des Instituts zu Europas größter Privatbank in Familienbesitz.
Alfred Freiherr von Oppenheim (1934 - 2005). Foto: dpa
HB KÖLN. Über vier Jahrzehnte gestaltete von Oppenheim maßgeblich die Entwicklung des Instituts zu Europas größter Privatbank in Familienbesitz. Er war zuletzt als Aufsichtsratsvorsitzender des Bankhaus tätig und übte darüber hinaus zahlreiche Ämter in Wirtschaft und Kultur aus.Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) würdigte den Bankier als ?einen Unternehmer, der sich für das Gemeinwohl in seiner Heimat und jenseits des eigenen Lebensmittelpunktes in vorbildlicher und hervorragender Art engagierte?. Alfred Freiherr von Oppenheim war bis zuletzt nicht nur als Vizepräsident des DIHK tätig, sondern auch Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Köln und der Deutsch- Französischen Industrie- und Handelskammer zu Paris. Er stand zudem der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik vor.

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Alfred Freiherr von Oppenheim wurde am 5. Mai 1934 in Köln geboren. Im Alter von 30 Jahren wurde er in sechster Generation persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses. Nach 29 Jahren als Teilhaber übernahm er 1993 den Vorsitz des Aktionärsausschusses und des Aufsichtsrates. Seiner Führungsstärke, seinem strategischen Weitblick sowie seiner Fähigkeit, die Bank an die Anforderungen der Zeit anzupassen, habe das Institut sein beständiges Wachstum und seine Unabhängigkeit zu verdanken, hieß es in einer Erklärung. Der Name der Privatbank geht auf Salomon Oppenheim zurück, der 1789 das Bankhaus gegründet hatte. Den Adelstitel hatten später die Söhne Simon und Abraham in die Familie eingebracht. Sal. Oppenheim betreut und verwaltet ein Vermögen von derzeit 61 Milliarden Euro. Knapp 1800 Mitarbeiter arbeiten an mehr als 20 Standorten in Deutschland und in Europa.
Dieser Artikel ist erschienen am 06.01.2005